Bundespolizeidirektion München: Irrtum bringt Ungarn für über ein Jahr ins Gefängnis / Haft statt Durchreise – Bundespolizei sorgt für Strafvollstreckung
Am Donnerstag (5. Februar) hat die Bundespolizei an der A93 auf Höhe Kiefersfelden einen ungarischen Staatsangehörigen festgenommen. Der Mann ist noch am selben Tag in Bernau ins Gefängnis eingeliefert worden. Er wird voraussichtlich für die Dauer von über einem Jahr hinter Gittern bleiben müssen.
Bei der Grenzkontrolle an der Tank- und Rastanlage Inntal-Ost stellten die Bundespolizisten fest, dass gegen den Beifahrer eines in Österreich zugelassenen Transporters ein Haftbefehl vorlag. Demnach hat er eine Freiheitsstrafe von 377 Tagen zu verbüßen. Bereits im Jahr 2021 war der gebürtige Serbe, der zwischenzeitlich die ungarische Staatsangehörigkeit angenommen hatte, vom Amtsgericht in Pforzheim wegen Diebstahls in zehn Fällen zu einer zweijährigen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt worden. Nachdem er sich ein knappes Jahr in Untersuchungs- sowie Vollstreckungshaft befunden hatte, war er 2022 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und nach Ungarn abgeschoben worden.
Mit seiner Rückkehr in die Bundesrepublik ist zum einen das noch nicht verbüßte Jahr in Haft und zum anderen die gerichtlich festgelegte Einziehung von rund 6.900 Euro fällig geworden. Dabei handelt es sich um Taterträge, die der heute 26-Jährige nachweislich mit seinen Diebstählen erzielt hatte. Den geforderten Betrag blieb der Festgenommene mangels finanzieller Möglichkeiten schuldig. Eigenen Angaben zufolge war er davon ausgegangen, dass das zurückliegende Urteil ohnehin keine Wirkung entfalte, da er lediglich auf der Durchreise gewesen sei. Die Rosenheimer Bundespolizei klärte ihn über seinen Irrtum auf und brachte ihn in die Bernauer Justizvollzugsanstalt. Seine geplante Reise wird er erst Mitte Februar 2027 wieder aufnehmen können.
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