Perfider Telefonbetrug: Täter nutzen Trauerfall für Schockanruf aus

Am gestrigen Dienstag (05. Mai 2026) wurde die Polizei nach Schaprode gerufen. Hintergrund war ein versuchter Betrug im Rahmen eines sogenannten Schockanrufs. Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt eine 90-jährige deutsche Frau einen Anruf von einer männlichen Person, die sich als Polizeibeamter ausgab. Der Anrufer behauptete, der Sohn der Seniorin habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Dabei sei er angeblich über einen Fußgängerüberweg gefahren und habe eine Fußgängerin tödlich verletzt. Dem Sohn drohe nun eine mehrjährige Haftstrafe. Im weiteren Verlauf setzte der Täter die Frau gezielt unter emotionalen Druck. Er gab an, dass der Sohn aufgrund der Situation auch die bevorstehende Beerdigung seines kürzlich verstorbenen Vaters verpassen würde. Besonders perfide: Dem Anrufer waren sowohl der Name des Sohnes als auch der kürzlich erfolgte Todesfall bekannt. Diese Informationen könnten aus einer kürzlich veröffentlichten Todesanzeige stammen. Anschließend forderte der Täter eine angebliche Kaution in Höhe einer hohen sechsstelligen Summe, um eine Inhaftierung des Sohnes zu verhindern. Zudem erkundigte er sich nach vorhandenen Bargeldbeständen im Haushalt der Frau. Der Anrufer kündigte an, sich zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu melden. Im weiteren Verlauf kam es zu einem Telefonat mit dem Sohn der Seniorin. Dabei stellte sich schnell heraus, dass es sich um einen Betrugsversuch handelte. In der Folge wurde die Polizei verständigt. Zu einem Vermögensschaden kam es nicht. Der geschilderte Fall zeigt erneut, wie gezielt und skrupellos Betrüger vorgehen. Sie nutzen öffentlich zugängliche Informationen, beispielsweise aus Todesanzeigen, sozialen Netzwerken oder Telefonverzeichnissen, um ihre Geschichten glaubwürdig erscheinen zu lassen und emotionalen Druck aufzubauen. Darum rät die Polizei: - Seien Sie bei Anrufen, in denen von Unfällen, Festnahmen oder angeblichen Notlagen von Angehörigen berichtet wird, stets misstrauisch. - Geben Sie am Telefon keine persönlichen oder finanziellen Informationen preis. - Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen - echte Polizeibeamte fordern niemals Geld am Telefon. - Beenden Sie im Zweifel das Gespräch und kontaktieren Sie Ihre Angehörigen unter bekannten Rufnummern. - Wenden Sie sich im Verdachtsfall umgehend an die Polizei. - Sprechen Sie insbesondere mit älteren Familienmitgliedern über diese Betrugsmaschen und sensibilisieren Sie sie für solche Situationen.Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, aufmerksam zu bleiben und verdächtige Vorfälle konsequent anzuzeigen. Rückfragen bitte an: Für Medienvertreter: Juliane Boutalha Polizeipräsidium Neubrandenburg Pressestelle Telefon: 03831/245-204 E-Mail: pressestelle-pi.stralsund@polizei.mv-regierung.de Rückfragen außerhalb der Bürozeiten und am Wochenende: Polizeipräsidium Neubrandenburg Einsatzleitstelle/Polizeiführer vom Dienst Telefon: 0395 5582 2223 E-Mail: elst-pp.neubrandenburg@polmv.de