Gronau – Fahrradkontrolltage: Polizei zieht Bilanz / Neuer Rollenprüfstand im Einsatz

75 Maßnahmen, neun Strafanzeigen und ein sichergestelltes Fatbike - so lautet die Bilanz zweier Fahrradkontrolltage am Dienstag und Mittwoch in Gronau. Im Fokus der Einsatzkräfte standen neben Fahrrädern und Pedelecs insbesondere technisch veränderte Fatbikes und E-Scooter. Erstmals kam dabei der neue Rollenprüfstand zum Einsatz, mit dem sich mögliche Manipulationen direkt vor Ort überprüfen lassen. Die Kreispolizeibehörde Borken hat die Reduzierung von Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Rad- und Pedelecfahrenden seit Jahren zu einem Schwerpunkt ihrer Verkehrssicherheitsarbeit gemacht. Regelmäßige Kontrollen sollen dazu beitragen, Unfallrisiken zu verringern, Verkehrsverstöße konsequent zu ahnden und das Bewusstsein für regelkonformes Verhalten zu stärken. Zunehmend geraten dabei auch technisch veränderte Zweiräder in den Blick der Polizei. Bei den Kontrollen am 3. und 4. November stellten die Einsatzkräfte unter anderem Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie Fälle des Fahrens ohne Fahrerlaubnis fest. Insgesamt fertigten sie neun Strafanzeigen. Darüber hinaus vollstreckten die Polizeikräfte einen Untersuchungshaftbefehl. Ein besonderes Augenmerk lag erneut auf den sogenannten Fatbikes. Diese erfreuen sich insbesondere im grenznahen Raum zunehmender Beliebtheit. Grundsätzlich gelten für sie die gleichen Vorschriften wie für andere Pedelecs: Unterstützt der Motor nur beim Treten und endet die Unterstützung bei 25 km/h, werden sie rechtlich wie Fahrräder behandelt. Durch technische Veränderungen können diese Voraussetzungen jedoch entfallen. Dann können unter anderem eine Fahrerlaubnis und ein entsprechender Versicherungsschutz erforderlich werden. Mit dem neuen Rollenprüfstand konnten die Einsatzkräfte vier Fatbikes, ein Pedelec und einen E-Scooter unmittelbar vor Ort technisch überprüfen. Dabei wurde bei einem Fatbike eine Höchstgeschwindigkeit von 36 km/h festgestellt. Insgesamt fünf der sechs überprüften Fahrzeuge konnten nach Abschluss der Kontrollen direkt wieder ausgehändigt werden. Lediglich ein Fatbike wurde sichergestellt. Der Rollenprüfstand ermöglicht es der Polizei, mögliche technische Manipulationen unmittelbar am Kontrollort zu erkennen und zu bewerten. Gleichzeitig lassen sich Fahrzeuge, bei denen keine Gründe für eine Sicherstellung vorliegen, zeitnah wieder an ihre Besitzer aushändigen. Unterstützt wurden die Fahrradkontrolltage durch Kräfte der Einsatzhundertschaft Gelsenkirchen, des Verkehrsdienstes und des Schwerpunktdienstes. Die Kreispolizeibehörde Borken wird ihre Kontrollen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit fortsetzen. Dabei stehen auch künftig technisch veränderte Zweiräder im Fokus. Denn unerlaubte Manipulationen bergen nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern erhöhen durch die möglichen höheren Geschwindigkeiten auch das Risiko schwerer Verkehrsunfälle. (pl) Kontakt für Medienvertreter: Kreispolizeibehörde Borken Sandra Biedermann (sb), Leonie Dreier (ld), Julia Hoffboll (jh), Markus Hüls (mh), Peter Lefering (pl), Thorsten Ohm (to), Ann-Christin Osterholt (ao), Johanna von Raesfeld (jr)