Nach Schlägerei unter Fußballfans – Polizei vollzieht Durchsuchungsbeschlüsse in Bayern und Nordrhein-Westfalen
Wie mit Meldung 486 aus dem Jahr 2025 berichtet, kam es im Zusammenhang mit der Zweitligabegegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Köln am 09.05.2025 im Stadtteil Rennweg zu einer Schlägerei unter Fußballfans. Die Polizei hat im Rahmen ihrer Ermittlungen am heutigen Dienstag (05.05.2026) mehrere Durchsuchungsbeschlüsse in Bayern und Nordrhein-Westfalen vollzogen.
Mehrere Zeugen hatten am Tattag gegen 20:00 Uhr eine größere körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei vermummten Personengruppen im Bereich des Rennwegs gemeldet. Im Umfeld konnten Streifenbesatzungen der Nürnberger Polizei und Einsatzkräfte des mittelfränkischen Unterstützungskommandos (USK) im Anschluss mehrere Dutzend Tatverdächtige festnehmen. Die ersten Erkenntnisse bestätigten den Verdacht, dass es sich bei den beiden Gruppen um Personen mit Bezug zu den Ultraszenen des 1. FC Nürnberg sowie des 1. FC Köln handelte.
Im Rahmen der eng abgestimmten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und der Kriminalpolizei Nürnberg gelang es auf Grundlage der vorliegenden Beweismittel weitere Tatverdächtige zu identifizieren. Der Tatvorwurf wegen Delikten wie gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch richtet sich derzeit gegen insgesamt 68 Tatverdächtige. In diesem Zusammenhang erließ das Amtsgericht Nürnberg zwischenzeitlich elf Durchsuchungsbeschlüsse gegen nachträglich identifizierte Personen. Diese Beschlüsse vollzogen Einsatzkräfte der Bayerischen Polizei und der Polizei Nordrhein-Westfalen in den Morgenstunden des heutigen Dienstags (05.05.2026).
Drei Durchsuchungen fanden im Stadtgebiet Nürnberg sowie eine Durchsuchung im unterfränkischen Ebelsbach (Lkrs. Haßberge) statt. Eine weitere Person trafen die Beamten an ihrer Arbeitsstelle in Windsbach (Lkrs. Ansbach) an. In Nordrhein-Westfalen waren von den Maßnahmen sechs Wohnungen in Köln betroffen. In mehreren Fällen verschafften sich die Einsatzkräfte der Polizei mit unmittelbarem Zwang Zugang zu den betroffenen Wohnungen. Hierbei entstand entsprechender Sachschaden. Personen oder Einsatzkräfte wurden während der Durchsuchungsmaßnahmen nicht verletzt. Die Einsatzkräfte stellten in mehreren Wohnungen mutmaßliche Tatkleidung von Verdächtigen sowie bei mehreren Betroffenen Mobiltelefone sicher.
Neben Beweismitteln im zugrundeliegenden Verfahren fanden Einsatzkräfte in einer Nürnberger Wohnung Kokain. Da der 23-jährige Bewohner zudem in Verdacht steht, an weiteren fußballbezogenen Gewalttaten beteiligt gewesen zu sein, stellte die Staatsanwaltschaft Haftantrag gegen den Beschuldigten. Er wurde festgenommen und wird einem Ermittlungsrichter vorgeführt. In der Wohnung im unterfränkischen Ebelsbach stellten die Beamten außerdem das Dopingmittel Testosteron sicher. Gegen den 25-jährigen Besitzer wird ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz eingeleitet.
Die sichergestellten Beweismittel sollen zum Nachweis der Tatbeteiligung sowie zur Identifizierung von weiterhin unbekannten Tatverdächtigen herangezogen werden. Entsprechend werden die Ermittlungen in diesem Verfahren fortgesetzt.
Erstellt durch: Michael Konrad
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