Deutlicher Anstieg von Callcenter-Betrug – Polizei warnt vor „falschen Polizeibeamten“ und „Schockanrufen“

Die Polizeidirektion Hannover verzeichnet seit rund zwei Wochen eine Zunahme von Callcenter-Betrugstaten in der Stadt und der Region Hannover. Besonders häufen sich dabei zwei unterschiedliche Vorgehensweisen. Zum einen handelt es sich um die Masche "Falsche Polizeibeamte", zum anderen um die Masche der sogenannten "Schockanrufe". In mehreren Fällen waren die Täter erfolgreich und erbeuteten hohe Geldbeträge. "Falsche Polizeibeamte" - Einbrecherlegende Bei dieser Masche geben sich die Täter am Telefon als Polizeibeamtinnen oder Polizeibeamte aus. Sie behaupten, in der Nachbarschaft habe es Einbrüche gegeben und meist sei eine Liste bei vermeintlich bereits festgenommenen Tätern aufgefunden worden, auf der sich auch der Name der angerufenen Person befindet. Dies soll die Angst wecken, selber ins Visier der Täter gelangt zu sein. Ziel ist es, die Betroffenen dazu zu bewegen, Bargeld oder Wertsachen zur angeblichen "Sicherung" an vermeintliche Polizeikräfte zu übergeben. So geschehen am Sonntagabend, 22.02.2026, in Langenhagen-Schulenburg. Eine Seniorin erhielt gegen 21:30 Uhr einen entsprechenden Anruf. Im weiteren Verlauf erschien ein unbekannter Täter an ihrer Wohnanschrift. Unter dem Vorwand der Vermögenssicherung betrat er die Wohnung der Seniorin und nahm Bargeld sowie Wertgegenstände an sich. Anschließend verließ er die Wohnung mit den erlangten Wertgegenständen in unbekannte Richtung. "Schockanruf" - Verkehrsunfall-/Kautionslegende Bei sogenannten "Schockanrufen" setzen die Täter gezielt auf emotionale Ausnahmesituationen. Sie geben sich als Angehörige, Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus und behaupten, ein naher Verwandter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und müsse nun in Haft. Häufig sind dabei zwei Personen am Telefon beteiligt: Zunächst meldet sich ein vermeintlicher Angehöriger, der von einem schlimmen Vorfall berichtet. Anschließend übernimmt ein angeblicher Polizeibeamter oder Staatsanwalt und fordert die Zahlung einer angeblichen Kaution, um eine Inhaftierung abzuwenden. Ein solcher Fall ereignete sich am Montag, 23.02.2026, in Laatzen. Ein Senior erhielt am späten Abend einen entsprechenden Anruf. Die Täter schilderten dem Geschädigten, sein Sohn habe eine schwangere Frau angefahren. Um eine angebliche Kaution zu hinterlegen, übergab der Senior noch am selben Abend Bargeld an eine unbekannte Täterin. Am Mittwoch, 25.02.2026, gegen 12:30 Uhr, kam es in Lehrte zu einer weiteren Tat mit vergleichbarer Vorgehensweise. Unbekannte nahmen telefonisch Kontakt zu einer Seniorin auf und behaupteten, ihre Enkelin sei an einem Verkehrsunfall beteiligt gewesen, bei dem eine Frau und ein Kind tödlich verletzt worden seien. Um eine vermeintliche Haftstrafe abzuwenden, übergab die Seniorin Bargeld und Schmuck an die Täter. So schützen Sie sich Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Form des Telefonbetrugs und rät: - Seien Sie misstrauisch bei unerwarteten Anrufen. - Legen Sie auf, wenn von Ihnen Bargeld oder Wertsachen gefordert werden. - Die echte Polizei fordert niemals Geld oder Wertgegenstände. - Geben Sie am Telefon keine Auskunft über Ihre finanziellen Verhältnisse. - Übergeben Sie niemals Bargeld oder Schmuck an unbekannte Personen. - Rufen Sie Angehörige unter den Ihnen bekannten Telefonnummern selbst zurück. - Ziehen Sie bei ungewöhnlichen Anrufen immer eine Vertrauensperson hinzu. - Wählen Sie im Zweifel den Notruf 110.Sprechen Sie mit älteren Angehörigen und Bekannten über diese Betrugsmaschen. Je mehr Menschen informiert sind, desto schwieriger wird es für die Tätergruppen, erfolgreich zu sein. Die Polizei Hannover führt die Ermittlungen fort und bittet Bürgerinnen und Bürger, entsprechende Anrufe umgehend zu melden. /trim, pol Rückfragen bitte an: Polizeidirektion Hannover Tristan Möller Telefon: 0511 109-1040 E-Mail: pressestelle@pd-h.polizei.niedersachsen.de