Nach Tod eines 24-Jährigen in Hamburg-Eißendorf
G e n e r a l s t a a t s a n w a l t s c h a f t H a m b u r g
P r e s s e s t e l l e d e r S t a a t s a n w a l t s c h a f t e n
Pressemitteilung
Nach Tod eines 24-Jährigen in Hamburg-Eißendorf:
Haftbefehle gegen sechs Tatverdächtige vollstreckt
Nachdem ein 24-Jähriger im Februar 2026 lebensgefährlich verletzt in Hamburg-Eißendorf
aufgefunden worden war und wenig später verstarb, haben die Staatsanwaltschaft
Hamburg und das Landeskriminalamt Hamburg nach umfangreichen Ermittlungen heute
Haftbefehle gegen sechs Tatverdächtige vollstreckt. Die sechs Beschuldigten im Alter
zwischen 19-23 Jahren sind eines Totschlags durch Unterlassen dringend verdächtig,
fünf von ihnen wird darüber hinaus tateinheitlich gemeinschaftliche Körperverletzung mit
Todesfolge vorgeworfen.
Vor dem Hintergrund von Streitigkeiten über eine vermeintliche Geldforderung sollen
fünf Beschuldigte den 24-Jährigen kontaktiert und ihn am Abend des 06.02.2026 zu einer
Anschrift in Hamburg-Wilhelmsburg bestellt haben. Um den Geschädigten zur Zahlung
zu bewegen und ihn abzustrafen, sollen mehrere Beschuldigte am Treffpunkt unvermittelt
mit Schlägen und Tritten massiv auf seinen Körper eingewirkt haben. Die Ermittler
gehen aufgrund vorliegender Erkenntnisse davon aus, dass der am Boden liegende
Geschädigte durch einen oder mehrere Beschuldigte auch gegen den Kopf getreten
wurde. Sie können derzeit aber nicht ausschließen, dass diese lebensgefährdende
Gewalteinwirkung nicht vom gemeinsamen Tatplan umfasst war, weshalb eine
wechselseitige Zurechnung insoweit ausscheidet. Die fünf Beschuldigten sollen sodann
von dem 24-Jährigen abgelassen und einen weiteren Beschuldigten kontaktiert haben,
der den bewusstlosen und schwerverletzten Geschädigten vom ursprünglichen Tatort
zum späteren Auffindeort in der Straße Göhlbachtal fuhr.
Weder dieser Beschuldigte, noch die anderen fünf Tatverdächtigen ließen dem 24-Jährigen
über Stunden hinweg erforderliche notärztliche Hilfe zukommen, obwohl dies möglich
gewesen wäre und wahrscheinlich dessen Leben gerettet hätte. Obgleich ein zwischenzeitlich
von den Beschuldigten hinzugerufener Bekannter des Geschädigten noch
Reanimationsmaßnahmen durchgeführt und gegen 01.30 Uhr den Notruf alarmiert hatte,
erlag der 24-Jährige am Morgen des 07.02.2026 seinen Verletzungen.
Die Ermittlungen dauern an.
Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens gilt die Unschuldsvermutung.
Rückfragen bitte an:
Staatsanwaltschaft Hamburg
Pressestelle
Telefon: 040-42843-1699