Schockanrufe

Am gestrigen Mittwoch wurden der Polizei in Eschwege mehrere Schockanrufe im Raum Bad Sooden-Allendorf und den Gemeinden Meißner und Berkatal gemeldet. Unter den bekannten Legenden wurden durch die Anrufer, die sich als Tochter oder Sohn ausgaben und von einem tödlichen Unfall berichteten, versucht Informationen über vorhandenen Wertsachen (Bargeld, Schmuck) zu erhalten. In anderen Anrufen gaben sich die Anrufer als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter aus. "Leider verlief einer der Anrufe - aus Tätersicht - erfolgreich. Eine weitere Geldübergabe konnte durch aufmerksame Bankmitarbeiter im letzten Moment verhindert werden", so die Bilanz der Polizei. Verschwiegen werden soll aber nicht, dass auch viele der Angerufenen den Betrug erkannten und das Telefonat beendeten. Bankmitarbeiter aufmerksam In einem Fall wurde eine 83-Jährige durch aufmerksame Mitarbeiter einer Bank angesprochen, nachdem sie beabsichtigte einen Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich abzuheben. As Begründung gab sie an, dass ihre Tochter einen tödlichen Unfall verursacht habe. Durch die Bankmitarbeiter wurde daraufhin die örtliche Polizei kontaktiert. Ein Vermögensschaden konnte dadurch erfolgreich verhindert werden. Bargeld übergeben Einen ähnlich gelagerten betrügerischen Anruf erhielt ein 76-Jähriger in der gestrigen Mittagszeit. Den Anrufern gelang es durch geschickte Gesprächsführung und psychischen Druck einen Betrag im unteren fünfstelligen Bereich auf diese Weise zu erhalten. Tatverdächtig ist in diesem Zusammenhang eine männliche Person von osteuropäischen Phänotyp mit entsprechenden Akzent. Dieser ist ca. 180 cm groß, hat kurze schwarze Haare und war komplett schwarz bekleidet mit T-Shirt und Jogginghose. Die Jogginghose hatte zudem weiße Streifen. Richtig gehandelt In einem weiteren Fall wurde ein betrügerischer Anruf angezeigt, indem 60.000 EUR gefordert wurden. Auch hier soll die Tochter einen tödlichen Unfall verursacht haben. Im Laufe der Gespräche kamen der Angerufenen Zweifel, worauf sie selbst ihre Tochter anrief und sich somit auf diesem Wege aufklärte, dass es sich um einen betrügerischen Schockanruf handelte. Anschließend wurde die Polizei informiert. Tipps Insbesondere der letzte geschilderten Fall zeigt wie wichtig es ist bei derartigen Anrufen ein "gesundes Misstrauen" zu behalten und beim kleinsten Zweifel sich Rat zu holen. Am einfachsten ist es die Tochter oder den Sohn selbst zurückzurufen, was leider die meisten der Angerufenen nicht machen. Auch sollte keine Scheu bestehen bei der örtlichen Polizei anzurufen, wo derartige Sachverhalte bekannt sind und die Polizeibeamtinnen und -beamten in diesen Situationen entsprechend helfen können. Weitere Tipps - Die Polizei/ Staatsanwaltschaft ruft nach Unfällen NICHT bei Angehörigen von Unfallbeteiligten an und fordert hohe Summen Kaution am Telefon. Dabei handelt es sich um eine Betrugsmasche. - Kontaktieren SIE SELBST den betroffenen Angehörigen VOR einer Geldübergabe, um die Echtheit des Anrufes zu überprüfen. Dabei stellt sich schnell heraus, dass Betrüger am Werk sind. - Übergeben Sie kein Geld oder Wertsachen an Unbekannte. - Wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen, dann erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann. Hilfreich sind auch vereinbarte Passwörter - Warnen Sie Ihre Angehörigen und Bekannten vor dieser Masche. - Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie sofort auf, wenn Sie ein solcher Anruf erreicht. - Verständigen Sie anschließend die Polizei über den Notruf 110. - Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.Pressestelle PD Werra-Meißner; KHK Künstler Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Nordhessen Polizeidirektion Werra-Meißner Niederhoner Str. 44 37268 Eschwege Pressestelle Telefon: 05651/925-123 E-Mail: poea.ppnh@polizei.hessen.de