Umfangreiche Drogenermittlungen der Kriminalpolizei führen zu drei Festnahmen
(mh) Ein Jahr lang dauerten die Ermittlungen in vier gesonderten Verfahren. Nun griffen die Drogenfahnder der Polizei in Paderborn und Delbrück zu und nahmen drei Beschuldigte fest. Zwei von ihnen befinden sich in Untersuchungshaft, der dritte ist unter Meldeauflagen wieder auf freiem Fuß. Ein vierter Tatverdächtiger aus einem zusammenhängenden Verfahren sitzt bereits seit April in Untersuchungshaft.
Die Delikte, welche den Tatverdächtigen zur Last gelegt werden, reichen von der Einfuhr von Kokain in erheblichen Mengen und dem Handel damit über die Herstellung von Amphetamin bis hin zum Anbau von und Handel mit Cannabis. Den vier eigenständig geführten Verfahren ging eine sorgfältige verdeckte Aufklärung durch die Polizei voraus.
Im ersten Verfahren steht eine 26-jährige Frau aus Delbrück mit deutsch-armenischer Staatsangehörigkeit im Verdacht, als Kurierfahrerin Kokain in erheblichen Mengen in die Region eingeführt zu haben. Um die Taten gerichtsverwertbar nachzuweisen, setzten die Drogenfahnder der Polizei in Zusammenarbeit mit Einheiten aus dem Polizeipräsidium Bielefeld verschiedenste polizeiliche Maßnahmen aus den Bereichen Observation und Überwachung ein. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht Paderborn schließlich Durchsuchungen an, die Anfang September durchgeführt wurden.
In der Wohnung der Frau in Delbrück fanden die Ermittler ein Kilogramm Kokain mit einem Straßenverkaufswert von etwa 60.000 bis 90.000 Euro sowie Bargeld in Höhe von 3.000 Euro. Die Frau wurde festgenommen. Sie befindet sich auf Antrag der Staatsanwaltschaft Paderborn in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen in diesem Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.
Im zweiten Verfahren ermittelten die Drogenfahnder einen 42-jährigen Deutschen aus der Paderborner Innenstadt. Er steht im dringenden Verdacht, in großem Umfang Amphetamin hergestellt zu haben, insbesondere im Auftrag eines weiteren, inzwischen ebenfalls festgenommenen Tatverdächtigen. Wichtig war es hier für die Polizei, die Arbeitsweise des Beschuldigten aufzudecken. Nach den bisherigen Ermittlungen soll er das Amphetaminöl aus dem europäischen Ausland bezogen und in Paderborn zu konsumfertigem Amphetamin verarbeitet haben. Amphetaminöl ist die flüssige Base des Wirkstoffs. Erst durch Weiterverarbeitung und Streckung entsteht das verkaufsfähige, pulverförmige Straßenprodukt.
Nach Erlass des Haftbefehls wurde der Beschuldigte Ende September in einer Wohnung im Paderborner Stadtgebiet festgenommen. Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte eine Luftdruckpistole, kleinere Mengen Kokain, Haschisch, Marihuana und Amphetamin sowie drei Liter Amphetaminöl sicher.
Letzteres fällt besonders ins Gewicht: Nach erster Einschätzung hätte die Menge ausgereicht, um rund 30 bis 35 Kilogramm konsumfertiges Amphetamin mit einem Straßenverkaufswert von etwa 300.000 bis 350.000 Euro herzustellen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Drogenfahnder davon aus, dass das Amphetamin für den Paderborner Raum bestimmt war. Das Amtsgericht folgte auch hier dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft.
Im gleichen Zeitraum gab es im dritten Verfahren Durchsuchungen an zwei Objekten in Paderborn-Elsen. Der 30-jährige deutsche Beschuldigte steht im Verdacht, Cannabis in größerem Umfang angebaut und gewinnbringend weiterverkauft zu haben. Die Einsatzkräfte fanden drei Kilogramm konsumfertiges Cannabis sowie Aufzeichnungen und Anbaumaterialien. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt. Der Beschuldigte wurde nicht festgenommen. In einem damit zusammenhängenden Verfahren wurden weitere 1,5 Kilogramm Cannabis sichergestellt. Der Hauptverdächtige dieses Verfahrens, ein 26-jähriger Deutscher aus Bad Driburg, sitzt bereits seit Anfang April in Untersuchungshaft.
Ebenfalls Ende September durchsuchten die Drogenfahnder im vierten Verfahren zwei Wohnungen in verschiedenen Gebäuden im Paderborner Riemekeviertel. Ein 33-jähriger Deutscher steht im Verdacht, gewerbsmäßig mit Kokain und Cannabis in nicht geringer Menge Handel getrieben zu haben. Sichergestellt wurden Kokain, etwa 1,5 Kilogramm Cannabis und Haschisch, Amphetamin sowie zahlreiche bereits verkaufsfertig abgepackte Einheiten. Der Beschuldigte wurde vorläufig festgenommen. Das Amtsgericht setzte den Haftbefehl jedoch unter Auflagen außer Vollzug. Der Beschuldigte muss sich nun regelmäßig bei der Polizeiwache Paderborn melden.
Die Tatvorwürfe gegen die Beschuldigten wiegen schwer. Beim Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und bei deren Herstellung ist mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr zu rechnen, bei der Einfuhr in nicht geringer Menge mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter zwei Jahren. Für den Cannabisanteil gelten seit dem 1. April 2024 die Strafvorschriften des Konsumcannabisgesetzes.
Die Drogenfahnder der Kreispolizeibehörde Paderborn gehen davon aus, dass die Betäubungsmittel im Kreis Paderborn weiterverkauft werden sollten. Die Ermittlungen zu den Hintergründen, insbesondere zu weiteren Tatbeteiligten und zu den Bezugsquellen der Betäubungsmittel, dauern an.
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