Umfangreiche Suchmaßnahmen an der Wiesenkirche nach Hinweis auf Personen auf Kirchturm
In der Nacht zu Freitag (31. Juli 2026) führte die Polizei Soest einen umfangreichen Einsatz an der Wiesenkirche durch. Gegen 05:30 Uhr war bei der Leitstelle ein Hinweis eingegangen, dass sich mindestens zwei Personen unbefugt auf dem Südturm der Wiesenkirche aufhalten sollen. Hintergrund waren unter anderem Erkenntnisse, dass der Turm bereits in der Vergangenheit unerlaubt betreten worden war.
Die ersten Einsatzkräfte konnten zunächst eine Person auf der Spitze des südlichen Turms erkennen. Diese wurde mehrfach über Lautsprecher aufgefordert, nicht weiter zu klettern und an der aktuellen Position zu verbleiben. Da aufgrund der Entfernung und der Lichtverhältnisse zunächst nicht eindeutig erkennbar war, ob es sich um Jugendliche oder Erwachsene handelte und eine erhebliche Absturzgefahr bestand, wurden weitere Einsatzkräfte sowie die Feuerwehr Soest zur Unterstützung hinzugezogen.
Im weiteren Verlauf wurde das Objekt weiträumig abgesperrt und umstellt. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Dombauhütte wurden die vorhandenen Zugangsmöglichkeiten geprüft. Zusätzlich setzte die Feuerwehr eine Drohne ein, um die Dachflächen und schwer einsehbare Bereiche nach möglicherweise verletzten oder versteckten Personen abzusuchen.
Anschließend wurde das Kirchengebäude über mehrere Stunden intensiv durchsucht. Hierbei wurden insbesondere die wenigen zugänglichen Bereiche kontrolliert. Hinweise auf verletzte oder hilflose Personen ergaben sich jedoch nicht.
Aufgrund der vorgefundenen Spuren musste davon ausgegangen werden, dass die Personen den Südturm bereits vor Eintreffen der weiteren Einsatzkräfte wieder verlassen hatten. Nach rund vier Stunden wurden die Suchmaßnahmen beendet und der Einsatz schrittweise zurückgefahren. Eine Fortsetzung der Suche war angesichts der erheblichen Risiken für die Einsatzkräfte und fehlender konkreter Anhaltspunkte nicht mehr vertretbar.
Die Polizei fertigte eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und nahm Spuren am Einsatzort auf. Im Fokus der Ermittler steht auch eine Gruppierung aus dem Ausland, welche die Wiesenkirche bereits in der Vergangenheit illegal bestiegen hatte. Die Ermittlungen dauern an.
Die Polizei appelliert eindringlich, Gebäude, Kirchtürme oder andere schwer zugängliche Bauwerke nicht zu erklettern. Solche Aktionen sind keineswegs harmlos oder ein "Abenteuer". Bereits ein kleiner Fehltritt kann aus großer Höhe tödliche Folgen haben. Darüber hinaus setzen solche Einsätze zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst über Stunden hinweg in Anspruch. Diese Kräfte stehen in dieser Zeit für andere Notfälle nur eingeschränkt zur Verfügung. Wer Gebäude unbefugt betritt oder erklettert, riskiert zudem strafrechtliche Konsequenzen, etwa wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei bittet daher eindringlich darum, auf derartige Aktionen zu verzichten und sich der erheblichen Gefahren und Folgen bewusst zu sein.
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