Bundespolizeidirektion München: Mutmaßlicher Schleuser bei Mittenwald gefasst / Offenkundig Geschleuste zurückgewiesen – einer davon nach Ägypten
Die Bundespolizei war von Freitag auf Samstag (30. Mai) mit dem offenkundig illegalen Einreiseversuch von drei ägyptischen Staatsangehörigen befasst. Ein mutmaßlicher Schleuser wollte sie mit seinem Pkw von Italien aus nach Deutschland bringen. Der rumänische Fahrzeugführer wurde bei Mittenwald vorläufig festgenommen und anschließend angezeigt. Zwei seiner Mitfahrer mussten das Land mit dem Zug in Richtung Österreich verlassen, der dritte Nordafrikaner wird - mit einem Strafbefehl im Gepäck - per Flug unmittelbar in sein Heimatland zurückkehren müssen.
Die Bundespolizisten stoppten den Wagen mit italienischem Kennzeichen an der Bundesstraße nahe Mittenwald. Am Steuer saß ein Rumäne, der sich mit seiner Identitätskarte ausweisen konnte. Auf der Rückbank des Autos befanden sich drei Männer. Der erste händigte den Beamten einen ägyptischen Reisepass aus. Der zweite wollte sich mit dem Handyfoto seines abgelaufenen ägyptischen Passes ausweisen. Der dritte Ägypter hatte lediglich einige persönliche Dokumente, aber keinen Pass dabei. Über Papiere für den beabsichtigten Aufenthalt in der Bundesrepublik verfügte keiner der drei. Eigenen Angaben zufolge waren sie auf dem Weg nach München, um dort zu wohnen und zu arbeiten.
Bei der Überprüfung der Personalien, die aus dem Pass des 27-jährigen Mitfahrers hervorgingen, stellte sich heraus, dass er seit über einem Jahr von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern gesucht wurde, da ihm ein Strafbefehl auszuhändigen sei. Demnach hat er wegen einer Urkundenfälschung Justizschulden in Höhe von 200 Euro. Außerdem ermittelten die Bundespolizisten, dass ein Asylantrag des Ägypters in Deutschland bereits 2024 abgelehnt worden war und er auch in Italien, wo er sich zuvor längere Zeit aufgehalten hatte, über keinen Schutzstatus verfügt. Auf Anordnung des Rosenheimer Amtsgerichts wurde er in Haft genommen, um seine Rückführung nach Ägypten sicherzustellen. Die Bundespolizei lieferte ihn in die Eichstätter Abschiebehafteinrichtung ein. Dort muss er auf den Rückflug ins Heimatland warten.
Seine beiden Landsleute, die mit ihm im Auto des Rumänen saßen, mussten die Bundesrepublik ebenfalls verlassen. Sie wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen mit dem Zug nach Österreich zurückgewiesen. Ihr rumänischer Fahrer wurde von der Bundespolizei wegen Einschleusens von Ausländern angezeigt, ehe er seine Autofahrt fortsetzen konnte. Der mutmaßliche Schleuser, der in Italien gemeldet ist, muss voraussichtlich schon bald mit einem Strafverfahren rechnen.
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