Aufmerksame Bankmitarbeiterin deckt Betrug durch Schockanrufer auf: Polizei gibt Tipps

Kassel: Ein Betrug durch bislang unbekannte Täter wurde am gestrigen Montag in Kassel durch eine aufmerksame Bankmitarbeiterin aufgedeckt. Die Frau wurde misstrauisch, als ein aufgeregter Kunde 25.000 Euro für eine Zahlung an die Staatsanwaltschaft abheben wollte und verständigte sofort die Polizei. Wie sich dann herausstellte, hatte sie genau den richtigen Riecher bewiesen, denn der Senior war Opfer von sogenannten Schockanrufern geworden. Die Mitarbeiterin der Bank in Kassel-Bettenhausen hatte die Polizei gestern gegen 15:30 Uhr gerufen. Ihr Verdacht, dass es sich um einen Betrug handeln könnte, bestätigte sich kurze Zeit später. Wie die Ermittlungen der Polizisten des Reviers Ost ergaben, hatten die unbekannten Täter den Senior bereits einige Tage zuvor zuhause angerufen und mit der Nachricht schockiert, dass ein naher Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und nur durch die Zahlung einer Kaution eine Haftstrafe abgewendet werden könne. In dem guten Glauben, dem Angehörigen zu helfen, hatte das unter Druck gesetzte Opfer bereits drei Überweisungen an die unbekannten Betrüger getätigt, bis sie sich am gestrigen Montag erneut als falscher Staatsanwalt bei dem Senior meldeten und nunmehr die Barzahlung der hohen Summe forderten. Das Opfer fuhr daraufhin zur Bank, um den geforderten Betrag vom Konto abzuheben. Dort verhinderte letztlich die Angestellte, dass die Täter noch weiteres Geld von dem Mann aus Kassel erbeuteten. Die Ermittlungen der EG SÄM der Kasseler Kripo dauern an. Der geschilderte Fall zeigt eindrücklich, wie geübt und geschickt die Betrüger vorgehen. Um sich davor zu schützen, gibt die Polizei folgende Tipps: - Sprechen Sie mit Angehörigen, die Opfer werden könnten, über bekannte Betrugsmaschen. - Vereinbaren Sie innerhalb der Familie oder mit weiteren Angehörigen und Freunden ein Kennwort zur Identifizierung am Telefon. - Die Polizei oder die Staatsanwaltschaft erfragen am Telefon keine Details zu Kontodaten oder Wertgegenständen im Haus. - Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf. - Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. - Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. - Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Beenden Sie das Gespräch mit dem Anrufer unbedingt zuvor. - Übergeben Sie niemals Geld bzw. Wertgegenstände an Unbekannte.Rückfragen bitte an: Ulrike Schaake Pressesprecherin Tel. 0561-910 1020 Polizeipräsidium Nordhessen Grüner Weg 33 34117 Kassel Pressestelle Telefon: +49 561 910 1020 bis 23 Fax: +49 611 32766 1010 E-Mail: poea.ppnh@polizei.hessen.de Außerhalb der Regelarbeitszeit Polizeiführer vom Dienst (PvD) Telefon: +49 561-910-0 E-Mail: ppnh@polizei.hessen.de