Polizeiliche Arbeiten nach Sparkassen-Einbruch schreiten voran / Komplexe Ermittlungen
Nach dem Einbruch in die Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer gegen Ende des Jahres 2025 hat die Polizei umfangreiche Ermittlungsarbeiten aufgenommen, die von etwa 350 Polizeibeschäftigten aus Nordrhein-Westfalen in der sogenannten BAO "Bohrer" durchgeführt werden.
In den vergangenen Wochen wurden über 1.100 Termine mit geschädigten Schließfachinhaberinnen und -inhabern vereinbart. Über 840 betroffene Kundinnen und Kunden wurden bereits vernommen. Die Polizei Gelsenkirchen betont hierbei noch einmal, dass die Polizei keine Geschädigten eigeninitiativ per Telefon kontaktiert. Die Geschädigten werden gebeten, sich weiter aktiv an die eingerichtete Hotline unter der Rufnummer 0209 365 1661 zu wenden. Bei diesem telefonischen Erstkontakt wird ein Termin für die persönliche Vernehmung vereinbart. Zudem werden erforderlichenfalls durch die Polizei Kontakte in Bezug auf einen möglichen Opferschutz vermittelt. Die Polizei beginnt nun auch schriftliche Vorladungen an geschädigte Kundinnen und Kunden zu senden.
Darüber hinaus wurden die eingesetzten Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte sowie Feuerwehrkräfte, die am 27. und 29. Dezember 2025 eingesetzt waren, etwa 130 Mitarbeitende der Sparkasse Gelsenkirchen sowie zahlreiche Hausbewohnerinnen und -bewohner und Hinweisgeberinnen und -geber vernommen. Einige Vernehmungen stehen auch hier noch aus.
Auch die Arbeiten im und am Tresorraum schreiten voran. Rund um die Uhr arbeiteten zahlreiche Kolleginnen und Kollegen professionell und effektiv in dem Sparkassengebäude, um die zurückgelassenen Gegenstände auf Spuren zu untersuchen, zu katalogisieren, fotografisch zu sichern und schließlich sicher aufzubewahren.
Die Prozesse rund um die Arbeiten am direkten Tatort wurden stetig optimiert und Arbeitsabläufe immer effizienter gestaltet. So wurden mehrere Hunderttausend Gegenstände vorsortiert, die die Täter im Tresorraum zurückließen. Unterschieden wurden die Gegenständen nach Spurenträgern, Wertsachen und individuell zuzuordnenden Gegenständen (zum Beispiel persönliche Briefe, Geschäftsunterlagen und amtliche Dokumente). Ein Großteil der herumliegenden Gegenstände wurde jedoch durch Chemikalien oder Wasser derart durch die Täter kontaminiert oder beschädigt, dass diese nicht mehr im Einzelnen betrachtet und auf Spuren untersucht werden konnten. Dazu gehören explizit keine Wertgegenstände, sondern beispielsweise Blanko-Briefumschläge, leere Schließfachkassetten oder auch loses Mauerwerk, das durch die Bohrung entstanden ist. Natürlich werden auch all diese Gegenstände nun sicher verwahrt und nicht entsorgt, um gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal näher untersucht werden zu können.
Insgesamt wurden nun mehr als 50.000 Gegenstände erfasst. Die Polizei bittet alle geschädigten Kundinnen und Kunden weiterhin um Verständnis für andauernde Ermittlungsarbeiten. Die tatsächliche Freigabe des Tatorts und die Herausgabe aller Gegenstände dauert noch an, da die Tatortarbeit insgesamt nicht abgeschlossen ist. Vermutlich werden die Arbeiten am Tatort nun aber insgesamt schneller vonstattengehen als anfänglich angenommen.
Parallel dazu gehen zahlreiche Kriminalbeamtinnen und -beamte den über 600 erfassten Hinweisen nach, bewerten diese und verfolgen gegebenenfalls neue Ermittlungsansätze. Auch die enorme Masse an gesicherten Videodateien wird umfassend gesichtet und weiter ausgewertet.
Hinweise nimmt die Polizei Gelsenkirchen weiterhin telefonisch unter der Rufnummer 0209 365 8112 oder über das Hinweisportal https://nrw.hinweisportal.de/ entgegen.
Mit großer Unterstützung aller Polizeibehörden sowie dem Ministerium des Innern des Landes NRW, dem Landeskriminalamt NRW und dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW werden auch zukünftig hunderte Mitarbeitende und Spezialisten weiter an dem Fall arbeiten.
Nachfragen für Journalistinnen und Journalisten:
Polizei Gelsenkirchen
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Telefon: +49 (0) 209 365-2010
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