Kreis Recklinghausen/Bottrop: Geschwindigkeit bleibt größte Gefahrenquelle – Respekt und Achtsamkeit retten Menschenleben

Im Jahr 2025 registrierte die Polizei Recklinghausen 23.998 Verkehrsunfälle, dies sind 923 mehr als im Jahr 2024. Auch die Zahl der Verunglückten ist gestiegen: 17 Menschen verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die seit dem 11. März auf der Website der Polizei Recklinghausen verfügbar ist. Der Vorjahrestrend steigender Zahlen bei den verletzten Pedelec-Fahrenden konnte jedoch umgekehrt werden. "So viele Verkehrstote wie seit 2018 nicht mehr - das ist ein Alarmsignal. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der nicht mehr nach Hause kommt und von Angehörigen vermisst wird, stehen Rettungskräfte und Polizeiangehörige, die schreckliche Bilder verarbeiten müssen. Wer rast, beim Fahren aufs Handy schaut oder rücksichtslos fährt, riskiert Leben", so Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen. Beinahe ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle im Vest und Bottrop geht auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurück. "Raserei ist kein Freizeitvergnügen, sondern gefährdet unbeteiligte Verkehrsteilnehmende und die Fahrenden selbst. Raserei zeugt von absoluter Respektlosigkeit", ergänzt Friederike Zurhausen und sagt zu, dass die Polizei weiterhin entschlossen gegen Raser vorgehen wird. Trauriger "Spitzenreiter" des vergangenen Jahres war ein 29-Jähriger aus Dorsten, der in Haltern am See mit gemessenen 132 km/h in einer 50-Zone angehalten wurde. "Statt eines Pokals erwarten den Fahrer hier ein Bußgeld von 700 Euro, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg", erklärt Polizeidirektor Thomas Franta, Leiter der Direktion Verkehr. Trotz der gestiegenen Zahlen sagt die Polizeipräsidentin: "Die Menschen sind grundsätzlich auf den Straßen im Kreis Recklinghausen und in Bottrop sicher unterwegs." Maßgeblich für diese Aussage ist die Verunglückten-Häufigkeitszahl (VHZ); sie eine polizeiliche Kennzahl, die das Risiko pro 100.000 Einwohner, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden, darstellt. Ein Grund dafür: Der Rückgang bei verletzten Pedelec-Fahrenden. Hier zeigen Präventionsmaßnahmen, Aufklärungskampagnen und zunehmende Sensibilisierung der Polizei offenbar Wirkung. In Kooperation mit den Volkshochschulen hatte die Verkehrsunfallprävention der Polizei Recklinghausen die vulnerable Gruppe der Seniorinnen und Senioren im vergangenen Jahr angesprochen. Bei elf Veranstaltungen schulten Beamtinnen und Beamte ältere Menschen im Umgang mit den motorisierten Zweirädern. E-Scooter werden als Fahrzeuge zunehmend beliebter. "Mit der Anzahl der E-Scooter steigt natürlich auch die Anzahl der Unfälle mit ihnen", so der Leiter der Direktion Verkehr. So erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 184 Unfälle mit Beteiligung von E-Scootern. "Die Verletzungsgefahr mit den Kleinfahrzeugen ist verhältnismäßig hoch, wir raten dringend zu entsprechender Schutzkleidung und zur Einhaltung der Regeln, insbesondere sollte man keinesfalls mit mehreren Personen fahren", mahnt Franta. "Wir nehmen in diesem Jahr verstärkt E-Scooter in den Fokus und planen mehrere Schwerpunkteinsätze", ergänzt Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen. Um 67 gestiegen ist die Zahl verletzter Kinder: Allein bei drei Busunfällen im vergangenen Jahr verletzten sich 32 Kinder als Mitfahrende dieser Linienbusse. "Der Anstieg bedeutet also nicht pauschal, dass unsere Straßen für Kinder gefährlicher geworden sind", erläutert Franta. "Auch Schulwegunfälle sind auf einem niedrigen Niveau." Dies liegt auch an ausgeweiteten Kontrollen: im vergangenen Jahr ahndete die Polizei Recklinghausen 95.472 Verstöße, dies sind 16.127 mehr als im Jahr 2024. Bei mehreren Schwerpunktkontrollen überwachte die Polizei zudem unter anderem den Güterverkehr. "Mit unseren verschiedenen Schwerpunkt-Einsätzen haben wir verschiedene Gruppen von Verkehrsteilnehmenden im Blick, beispielsweise LKW, Motorräder oder andere Zweiräder. Die Straßen sollen für alle Verkehrsteilnehmenden sicher sein", erklärt Franta. Verkehrssicherheit sei jedoch nicht nur ein polizeilicher Auftrag, bekräftigt Friederike Zurhausen: "Jeder muss seinen Teil zu sicheren Straßen beitragen: Polizei, Kommunen und auch Verkehrsteilnehmende. Wir sorgen weiterhin mit einem guten Mix aus Prävention und Kontrollen für Sicherheit im Straßenverkehr." Anmerkung: Der vorliegende Pressetext gibt nur einen kleinen Überblick aus dem ausführlichen und umfangreichen Verkehrsunfallbericht 2025. In dem Bericht selbst befinden sich weitere Statistiken und Entwicklungen - auch heruntergebrochen auf die einzelnen Städte im Zuständigkeitsbereich der Polizei Recklinghausen. Den gesamten Verkehrsunfallbericht finden Sie im Anhang und auf unserer Internetseite: https://recklinghausen.polizei.nrw/artikel/jahresberichte-kriminalitaets-und-verkehrsunfallstatistik Für Rückfragen von Medienvertretern steht der Leiter der Direktion Verkehr, Thomas Franta, heute (11.03.) ab 13:00 Uhr telefonisch zur Verfügung. Die Medienanfragen werden von der Pressestelle aus koordiniert - Für einen reibungslosen Ablauf bitten wir Medienvertretende, Fragen und eine telefonische Erreichbarkeit an folgendes E-Mail-Postfach zu senden: pressestelle.recklinghausen@polizei.nrw.de Rückfragen für Medienschaffende bitte an: Polizeipräsidium Recklinghausen Hendrik Matena Telefon: 02361 55 1044 E-Mail: pressestelle.recklinghausen@polizei.nrw.de Verfolgen Sie unsere Meldungen auch auf: