„Unfall und Kaution“: Betrüger mit Schockanrufer-Masche erneut erfolgreich – Suche nach Abholer

(lei) Trotz wiederholter Warnungen ist es Betrügern am Montagnachmittag erneut gelungen, mit der Masche "Unfall und Kaution" eine Seniorin aus Langenselbold um erhebliche Vermögenswerte zu bringen. Die Täter nutzten dabei gezielt die Angst um ein nahes Familienmitglied aus und inszenierten am Telefon eine dramatische Notlage. Immer wieder verschaffen sich Kriminelle mit dieser Vorgehensweise Zugang zu Bargeld, Schmuck oder Edelmetallen. In vorliegendem Fall erhielt die Frau einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Ein Mann erklärte ihr, ihr Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verursacht und müsse nun in Haft - es sei denn, eine hohe Kaution werde umgehend hinterlegt. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein rund einstündiges Telefonat, in dem die Anrufer gezielt Druck aufbauten. Die Geschädigte sprach nach eigenen Angaben mit einem angeblichen Polizeibeamten sowie einem vermeintlichen Staatsanwalt - beide Rollen wurden mutmaßlich von ein und derselben Person übernommen. Zudem wurde sie in dem Glauben gelassen, mit ihrem Sohn und dessen Ehefrau zu telefonieren. Mit weinerlicher Stimme sollen diese um Hilfe gebeten haben. Die Täter verfügten über mehrere zutreffende Details zu den familiären Verhältnissen, was der frei erfundenen Geschichte zusätzliche Glaubwürdigkeit verlieh. Parallel dazu erkundigten sich die Anrufer nach vorhandenen Wertgegenständen und kündigten an, eine Person zur Abholung zu schicken. Etwa anderthalb Stunden nach dem Erstkontakt kam es in der Feldstraße zu einer arrangierten Übergabe von Silber und Gold im Wert von über 30.000 Euro, welches die Rentnerin in einem blauen Stoffbeutel an einen Unbekannten aushändigte, ehe dieser damit verschwand. Seine Beschreibung lautet: - etwa 60 Jahre alt - circa 1,75 Meter groß - normale bis kräftige Statur - dunkle, kurze Haare - bekleidet mit blauem Pullover und blauer Jeans - sprach wenig, akzent- und dialektfreies HochdeutschDie Kriminalpolizei in Hanau ermittelt nun wegen Betrugs und bittet Zeuginnen und Zeugen, die im Tatzeitraum in der Feldstraße verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich zu melden. Eine Fahndung nach dem Abholer erbrachte bis dato keine Hinweise. Die Beamten warnen erneut vor der perfiden Betrugsmasche. Wer einen entsprechenden Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden, Angehörige unter bekannten Nummern kontaktieren und die Polizei über den Notruf 110 informieren. Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Südosthessen - Pressestelle - Spessartring 61 63071 Offenbach am Main Telefon: 069 / 8098 - 1210 (Sammelrufnummer) Thomas Leipold (lei) - 1201 oder 0160 / 980 00745 Felix Geis (fg) - 1211 oder 0162 / 201 3806 Claudia Benneckenstein (cb) - 1212 oder 0152 / 066 23109 Maximilian Edelbluth (me) - 1213 oder 0160 / 96487309 Fax: 0611 / 32766-5014 E-Mail: pressestelle.ppsoh@polizei.hessen.de