+++ Erneuter Ermittlungserfolg: Haftbefehle in einem Betrugsverfahren vollstreckt +++
Nachdem bereits in einem ähnlich gelagerten
Ermittlungsverfahren am 24.02.2026 fünf Haftbefehle vollstreckt wurden (Siehe
Pressemitteilung 0140), führten weitere gemeinsame, umfangreiche und verdeckte
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bremen und der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe
des Landeskriminalamtes Bremen und der Zentralen Kriminalinspektion Oldenburg in
den heutigen Morgenstunden gegen mehrere Betrüger erneut zum Erfolg:
Spezialkräfte und Polizistinnen und Polizisten aus Bremen und Niedersachsen
durchsuchten sechs Wohnungen in Bremen. Hierbei vollstreckten sie zwei weitere
Haftbefehle.
Über mehrere Monate erstreckten sich die Ermittlungen, dabei ging es vor allem
um Straftaten, bei denen sich die Täter am Telefon als Polizeibeamte und
Staatsanwälte ausgegeben haben. Durch die in ausländischen Call-Centern tätigen
Anrufer wurde im Rahmen dieser Telefongespräche über einen längeren Zeitraum
eine Legende vorgespielt, z.B., dass ein Einbruch kurz bevorstehe, somit die in
der Wohnung gelagerten Wertgegenstände in Gefahr seien oder dass das Geld der
Geschädigten aufgrund krimineller Aktivitäten bei ihrer Bank dort nicht mehr
sicher sei. Auf Grundlage dieser gezielt durchgeführten Täuschungen wurden die
Geschädigten dahingehend beeinflusst, ihre Wertgegenstände an weitere Mittäter
auszuhändigen. Zielrichtung der Beschuldigten bei diesen Taten war es Bargeld,
Schmuck, Gold, Münzen etc. übergeben zu bekommen, um diese anschließend für sich
und weitere Mittäter zu verwenden. Die Übergabe der Wertgegenstände fand
ausschließlich an den jeweiligen Wohnanschriften der Geschädigten statt.
Den festgenommenen Beschuldigten im Alter von 42 und 16 Jahren wird insbesondere
vorgeworfen, die Abholung der Tatbeute in Deutschland zu organisieren und zu
koordinieren. Hierbei wurden überwiegend minderjährige Personen zur Abholung der
Tatbeute eingesetzt. Die Festgenommenen werden noch heute einem Haftrichter
vorgeführt. An den Maßnahmen waren unter anderem Geldspürhunde und
Finanzermittlerinnen und -ermittler beteiligt. Des Weiteren wurde ein
Vermögensarrest von über 340.000 Euro erwirkt. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen
fanden die Ermittlerinnen und Ermittler unter anderem Bargeld, Schmuck,
Mobiltelefone und weitere Beweismittel und stellten diese sicher. Bei drei
weiteren Verdächtigen im Alter von 16, 17 und 23 Jahren dauern die Ermittlungen
an.
Bei den Tatbegehungen kam es überwiegend zu hohen Schadenssummen. Durch die
Ermittlungen wurden bis dato acht Taten in Norddeutschland aufgeklärt. Die
Ermittlerinnen und Ermittler konnten weiterhin bei mehreren Taten erhebliche
Schadenseintritte durch ihre Arbeit verhindern.
In diesem Zuge warnt die Polizei noch einmal eindrücklich davor, sich am Telefon
nicht unter Druck setzen zu lassen. Die Polizei wird Sie niemals nach Ihren
Geld- oder Wertsachen fragen und um deren Herausgabe bitten. Lassen Sie sich am
Telefon auf keinen Fall zu kurzfristigen Entscheidungen verleiten, egal wie
plausibel eine Situation zunächst dargestellt wird. Ziehen Sie eine
Vertrauensperson hinzu oder rufen Sie Angehörige unter der Ihnen bekannten
Nummer an. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen.
Sollten Sie sich unsicher fühlen, legen Sie einfach auf! Wenn Sie glauben, Opfer
eines Betrugsversuchs zu sein, rufen Sie die Polizei unter der Nummer 110 an.
Wichtig: Beenden Sie das vorherige Gespräch, wählen Sie selbst und benutzen Sie
auf keinen Fall die Rückruftaste.
Rückfragen bitte an:
Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg
Berg
Telefon: 0441 790 7065
E-Mail: pressestelle@zki-ol.polizei.niedersachsen.de