Folgemeldung zu Polizeieinsatz an Universität: Polizei setzt Hausrecht durch und räumt in den frühen Morgenstunden den besetzten Hörsaal
(Bitte beachten Sie auch die am 04.11.26, um 15:44 Uhr, unter https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/6384302 veröffentlichte Pressemitteilung).
Kassel:
Nachdem am gestrigen Mittwochmittag rund 100 Personen in einen Hörsaal der Universität Kassel eingedrungen waren und diesen widerrechtlich besetzten, wurde seitens der Universitätsleitung Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt.
Da trotz mehrfacher Aufforderung durch die Polizei die Personen den Hörsaal nicht verlassen wollten, erfolgte am Donnerstagmorgen gegen 03:30 Uhr die Auflösung der Versammlung mit anschließender Räumung des Gebäudes, um das Hausrecht der Universität durchzusetzen.
Zum Zeitpunkt der Räumung, die bis etwa 06.30 Uhr andauerte, befanden sich noch knapp 50 Personen im Hörsaal, die sich teils erheblich den polizeilichen Maßnahmen widersetzten und nur mit körperlicher Gewalt aus dem Gebäude entfernt werden konnten.
Neben Polizistinnen und Polizisten aus ganz Hessen, die sich an der Räumung beteiligten, kamen auch Spezialkräfte der Polizei für Höhenintervention zum Einsatz. Sechs Personen hatten sich im Hörsaal auf einen innenliegenden Fenstersims in etwa 5 Meter Höhe gesetzt und konnten so sicher zu Boden gebracht und aus dem Saal begleitet werden.
Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden bei den Einsatzmaßnahmen sechs Polizeibeamte leicht verletzt.
Gegen drei Personen aus dem Kreis der Besetzer wurden Strafanzeigen wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte gefertigt und 44 Personen wurden nach Identitätsfeststellung wieder entlassen.
Gegen alle 47 Personen wird zudem wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Hessische Versammlungsfreiheitsgesetz ermittelt.
Von den rund 200 Personen, die an der gestrigen Versammlung an der Universität anlässlich der Entscheidung über die Abschaffung der sogenannten Zivilklausel teilgenommen hatten, verblieben etwa 40 Personen auch über Nacht auf dem Campusgelände und setzten ihren Protest fort.
Dirk Bartoldus
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