Falsche Polizeibeamte festgenommen
PLATTLING/LKR. DEGGENDORF. Am Dienstag, den 23.05.2017, konnten Beamte der Kriminalpolizei (Zentralaufgaben) Oberbayern Süd zusammen mit ihren Münchner und niederbayerischen Kollegen falsche Polizeibeamte festnehmen und so einer 84-jährigen Geschädigten ihre 25.000 Euro zurückgeben.
Nach wochenlangen Ermittlungen der Kriminalpolizei (Z) Oberbayern Süd gegen eine überregional agierende Tätergruppierung, nahmen sie und Beamte des Fahndungskontrolltrupp Wörth zwei Frauen und einen Mann aus München im Alter von 21 bis 30 Jahren fest.
Bei der Festnahme fanden die Beamten im Auto der Täter insgesamt 25.000 Euro. Das Geld erbeuteten die Betrüger zuvor von einer 84-jährigen Bewohnerin eines Altenheims in Plattling.
Nachdem die betagte Dame einen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten bekommen hatte, der ihr sagte, dass ihre Bargeldbestände auf Fingerabdrücke untersucht werden müssten, hob die ahnungslose Frau insgesamt 25.000 Euro von ihrem Konto ab. Dieses Geld übergab sie später an einen der Täter außerhalb des Altenheims. Zu diesem Zeitpunkt ahnte die Geschädigte noch nicht, dass sie damit Betrügern aufgesessen war.
An der BAB A92 Anschlussstelle Dingolfing klickten schließlich die Handschellen. Alle drei Täter konnten festgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft München II beantragt Haftbefehl gegen das Trio. Über den Antrag entscheidet im Laufe des Tages der Haftrichter.
Ersten Ermittlungen zufolge sollte ein Großteil des erbeuteten Geldes in die Türkei gebracht werden, wo das „Callcenter“ der Betrügerbande vermutet wird. Die weiteren Ermittlungen gegen Mittäter und Hintermänner der Festgenommenen, werden durch die Kriminalpolizei (Z) Oberbayern Süd geführt. Diese werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Fest steht jedoch bereits, dass die Täter für weitere ähnlich gelagerte Fälle in Oberbayern verdächtigt werden.
In diesem Zusammenhang warnt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd erneut, bei verdächtigen Anrufen von „angeblichen“ Polizeibeamten, sich über die Einsatzzentrale unter der Notrufnummer 110 rück zu versichern.
Betrüger in diesem Deliktsbereich benutzen oft die jeweilige Ortsvorwahl und die Telefonnummer 110. Bei einem „echten“ Anruf der Polizei, erscheint eine solche Nummer nicht.
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