Riskantes Fahrmanöver mit Folgen
Ein Parkplatz ist kein Driftkurs - schon gar nicht der einer Polizeiwache. Diese Erkenntnis setzte sich bei einem 25-jährigen Pkw-Fahrer aus Mechernich am Samstagabend (10. Januar) gegen 22.05 Uhr leider nicht durch.
Der Mann nutzte den öffentlich zugänglichen Parkplatzbereich der Polizeiwache Euskirchen in der Kölner Straße kurzerhand für ein riskantes Fahrmanöver und driftete zwischen abgestellten Streifenwagen umher. Das Ergebnis: beschädigte Treppe am Haupteingang der Wache, (s)ein beschädigtes Fahrzeug und ein deutlich erhöhter Puls bei den anwesenden Beamten.
Als zwei Polizeibeamte den Fahrer anhalten wollten, entschied sich dieser gegen Einsicht und für die Flucht. Dabei schob er einen Polizeibeamten mit seinem Pkw mehrere Meter über den Parkplatz. Der Beamte wurde verletzt, blieb jedoch dienstfähig. Anschließend entfernte sich der Fahrer unerlaubt vom Unfallort. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb zunächst erfolglos.
Am Sonntagnachmittag (11. Januar) gegen 14 Uhr wurde der 25-Jährige schließlich in Mechernich-Antweiler fahrend angetroffen und kontrolliert. Dabei stellten die Beamten fest, dass der Mann unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Ein freiwilliger Drogenvortest reagierte positiv auf Amphetamin und Kokain. Fahrzeug sichergestellt, Führerschein beschlagnahmt.
Doch damit war das Kapitel noch nicht beendet: Auf der Dienststelle zeigte sich der Mann zunehmend aggressiv, beleidigte mehrfach Polizeibeamte und sorgte weiter für Beschäftigung. Auf dem Polizeigelände riss er Holzpflöcke zur Parkplatzkennzeichnung heraus und warf diese umher. Ein Platzverweis zeigte nur kurzfristig Wirkung - der Mann kehrte zurück, klingelte grundlos an der Wache und setzte sein zerstörerisches Verhalten fort.
Zur Verhinderung weiterer Straftaten wurde der 25-Jährige schließlich in Gewahrsam genommen. Auch dort leistete er Widerstand, beleidigte die Beamten und spuckte in deren Richtung.
Die Polizei Euskirchen hat umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. Gegen den Mann wurden unter anderem Anzeigen wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter schwerer Körperverletzung, Beleidigung, Fahrens unter Betäubungsmitteleinfluss, Verkehrsunfalls mit Personenschaden sowie Unfallflucht gefertigt.
Wer Polizeiparkplätze mit Rennstrecken verwechselt, Betäubungsmittel konsumiert und jede Chance zur Einsicht auslässt, sammelt keine Punkte - sondern Strafanzeigen.
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