Manipulierte Bilder über Schüleraccounts versandt – Polizei ermittelt
Der Polizei ist bekannt geworden, dass in den vergangenen Tagen über einen oder mehrere Schüleraccounts der E-Mail-Server Oldenburger Schulen zahlreiche Nachrichten versandt wurden.
Die Nachrichten enthielten unter anderem sogenannte Deepfakes, also manipulierte Darstellungen von Kindern und Jugendlichen. Nach einer ersten Bewertung könnten einzelne dieser Darstellungen strafrechtlich relevant sein und den Straftatbestand der Verbreitung kinder- beziehungsweise jugendpornografischer Inhalte erfüllen. Darüber hinaus enthielten die versandten Nachrichten zum Teil Gewaltandrohungen sowie Aufforderungen, sich selbst etwas anzutun. Die Inhalte und deren strafrechtliche Relevanz sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Nach bisherigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass ein oder mehrere Schüleraccounts für den Versand der Nachrichten genutzt wurden. Ob und auf welche Weise sich bislang unbekannte Personen unberechtigt Zugang zu diesen Accounts verschafft haben, wird durch die Ermittler geprüft.
Die Polizei arbeitet eng mit den betroffenen Schulen zusammen. Erste digitale Spuren wurden bereits gesichert und werden derzeit ausgewertet. Die Ermittlungen zur Urheberschaft und zu den Hintergründen der Taten dauern an.
+++ Polizei gibt wichtige Präventionshinweise +++
Der aktuelle Fall zeigt, wie wichtig der Schutz persönlicher Benutzerkonten ist. Zugangsdaten zu schulischen E-Mail-Konten, sozialen Netzwerken oder anderen Diensten sollten niemals an Mitschülerinnen und Mitschüler, Freunde oder andere Personen weitergegeben werden. Für jeden Dienst sollte möglichst ein eigenes Passwort verwendet werden. Sofern möglich sollte eine Zwei-Faktor-Authentifizierung genutzt werden. Besteht der Verdacht, dass Unbefugte Zugriff auf einen Account erlangt haben, sollte das Passwort unverzüglich geändert und die Schule beziehungsweise der zuständige Administrator informiert werden.
Wer eine Nachricht mit möglicherweise strafbaren Bild- oder Videoinhalten erhält, sollte diese keinesfalls weiterleiten, teilen oder die enthaltenen Dateien herunterladen. Die Nachricht sollte zunächst nicht gelöscht werden, da darin enthaltene Daten für die Ermittlungen von Bedeutung sein können.
Kinder und Jugendliche sollten sich in einem solchen Fall an ihre Eltern, eine Vertrauensperson in der Schule und die Polizei wenden. Die Polizei steht Betroffenen und deren Angehörigen ebenfalls beratend zur Seite und kann bei Bedarf den Kontakt zu Beratungsstellen vermitteln. Entsprechende Beratungsangebote können alternativ auch eigenständig und kostenfrei in Anspruch genommen werden.
Eltern werden gebeten, den Vorfall zum Anlass zu nehmen, mit ihren Kindern und Jugendlichen über einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Diensten zu sprechen. Insbesondere bei manipulierten Daten sollte Kindern und Jugendlichen vermittelt werden, dass die Veränderung und Verbreitung solcher Aufnahmen für die betroffenen Personen schwerwiegende Folgen haben und zudem strafrechtlich relevant sein kann.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt / Ammerland
Pressestelle
Jens Rodiek
Telefon: 0441/790-4004
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