Alkohol, Drogen und Medikamente Thema beim 234. Fernfahrerstammtisch
Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und die Nase voll. Die Erkältung kündigt sich an, aber man muss trotzdem ans Steuer? Bluthochdruck oder Diabetes, aber man will trotzdem fahren?
Jeder hat schon einmal Medikamente eingenommen. Aber kann man dann noch sicher ein Fahrzeug führen? Wann sollte man lieber kein Fahrzeug im Straßenverkehr führen und wann ist man abhängig von Medikamenten?
Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich der 234. Fernfahrerstammtisch der Polizeidirektion Lüneburg am vergangenen Mittwochabend an der Rastanlage Ostetal (Süd) an der BAB 1.
+ Straftat oder Ordnungswidrigkeit? +
Als Referent konnte Polizeioberkommissar Alexander Plümpe von der Autobahnpolizei Sittensen gewonnen werden. Er erläuterte den 30 Teilnehmern zunächst die rechtlichen Grundlagen. Wer unter dem Einfluss berauschender Mittel wie Alkohol oder Drogen ein Fahrzeug führt, kann sowohl eine Ordnungswidrigkeit als auch eine Straftat begehen.
Dabei wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass jeder Fahrzeugführer selbst dafür verantwortlich ist, nach der Einnahme von Medikamenten zu beurteilen, ob er noch in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher zu führen. Ist dies nicht der Fall, kann eine Straftat vorliegen.
Bei den aufmerksamen Zuhörern kamen schnell die ersten Fragen auf: Wie sieht es mit alkoholhaltigen Medikamenten aus? Muss ein Arzt auf mögliche Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit hinweisen? Polizeioberkommissar Plümpe konnte die Fragen der Teilnehmer zufriedenstellend beantworten.
+ Medikamente - Fluch oder Segen? +
Anschließend staunten die Zuhörer darüber, dass es insgesamt etwa 24.000 Medikamente in 87 Hauptgruppen auf dem Markt gibt. Medikamente können sowohl Fluch als auch Segen sein. Auf der einen Seite können sie die Fahrtauglichkeit wiederherstellen und damit Patienten mit bestimmten Erkrankungen eine Teilnahme am Straßenverkehr ermöglichen. Auf der anderen Seite können Nebenwirkungen oder eine falsche Einnahme zu einer Fahruntüchtigkeit führen und die Fahrsicherheit erheblich beeinträchtigen.
POK Plümpe erläuterte den Teilnehmern zudem, dass es während der Einstell- oder Umstellungsphase einer medikamentösen Behandlung zu Leistungseinbußen kommen kann, die einer Alkoholisierung von mehr als 0,5 Promille entsprechen.
+ Zahlen, Daten, Fakten und Beispiele +
POK Plümpe stellte den Teilnehmern weitere interessante Fakten zum Thema Alkohol vor und erläuterte kurz, was eigentlich unter Drogen zu verstehen ist.
Abschließend ließ Polizeioberkommissar Plümpe die Zuhörer an seinem persönlichen Erfahrungsschatz teilhaben und berichtete über zahlreiche Beispiele von Medikamenten-, Alkohol- oder Drogenbeeinflussung. Dabei wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark sich die Einnahme von Medikamenten auf die Fahrweise auswirken kann.
Viele Fragen und Diskussionen während des Vortrags zeigten dem Referenten des Fernfahrerstammtisches, dass das Thema auf großes Interesse stieß. Alle Fragen konnten zufriedenstellend beantwortet werden, sodass dieser Fernfahrerstammtisch wieder einmal alle Teilnehmer glücklich - und nüchtern - nach Hause fahren ließ.
Der nächste Fernfahrerstammtisch findet am 07.10.2026 zum Thema "Zoll" wieder an der Rastanlage Ostetal in Fahrtrichtung Hamburg statt.
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