Verkehrsunfallstatistik 2025: Unfallzahlen im Bereich des PK Jever rückläufig – Polizei mahnt dennoch zu mehr Rücksicht

Das Polizeikommissariat (PK) Jever zieht für das Jahr 2025 eine vorsichtig positive Bilanz der Verkehrssicherheitslage. Während die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge im Landkreis Friesland weiter ansteigt, ist im Zuständigkeitsbereich des PK Jever ein Rückgang der Gesamtunfallzahlen zu verzeichnen. Dennoch mahnt die Polizei zur Wachsamkeit: Hinter jeder Zahl der Statistik stehen menschliche Schicksale. Positive Tendenz trotz steigender Fahrzeugdichte Entgegen dem landkreisweiten Trend - hier stieg die Zahl der Unfälle um 66 auf insgesamt 2182 - verzeichnet das PK Jever einen Rückgang um 54 Unfälle auf insgesamt 1.068 (Vorjahr: 1.122). Markus Wallenhorst, Leiter des Polizeikommissariats, und Jörg Mondorf, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, zeigen sich mit der geleisteten Präventions- und Überwachungsarbeit zufrieden, betonen jedoch: "Unsere Zufriedenheit endet dort, wo Menschen zu Schaden kommen. Wir appellieren an alle Verkehrsteilnehmer: Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme sind durch nichts zu ersetzen." Die Unfallzahlen im regionalen Vergleich: Bereich | 2024 | 2025 | Tendenz LK Friesland | 2116 | 2182 | +66 PK Jever Gesamt | 1022 | 1068 | -54 Stadt Jever | 345 | 295 | -50 Stadt Schortens | 376 | 386 | +10 Gem. Sande | 171 | 192 | +21 Gem. Wangerland | 223 | 192 | -31 Insel Wangerooge | 7 | 3 | -4 Schwere der Unfallfolgen und Opferschutz Trotz rückläufiger Gesamtzahlen ist die Bilanz der Personenschäden weiterhin ein Mahnmal. Im Jahr 2025 verstarb eine Fußgängerin im Wangerland nach einer Kollision mit einem Fahrzeug. "Jeder Unfalltote ist einer zu viel", so Jörg Mondorf. Insgesamt sank die Zahl der Verletzten von 265 auf 235 Personen. Besonders positiv: Die Zahl der Schwerverletzten ging deutlich von 47 auf 33 zurück. Fokus auf vulnerable Gruppen: Kinder und Senioren - Kinder im Straßenverkehr: Die Zahl der verletzten Kinder sank auf 21 (19 leicht, 2 schwer verletzt). Bei sechs Schulwegunfällen wurden sieben Kinder verletzt. Die Polizei betont hierbei die Relevanz von Sicherheitsgurten, Kindersitzen und dem Fahrradhelm. - Senioren (65+): Hier zeigt sich ein gegenteiliger Trend. Die Unfallbeteiligung stieg auf 317 Fälle (Vorjahr: 286). Besonders auffällig: In fast 72 % dieser Fälle waren die Senioren selbst Unfallverursacher. Zweiradverkehr: Pedelecs bleiben Risikofaktor Obwohl die Gesamtzahl der Radfahrunfälle leicht sank, bleibt das Verletzungsrisiko hoch. Besonders bei Pedelecs zeigt sich eine paradoxe Entwicklung: Während die Unfallzahlen sanken (44 statt 47), stieg die Zahl der Verletzten von 35 auf 42 an. "Die Geschwindigkeiten von Pedelecs werden oft sowohl von den Fahrenden selbst als auch von anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt", warnt Markus Wallenhorst. Im Bereich der motorisierten Zweiräder ist hingegen ein deutlicher Rückgang der Unfälle um über 24 % zu verzeichnen. Auch E-Scooter spielten mit 12 Unfällen (9 Leichtverletzte) eine Rolle im statistischen Geschehen. Alkohol, Drogen und Unfallfluchten Ein positiver Trend zeigt sich bei der Sicherheit am Steuer: - Alkohol: Die Fahrten unter Alkoholeinfluss sanken signifikant von 48 auf 32 Fälle. - Drogen: Mit 38 festgestellten Delikten (Vorjahr: 39) blieb das Niveau nahezu konstant. In sieben Fällen führte Drogenkonsum zu einem Unfall. - Unfallfluchten: Mit 321 Fällen bleibt die Zahl der Fahrerfluchten auf hohem Niveau stabil. Die Polizei konnte knapp die Hälfte (47 %) dieser Taten aufklären und bittet die Bevölkerung weiterhin um sachdienliche Hinweise. Fazit und Ausblick "Verkehrssicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe", fassen Wallenhorst und Mondorf zusammen. Die Polizei wird auch 2026 auf einen Mix aus verstärkter Überwachung (Geschwindigkeit, Ablenkung durch Smartphones, Alkohol und Drogen) und gezielter Prävention setzen, um die Sicherheit auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Jever weiter zu erhöhen. Rückfragen bitte an: Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland Mozartstraße 29 26382 Wilhelmshaven Telefon: 04421 942-104 Außerhalb der Geschäftszeit der Pressestelle - 04421 942-216 E-Mail: pressestelle@pi-whv.polizei.niedersachsen.de