Verkehrsunfallbilanz 2025: Unfallzahlen steigen leicht – deutliche Risiken für ungeschützte Verkehrsteilnehmer
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Nr.62AnlageVerkehrsunfallstatistik2025.pdfPDF - 1,1 MB
Innenminister Christian Pegel hat heute die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025 vorgestellt. Insgesamt wurden 55.282 Verkehrsunfälle registriert, ein leichter Anstieg um 0,3 Prozent. Die 5.175 Unfälle mit Personenschaden bedeuten ein Plus von 5,7 Prozent. Die Zahl der Verkehrstoten liegt mit 94 Menschen einen Fall über dem Vorjahr.
Der Minister machte deutlich, dass selbst vermeintlich kleine Veränderungen schwer wiegen: "Der Anstieg der Verkehrstoten bereitet uns weiterhin große Sorgen. Statistisch verlieren wir alle vier Tage einen Menschen bei einem Verkehrs-unfall. Hinter jeder Zahl steht ein Schicksal." Auffällig ist die Entwicklung bei Fußgängerinnen und Fußgängern: 18 Menschen starben 2025 - mehr als doppelt so viele wie 2024 (8 Todesfälle). "Fußgänger gehören zu den schutzlosesten Verkehrsteilnehmern. Der deutliche Anstieg ist ein ernstes Warnsignal. Mehr Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und gezielte Sicherheitsmaßnahmen sind zwingend notwendig", so Innenminister Pegel weiter.
13,8 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer waren ohne Sicherheitsgurt unterwegs. Der Minister sprach von einer Entwicklung, die ihn "fassungslos und entschlossen zugleich" macht: "Ein Sicherheitsgurt ist eine der einfachsten und wirksamsten Schutzmaßnahmen, die wir haben. Wer ohne Gurt fährt, bringt sich selbst in Lebensgefahr. Und wir werden dieses Verhalten noch konsequenter kontrollieren müssen."
Die Unfälle mit verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrern - einschließlich Pedelec-Nutzenden - nahmen um 7 Prozent zu (von 1.541 auf 1.649 Fälle). Auch die Unfälle mit verunglückten motorisierten Zweirädern stiegen um 4,7 Prozent (von 718 auf 752). Dazu kommt die weiter zunehmende Unfallbelastung durch E-Scooter und andere
Elektrokleinstfahrzeuge, vor allem in städtischen Räumen. Hier ist ein Zuwachs +37 Prozent zu verzeichnen.
Der Minister warnte eindringlich: "Wer zu Fuß, auf dem Rad, dem Pedelec oder mit dem E-Scooter unterwegs ist, hat keinen Airbag. Diese Menschen tragen das höchste Risiko - und sie verdienen den höchsten Schutz. Ein Helm kann schwere Kopfverletzungen verhindern. Mehr Rücksicht, mehr Vorsicht und eine klarere Wahrnehmung dieser Gefährdung sind dringend notwendig."
Weiterhin bleibt das Risiko der Baumunfälle hoch: 27 Menschen starben bei Kollisionen mit Bäumen. Trotz eines Rückgangs auf 323 Unfälle mit Personenschaden bleibt dieses Szenario eines der gefährlichsten im Land.
2025 konnten weniger Wildunfälle in unserem Land gezählt werden. Die Zahl der Schwerverletzten sank auf 1.061, während die der Leichtverletzten auf 5.501 Personen anstieg. Wildunfälle bleiben mit 16.943 registrierten Fällen ein erheblicher Faktor des Unfallgeschehens - rund 31 Prozent aller Unfälle sind mit Wildbeteiligung. Zwei Menschen starben dabei.
Die Gesamtzahl der Unfallfluchten bleib nahezu unverän-dert. Zugenommen haben + 7 Prozent jedoch die Unfallfluchten mit Personenschaden.
Innenminister Cristian Pegel: "Wer flieht, lässt unter Umständen verletzte Menschen zurück. Das ist nicht nur strafbar, das ist mehr als verantwortungslos. Dieses Verhalten wird konsequent verfolgt."
Die Ursachenanalyse aller Unfälle zeigt bekannte Schwerpunkte: fehlender Sicherheitsabstand, nicht angepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtfehler und riskante Überholmanöver. Besonders der zu geringe Sicherheitsabstand bleibt mit 743 Unfällen mit Personenschaden eine der dominierenden Ursachen. Vorfahrtverstöße (738 Fälle, -0.9 Prozent) verzeichneten einen leichten Rückgang, während die Unfälle mit Personenschaden aufgrund überhöhter Geschwindigkeit (710 Fälle, +9,2 Prozent) zunahmen.
Der Minister sagte dazu: "Abstand und Geschwindigkeit entscheiden darüber, ob ein Unfall passiert und ob Menschen dabei überleben. Verantwortung hinter dem Lenkrad ist keine Option, sondern Pflicht."
Auffällig bleiben steigende Unfallzahlen bei Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen:
Unfälle durch unter 18-Jährige nahmen um 14,4 Prozent zu, bei den über 75-Jährigen um 7,9 Prozent. Auch junge Erwachsene verzeichneten leichte Anstiege. Die Gruppe der 35- bis 45-Jährigen umfasst insgesamt 830 der Gesamtunfallverursacher. Das ist ein Anstieg um 103 Fälle bzw. 14,2 Prozent. Bei den 18- bis unter 25-Jährigen ist ein Anstieg um 29 Fälle auf 629 zu verzeichnen.
Bei den Verunglückten nehmen die 15 bis unter 25 Jahre alten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer leider ebenfalls einen großen Anteil gemessen an deren Anteil an der Gesamtbevölkerung ein. Beide Gruppen umfassen insgesamt 18,6 Prozent der Verunglückten."
Zum Abschluss formulierte Innenminister Christian Pegel einen eindringlichen Appell: "Sichere Straßen entstehen nur, wenn wir gemeinsam dafür einstehen. Wir werden weiter investieren. In Prävention, in Kontrollen und in eine sichere Infrastruktur. Aber Sicherheit entsteht vor allem im Kopf, nämlich in dem Moment, in dem jemand entscheidet, langsamer zu fahren, Abstand zu halten oder den Helm aufzusetzen. Jeder Unfall, den wir verhindern, und jeder Mensch, den wir schützen können, zählt."
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