Melle: Lkw-Fahrer fährt trotz Polizeisignalen weiter – Zeugen nach Beinaheunfällen auf A30 gesucht
Zwischen der Anschlussstelle Melle-West und dem Rastplatz Grönegau Süd missachtete der Fahrer eines Lkw am Dienstagabend mehrfach polizeiliche Anhaltesignale und versuchte, sich der Kontrolle zu entziehen. Dabei kam es zu mehreren gefährlichen Situationen für andere Verkehrsteilnehmer. Die Beamten suchen nun Zeugen.
Gegen 21.55 Uhr war der Polizei zuvor ein Lkw gemeldet worden, bei dem während der Fahrt Funken vom Unterboden sprühten. Ein Streifenteam stellte das Fahrzeug kurz vor der Anschlussstelle Melle-West fest und forderte den Fahrer über die Signalanlage auf, dem Streifenwagen zu folgen. Die Aufforderung, die Autobahn an der Anschlussstelle Melle-West zu verlassen, missachtete der Fahrer. Auch weiteren Aufforderungen kam er nicht nach. Stattdessen versuchte der 25-Jährige mehrfach, den vorausfahrenden Streifenwagen sowohl links als auch rechts zu überholen. Dabei kam es zu einigen Beinaheunfällen. Durch das Hinzukommen eines weiteren Streifenteams konnte der Lkw schließlich ausgebremst und zum Stillstand gebracht werden.
Der Fahrer wurde anschließend aus dem Fahrzeug gesprochen und vorläufig fixiert. Zur Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wurde die A30 in Fahrtrichtung Hannover ab diesem Zeitpunkt zunächst vollständig gesperrt. Die Vollsperrung dauerte bis gegen 22.15 Uhr. Anschließend konnte der Verkehr über den Haupt- und Beschleunigungsstreifen an der Einsatzstelle vorbeigeführt werden. Die Sperrung wurde gegen 23.45 Uhr vollständig aufgehoben.
Im Rahmen der weiteren Ermittlungen ergaben sich Hinweise darauf, dass der 25-Jährige möglicherweise nicht im Besitz einer erforderlichen Fahrerlaubnis ist. Die zunächst gemeldete Funkenbildung am Unterboden des Lkw war nach den bisherigen Erkenntnissen auf einen lockeren Auspuff zurückzuführen. Im weiteren Verlauf stellte sich zudem heraus, dass der Lkw in Düsseldorf als entwendet gemeldet worden war. Darüber hinaus ergaben sich Hinweise darauf, dass sich der 25-Jährige zuvor ungeplant aus einer psychiatrischen Klinik entfernt hatte. Zur weiteren Abklärung wurde er nach Osnabrück in ein Krankenhaus gebracht und dort nach fachärztlicher Untersuchung vorerst aufgenommen.
Die Ermittlungen wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie des Fahrens ohne Fahrerlaubnis dauern an.
Die Polizei sucht insbesondere Verkehrsteilnehmer, die am Dienstagabend zwischen 21.55 Uhr und etwa 22 Uhr auf der A30 in Fahrtrichtung Hannover zwischen der Anschlussstelle Melle-West und dem Rastplatz Grönegau Süd unterwegs waren und den Vorfall oder die Fahrweise des Lkw beobachtet haben. Von besonderem Interesse sind Personen, die durch die Überholversuche oder die daraus entstandenen Beinaheunfälle gefährdet oder behindert wurden.
Zeugen werden gebeten, sich bei dem Zentralen Verkehrsdienst unter 0541/327-2515 zu melden.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Osnabrück
Jannis Gervelmeyer
Telefon: 0541/327-2071
E-Mail: pressestelle@pi-os.polizei.niedersachsen.de