Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Weniger Straftaten insgesamt – Herausforderungen im öffentlichen Raum bleiben bestehen

Die Polizei Gelsenkirchen hat am Montag, 2. März 2026 die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Insgesamt wurden 23.952 Straftaten registriert. Das entspricht einem Rückgang um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag bei 49,7 Prozent. "Der Rückgang der Gesamtkriminalität ist ein positives Signal und zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken. Gleichzeitig machen einzelne Entwicklungen, insbesondere bei Straftaten im öffentlichen Raum und bei schweren Gewaltdelikten, deutlich, dass wir weiterhin konsequent und mit dem Fokus auf bekannte Problemfelder handeln müssen. Die Sicherheit der Menschen in Gelsenkirchen ist und bleibt unser zentraler Auftrag", ordnet Polizeipräsident Tim Frommeyer die Statistik ein. Mehr Straftaten im öffentlichen Raum Die Straßenkriminalität ist im Jahr 2025 um 8,6 Prozent auf 6.069 Fälle gestiegen. Insbesondere Raubstraftaten im öffentlichen Raum nahmen deutlich zu und stiegen um 16,6 Prozent. Auffällig ist der Anstieg der Straftaten gegen das Leben. Die Zahl der Mord- und Totschlagsdelikte stieg von sechs auf 18 Fälle. Die Aufklärungsquote lag hier bei hohen 90,5 Prozent, was auf die professionelle und akribische Ermittlungsarbeit zurückzuführen ist. Diebstahl insgesamt gestiegen - Wohnungseinbrüche und Taschendiebstahl rückläufig Diebstahlsdelikte nahmen insgesamt um 4,3 Prozent zu. Ursächlich hierfür ist insbesondere der deutliche Anstieg beim Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen. Gleichzeitig konnten aber in wichtigen Bereichen Rückgänge verzeichnet werden. So sanken die Zahlen im Bereich Taschendiebstahl um 10,1 Prozent und Wohnungseinbrüche gingen um 8,6 Prozent zurück. Ältere Menschen weiterhin im Fokus von Betrügerinnen und Betrügern Stark angestiegen sind auch die Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, insbesondere durch die Begehungsweise "Falscher Polizeibeamter" oder "Falscher Handwerker". Diese Taten zielen gezielt auf das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen älterer Menschen ab. Die Polizei Gelsenkirchen ist insbesondere bei diesen Delikten auf die kriminalpräventive Mitarbeit von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten älterer Menschen angewiesen. Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger gestiegen Im Jahr 2025 lag der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger bei 43,7 Prozent und ist damit erneut gestiegen. Diese Entwicklung wird durch die Polizei genau beobachtet und sehr ernst genommen. Sie erfordert eine differenzierte Analyse, um Ursachen, Tatgelegenheiten und Täterstrukturen genau zu erkennen. Straftaten werden unabhängig von Herkunft oder Nationalität konsequent verfolgt. Gleichzeitig richtet die Polizei Gelsenkirchen ihren Blick bewusst auf kriminalitätsbegünstigende Faktoren und entsprechende Tätergruppen, um frühzeitig und wirksam handeln zu können. Sinkende Fallzahlen bei Jugendkriminalität In absoluten Zahlen ist die registrierte Jugendkriminalität im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Die Polizei Gelsenkirchen setzt hier weiterhin auf eine Kombination aus Prävention und konsequenter Strafverfolgung. Für diesen Phänomenbereich wurde im Jahr 2024 die Sonderkommission "Jugend" (Soko Jugend) als Reaktion auf die steigenden Fallzahlen im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität eingerichtet. Die Ermittlungsgruppe der Polizei Gelsenkirchen wird auch in Zukunft aktiv an diesem Thema weiterarbeiten und zum Beispiel durch Kontrollaktionen Täterstrukturen erhellen, Tatverdächtige aus der Anonymität holen sowie Sicherheit durch Präsenz gewährleisten. "Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass in einigen Bereichen Handlungsbedarfe vorliegen und wir passgenau auf Entwicklungen reagieren müssen. Herausforderungen für die Polizei Gelsenkirchen sehe ich besonders in der Überrepräsentation von nicht-deutschen Tatverdächtigen und in Straftaten, die im Zusammenhang mit Fußball stattfinden. Diese Phänomenbereiche werden wir sehr genau beobachten und unsere polizeilichen Maßnahmen anpassen", fasst der Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminaldirektor André Dobersch zusammen. Hier finden Sie die ausführliche Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: https://redaktion-gelsenkirchen.polizei.nrw/sites/default/files/2026-03/PKS_Polizei_Gelsenkirchen_2025.pdf Nachfragen für Journalistinnen und Journalisten: Polizei Gelsenkirchen Leitungsstab/Pressestelle Polizeioberkommissar Florian Mühlenbrock Telefon: +49 209 365 2012 E-Mail: poststelle.gelsenkirchen@polizei.nrw.de