Nach Schockanruf: Aufmerksame Bankmitarbeiterin verhindert Übergabe von 120.000 Euro an Betrüger; Polizei gibt Tipps

Fuldatal (Landkreis Kassel): Einer aufmerksamen Bankmitarbeiterin ist es zu verdanken, dass eine Seniorin am gestrigen Donnerstagnachmittag in Fuldatal nicht das Opfer einer bislang unbekannten Betrügerbande wurde. Als die Rentnerin 120.000 Euro als Kaution für die Polizei abheben wollte, wurde die Angestellte misstrauisch. Gegen 14:30 Uhr hatte die Bankmitarbeiterin die Polizei gerufen, nachdem die Seniorin den hohen Geldbetrag abheben wollte. Die Dame hatte ihr zuvor geschildert, dass das Geld als Kaution zur Verhinderung einer Haftstrafe für ihre Tochter gebraucht werde. Diese solle angeblich einen Verkehrsunfall verursacht und eine schwangere Frau schwer verletzt haben. Der Verdacht der Bankangestellten, dass es sich um einen Betrug handeln könnte, bestätigte sich bei einem gemeinsamen Kontrollanruf bei der betreffenden Tochter. Die Mitarbeiterin klärte die Seniorin über die Masche auf und verständigte die Polizei. Wie die weiteren Ermittlungen der Kasseler Kriminalpolizei ergaben, hatten die Betrüger ihr Opfer eine gute halbe Stunde zuvor auf dem Festnetztelefon angerufen. Dabei hatten sie die Rentnerin mit der Geschichte über den angeblichen Verkehrsunfall derart verängstigt und unter Druck gesetzt, dass sie sich sofort auf den Weg zur Bank machte, um den geforderten Betrag abzuheben. Dank des geistesgegenwärtigen Handelns der Bankmitarbeiterin kam es zu keiner Geldübergabe. Die Ermittlungen dauern an. Der geschilderte Fall zeigt eindrücklich, wie geübt und geschickt die Betrüger vorgehen. Nach wie vor erreichen die Polizei in ganz Nordhessen regelmäßig Mitteilungen über derartige Anrufe, die in den weitaus überwiegenden Fällen rechtzeitig als Betrug erkannt und sofort beendet werden. Um sich vor den Betrügern zu schützen, gibt die Polizei folgende Tipps: -Sprechen Sie mit Angehörigen, die Opfer werden könnten, über bekannte Betrugsmaschen. -Vereinbaren Sie innerhalb der Familie oder mit weiteren Angehörigen und Freunden ein Kennwort zur Identifizierung am Telefon. -Die Polizei oder die Staatsanwaltschaft erfragen am Telefon keine Details zu Kontodaten oder Wertgegenständen im Haus. -Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf. -Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. -Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. -Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Beenden Sie das Gespräch mit dem Anrufer unbedingt zuvor. -Übergeben Sie niemals Geld bzw. Wertgegenstände an Unbekannte.Rückfragen bitte an: Daniel Kalus-Nitzbon Pressesprecher Tel. 0561-910 1020 Polizeipräsidium Nordhessen Grüner Weg 33 34117 Kassel Pressestelle Telefon: +49 561 910 1020 bis 23 E-Mail: poea.ppnh@polizei.hessen.de Außerhalb der Regelarbeitszeit Polizeiführer vom Dienst (PvD) Telefon: +49 561-910-0 E-Mail: ppnh@polizei.hessen.de