Das Polizeipräsidium Bochum veröffentlicht die Statistik zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK) 2025

Ein Dokument PMK2025.pdfPDF - 70 kB Das Polizeipräsidium Bochum veröffentlicht die Statistik zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK). Das Datenmaterial finden Sie in den Anlagen. Das Wichtigste in Kürze: - Die Anzahl der Gewaltdelikte bei Politisch motivierten Straftaten ist in Bochum, Herne und Witten von 2024 auf 2025 um 33,3 Prozent auf 16 Fälle gesunken. Bei der Mehrzahl der übrigen Delikte handelt es sich um sogenannte Propagandadelikte (etwa das Verbreiten von Inhalten verbotener Organisationen) sowie Sachbeschädigungen. - Die Gesamtzahl der Delikte ist um 47,5 Prozent gestiegen; Hintergrund des Anstiegs sind vor allem die Bundestags- und Kommunalwahl. - Die Aufklärungsquote lag bei 36,9 Prozent. - Die meisten Taten wurden - wie auch in den vergangenen Jahren - im Bereich rechtsextremistisch motivierter Straftaten begangen (2025: 51,04 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Zahlen hier um 27,9 Prozent. Es hat sich weiterhin keine strukturierte rechtsextreme Szene etablieren können. - Der größte Anstieg der Fallzahlen ist im Bereich linksextremistisch motivierter Straftaten zu verzeichnen (plus 204,9 Prozent) und folgt damit dem landesweit zu beobachtenden Anstieg in diesem Phänomenbereich. - Die Polizei sorgt mit repressiven und präventiven Maßnahmen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Bochum, Herne und Witten.Allgemeines Die Gesamtzahl der Politisch motivierten Straftaten in Bochum, Herne und Witten ist 2025 um 47,5 Prozent auf 674 Straftaten gestiegen (2024: 457). Die Anzahl der Gewaltdelikte ist zugleich um 33,3 Prozent auf 16 Fälle gesunken (2024: 24). Hierbei handelt es sich ausschließlich um Körperverletzungsdelikte. Die Aufklärungsquote bei den politisch motivierten Gewaltdelikten liegt bei 56,3 Prozent (2024: 62,5 Prozent). Wie auch in den Vorjahren ist mit nun 344 Straftaten ein Großteil dem rechten Spektrum (PMK Rechts) zuzuordnen (2024: 269 Taten). Der größte Anstieg ist im Bereich linksextremistisch motivierter Straftaten zu verzeichnen (+204,9 Prozent) und folgt damit dem landesweit zu beobachtendem Anstieg in diesem Phänomenbereich. Der Anstieg steht vor allem im Zusammenhang mit der Bundestagswahl sowie der Kommunalwahl. Ein weiterer Anstieg war zudem im Bereich der sonstigen Zuordnung von 82 Fällen im Jahr 2024 auf 168 Fälle im Jahr 2025 zu verzeichnen. Hierunter werden Delikte erfasst, wenn eine politische Motivation nicht eindeutig einem Phänomenbereich zuzuordnen war. Dazu zählen zum Beispiel auch Straftaten mit Bezügen zur Energiepolitik oder zum Tierschutz. PMK Rechts Die rechtsextremistisch motivierten Straftaten sind im PP Bochum um 27,9 Prozent gestiegen (2024: 269; 2025: 344 Straftaten). Der Anstieg ist nahezu ausschließlich im Bereich der Sachbeschädigungen sowie der Propagandadelikte zu verzeichnen. Die Anzahl der Gewaltdelikte in diesem Phänomenbereich gesunken (2024: 12; 2025: 9 Straftaten) und erreicht somit den niedrigsten Wert seit 2021. Die Polizei hat 43,9 Prozent der rechtsextremistisch motivierten Straftaten aufgeklärt. Hierbei konnten bei sechs der neun registrierten Gewalttaten die Täter ermittelt werden. Die gestiegenen Fallzahlen sind unter anderem auf ein gesteigertes Anzeigeverhalten von Geschädigten in den sozialen Medien sowie die polizeiliche Auswertung von Chatverläufen in sichergestellten Mobilfunkgeräten zurückzuführen; außerdem mit den Straftaten im Zusammenhang mit den Wahlgeschehen. Von den 344 Delikten sind 69,5 Prozent Propagandadelikte. Weiterhin gilt unverändert, dass es weder Kleingruppen noch Einzelpersonen gelungen ist, in Bochum, Herne und Witten eine organisierte oder in Ansätzen strukturierte rechtsextreme Szene zu etablieren und manifestieren. PMK Links Die Anzahl der politisch links motivierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen (2024: 41; 2025: 125) und folgt damit dem landesweit zu beobachtenden Anstieg in diesem Phänomenbereich. Die Anzahl der Gewalttaten ist jedoch von fünf Körperverletzungsdelikten auf drei Delikte gesunken. Insgesamt sind 37 Straftaten im Bereich der PMK Links aufgeklärt worden. Der Anstieg steht vor allem im Zusammenhang mit der Bundestagswahl sowie der Kommunalwahl. Hierbei sind überwiegend Sachbeschädigungen (u.a. von Wahlplakaten) sowie versammlungstypische Straftaten zu verzeichnen. Von 125 Delikten handelt es sich allein bei 61 um Sachbeschädigungen. PMK Sonstige und Reichsbürger Im Bereich der sonstigen Zuordnung war ein Anstieg von insgesamt 95,3 Prozent auf insgesamt 168 Fälle (2024: 86 Fälle) zu verzeichnen. Hierunter werden Delikte erfasst, bei denen aufgrund der Begehungsweise allein eine politische Motivation nicht eindeutig einem Phänomenbereich zuzuordnen ist. Dazu zählen zum Beispiel Straftaten mit Bezügen zur Energiepolitik oder zum Tierschutz. Eine Vielzahl der Delikte wurde hierbei im Zusammenhang mit der Bundestagswahl sowie der Kommunalwahl erfasst (vor allem Beschädigung von Wahlplakaten). Weiterhin gibt es im Bereich des PP Bochum derzeit keine Hinweise auf eine strukturierte und organisierte Szene aus dem Bereich der sogenannten "Reichsbürger und Selbstverwalter". PMK-Ausländische Ideologie Die Fallzahlen der Delikte der Politisch motivierten Kriminalität, die aufgrund einer ausländischen Ideologie begangen wurden, sind um 47,9 Prozent zurückgegangen (2024: 48 Fälle; 2025: 25 Fälle). Hierzu werden vorwiegend Straftaten gezählt, bei denen Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine aus dem Ausland stammende nichtreligiöse Ideologie entscheidend für die Tatbegehung war. PMK-Religiöse Ideologie (z. B . Islamismus / Salafismus) Die Fallzahlen im Bereich Religiöse Ideologie (PMK-RI) blieben nahezu konstant (2024: 13 Fälle; 2025: 12 Fälle). Aus den festgestellten Delikten lässt sich kein örtlicher Schwerpunkt im Phänomenbereich der PMK-RI herleiten. Zusammenfassung Die Polizei Bochum richtet ihr Augenmerk weiterhin konsequent auf sämtliche Erscheinungsformen politisch motivierter Kriminalität. In enger Abstimmung mit den Städten sowie weiteren Ordnungs- und Netzwerkpartnern setzen die Einsatzkräfte dabei auf ein breit gefächertes Maßnahmenpaket aus Prävention und konsequenter Strafverfolgung. Ziel ist es, Straftaten sowie einer möglichen Etablierung krimineller Szenen frühzeitig entgegenzuwirken und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Bochum, Herne und Witten nachhaltig zu gewährleisten. Rückfragen bitte an: Polizei Bochum Pressestelle Jens Artschwager Telefon: 0234 909 1023 E-Mail: pressestelle.bochum@polizei.nrw.de