Brand in Gebäude mit Servicewohnen für ältere Menschen – Feuerwehr Essen über mehrere Stunden im Großeinsatz
Am Samstagnachmittag, dem 23. Mai 2026, wurde die Feuerwehr Essen zu einem gemeldeten Zimmerbrand in einem Gebäude mit Servicewohnen für ältere Menschen an der Germaniastraße in Essen-Bochold alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war für die Einsatzkräfte eine deutliche Rauchentwicklung erkennbar. Beim Eintreffen der ersten Einheiten bestätigte sich eine deutlich umfangreichere Lage: Die betroffene Wohnung stand bereits in Vollbrand. Massive Flammen schlugen aus den Fenstern und griffen auf den Dachbereich des Gebäudes über.
Da sich in dem Objekt zahlreiche ältere Menschen aufhielten und eine weitere Brandausbreitung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden umgehend zusätzliche Einsatzkräfte nachalarmiert. Die zuerst eintreffenden Kräfte leiteten sofort die Menschenrettung, die Kontrolle der angrenzenden Wohneinheiten und die Brandbekämpfung ein. Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner wurden aus dem Gebäude geführt und rettungsdienstlich gesichtet. Parallel dazu gingen Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung in das Gebäude vor.
Im weiteren Verlauf breitete sich das Feuer über die Dachkonstruktion auf angrenzende Wohneinheiten aus. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die nur schwer zugänglichen Glutnester im Dachbereich freizulegen. Hierzu öffneten die Einsatzkräfte Teile der Dachhaut unter anderem mit Motorsägen und speziellen Rettungssägen. Anschließend mussten die betroffenen Bereiche Stück für Stück kontrolliert und abgelöscht werden.
Zur Brandbekämpfung kamen verschiedene Löschmaßnahmen im Innen- und Außenangriff zum Einsatz. Neben klassischen Strahlrohren wurde auch ein spezielles Löschsystem eingesetzt, um verdeckte Brandstellen im Dachbereich gezielt erreichen zu können. Zusätzlich wurden Riegelstellungen eingerichtet, um eine weitere Brandausbreitung auf angrenzende Gebäudeteile zu verhindern.
Zur kontinuierlichen Lagebeurteilung wurde zusätzlich eine Drohne eingesetzt. Über die Luftbilder konnten die Einsatzleitung und die eingesetzten Abschnittsleitungen die betroffenen Dachbereiche fortlaufend kontrollieren, Brandstellen lokalisieren und die Maßnahmen zur Freilegung und Ablöschung der Glutnester gezielt koordinieren.
Der Einsatz war aufgrund der hohen Außentemperaturen und der intensiven Arbeiten unter Atemschutz besonders kräftezehrend. Über mehrere Stunden mussten wiederkehrend zahlreiche Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden. Um die eingesetzten Trupps abzulösen und die Einsatzfähigkeit dauerhaft sicherzustellen, wurden im Verlauf des Einsatzes weitere Einheiten nachalarmiert. Zeitweise waren zahlreiche Kräfte parallel mit der Brandbekämpfung, der Kontrolle angrenzender Bereiche, der Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der logistischen Unterstützung beschäftigt.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde eine Warnmeldung über die Warn-App NINA ausgelöst. Anwohnerinnen und Anwohner im betroffenen Bereich wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Betreuung und rettungsdienstlichen Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner. Aufgrund der Anzahl der betroffenen Personen wurden neben mehreren Rettungsmitteln auch der Leitende Notarzt sowie ein Fachberater Betreuung zur Einsatzstelle hinzugezogen. Insgesamt wurden 22 Personen durch den Rettungsdienst gesichtet und betreut, darunter auch eine Einsatzkraft der Feuerwehr. Fünf Personen wurden zur weiteren Untersuchung und Behandlung in Essener Krankenhäuser transportiert. Eine Einsatzkraft erlitt im Verlauf des kräftezehrenden Einsatzes eine Hitzeerschöpfung und Kreislaufprobleme und wurde ebenfalls in ein Krankenhaus transportiert.
Die übrigen betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner konnten in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen vor Ort, Angehörigen und dem Haus Berge untergebracht beziehungsweise betreut werden. Die Zusammenarbeit mit dem Betreiberunternehmen verlief während des gesamten Einsatzes sehr konstruktiv und eng abgestimmt. Dadurch konnten Informationen zu den Bewohnerinnen und Bewohnern, Unterbringungsmöglichkeiten und organisatorische Maßnahmen schnell zusammengeführt werden. Das Haus Berge wurde im Verlauf des Einsatzes ebenfalls vorsorglich kontrolliert. Eine Gefährdung durch Rauch für das Hauptgebäude wurde dabei nicht festgestellt.
Zur Absicherung der Einsatzstelle wurden frühzeitig die zuständigen Versorgungsunternehmen hinzugezogen. Der Energieversorger stellte im betroffenen Gebäudebereich Strom und Gas ab, damit die Einsatzkräfte gefahrlos weiterarbeiten konnten. Parallel wurden weitere technische Sicherungsmaßnahmen abgestimmt. Für die Ausleuchtung der Einsatzstelle und zur Unterstützung der langwierigen Arbeiten im Dachbereich wurde zudem das Technische Hilfswerk eingebunden.
Die Brandbekämpfung und die umfangreichen Nachlöscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin. Immer wieder mussten Glutnester im Dachbereich lokalisiert, freigelegt und abgelöscht werden. Erst nachdem die betroffenen Gebäudeteile umfassend kontrolliert waren und keine weitere Brandausbreitung mehr festgestellt wurde, konnten die Einsatzmaßnahmen schrittweise zurückgenommen werden.
Auch nach Abschluss der eigentlichen Löschmaßnahmen blieb die Feuerwehr Essen vor Ort. In der Nacht wurde mehrfach eine Brandnachschau durchgeführt, um den betroffenen Bereich zu kontrollieren und bei einem möglichen Wiederaufflammen sofort eingreifen zu können.
Die Einsatzstelle wurde in der Nacht an die Kriminalpolizei übergeben. Diese hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Im Einsatz waren über 100 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Essen, der Freiwilligen Feuerwehr Essen und des Essener Rettungsdienstes.
Unterstützt wurden sie durch den Leitenden Notarzt, den Fachberater Betreuung des Deutschen Roten Kreuzes sowie das Technische Hilfswerk.
Rückfragen bitte an:
Feuerwehr Essen
Christian Schmücker
Telefon: 0201-12370102
Fax: 0201/228233
E-Mail: christian.schmuecker@feuerwehr.essen.de