260115 – 0056 Hanau / Frankfurt: Telefonbetrüger machten wiederholt wertvolle Beute: Kriminalpolizei hofft auf Zeugenhinweise zu Abholern an Übergabeorten

(lei) Trotz wiederholter Warnungen und umfangreicher Präventionshinweise der Polizei sind Telefonbetrüger erneut zum Ziel gekommen, indem sie mit einer bekannten Masche Menschen um ihren Besitz gebracht haben. Goldmünzen und Schmuck im Gesamtwert von etwa 150.000 Euro, so die erste Schätzung, erbeuteten sie von einem Ehepaar aus dem Raum Hanau. Wie abgebrüht und skrupellos die Täter vorgingen, zeigt sich allein an dem Umstand, dass sich die Tat über zwei Tage zog und das Erlangte an drei verschiedenen Orten übergeben wurde. In diesem Fall gaben sich die Kriminellen am Telefon als falsche Polizeibeamte aus und griffen auf die Masche mit dem Unfall und der Kaution zurück. Eine nahe Angehörige hätte angeblich einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und eine drohende Untersuchungshaft könne man nur mit einer Kaution verhindern. Diese würde man abholen, so die Vorgabe der Täter. Indem die Betrüger den Mann und die Frau über viele Stunden telefonisch kontaktierten und mit der erlogenen Geschichte bei ihnen enorm Druck aufbauten, brachten sie das Paar dazu, ihren Forderungen nachzukommen. Begonnen hatte die Kontaktaufnahme am Dienstag. Hier kam es gegen 19 Uhr im Weißdornweg in Hanau-Klein Auheim zur ersten Übergabe an einen unbekannten Mann, der 30 bis 40 Jahre alt und etwa 1,70 Meter groß beschrieben wurde. Er trug dunkle Kleidung und hatte eine Schiebermütze auf. Ein weiteres Treffen wurde für den Folgetag (Mittwoch, 14.01.) im Bereich des Amtsgerichts Frankfurt-Höchst ausgemacht. In der angrenzenden Paul-Schwerin-Straße wurden einem etwa gleichaltrigen Mann mit dunklen, kurzen Haaren und rundlichem Kopf zwischen 10 Uhr und 10.30 Uhr weitere Teile der Beute übergeben. Später am Nachmittag, zwischen 15 Uhr und 16 Uhr, erfolgte das dritte Treffen in der Jahnstraße in Hanau. Hier händigte man einem ebenfalls 30 bis 40 Jahre alten, klein gewachsenen Unbekannten nochmals Wertgegenstände aus. Ob es sich bei den Abholern um dieselbe Person oder verschiedene handelte, ist noch unklar. Sie verschwanden jeweils unerkannt. Die Kriminalpolizei ermittelt nun und bittet um Hinweise von Zeugen unter der Rufnummer 06181 100-123. Aus diesem Anlass raten die Beamtinnen und Beamten erneut eindringlich zur Wachsamkeit und geben Tipps, wie man sich schützen kann. Die Betrüger setzen bewusst auf einen Schockmoment und setzen ihre Opfer zeitlich unter Druck, um sie zu unüberlegten und schnellen Entscheidungen zu drängen. Oft bemerken Opfer den Betrug erst, wenn es zu spät ist. - Lassen Sie sich daher am Telefon auf keinen Fall in Bedrängnis bringen oder zu kurzfristigen Entscheidungen verleiten - egal, wie plausibel eine Situation zunächst dargestellt wird. - Denken Sie daran: Die echte Polizei bittet Sie am Telefon niemals um Geld! Das machen nur Betrüger! Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste. - Legen Sie am besten auf, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen. - Rufen Sie den besagten Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an. - Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse. - Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen!Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Frankfurt am Main Pressestelle Adickesallee 70 60322 Frankfurt am Main Telefon: 069 / 755-82110 (CvD) Fax: 069 / 755-82009 E-Mail: pressestelle.ppffm@polizei.hessen.de