Osnabrück/Rheine: Erfolgreicher Polizeieinsatz nach Verfolgungsfahrt auf der A30 – Zahlreiche Festnahmen nach Einbruch in Osnabrück
In der Nacht zu Mittwoch kam es im Raum Osnabrück zu einer umfangreichen polizeilichen Verfolgungsfahrt über die A30 und durch das Osnabrücker Stadtgebiet. Nach einem Stop-Stick-Einsatz bei Rheine konnte das flüchtige Auto gestoppt werden, die Insassen flüchteten zu Fuß und wurden im Rahmen einer mehrstündigen Fahndung gestellt. Bereits auf der Flucht waren in Osnabrück einige Täter aus dem Fluchtwagen gesprungen und zu Fuß geflohen. Auch sie konnten festgenommen werden. Die Ermittlungen richten sich unter anderem wegen diverser Verkehrsdelikte, des Verdachts des Kennzeichendiebstahls sowie Eigentumsdelikte gegen eine mehrköpfige Tätergruppe.
Die polizeilichen Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit einem Einbruch, der in der Nacht zum Mittwoch in der Industriestraße im Osnabrücker Stadtteil Sutthausen begangen wurde. Die Täter verschafften sich gewaltsam Zutritt zu der Lagerhalle einer Elektromaschinenfabrik und entwendeten diverse Kupferteile. Der Wert des Diebesgutes wird auf etwa 10.000 Euro geschätzt.
Chronologie der Ereignisse
Gegen 0.45 Uhr stellten Zivilpolizisten im Bereich der Anschlussstelle Sutthausen der A30 ein Auto mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fest und nahmen die Verfolgung auf. Eine erste Überprüfung ergab, dass das am Auto angebrachte Kennzeichen als gestohlen gemeldet worden war. Eine Kontrolle des Fahrzeugs sollte wenig später erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt war der Einbruch in die Firma in der Industriestraße der Polizei noch nicht bekannt.
Als der Autofahrer im Bereich der Anschlussstelle Hellern offenbar bemerkte, dass er von der Polizei kontrolliert werden sollte, setzte er seine Fahrt mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit fort und missachtete dabei zahlreiche Verkehrsregeln.
Wenige Minuten später hielt das Auto in der Töpferstraße im Osnabrücker Stadtteil Hellern an. Mehrere Insassen verließen das Fahrzeug und flohen zu Fuß in unterschiedliche Richtungen. Der Fahrer setzte seine Fahrt unmittelbar fort.
Kurze Zeit später nahmen Einsatzkräfte die Flüchtigen im Nahbereich der Töpferstraße fest. Unterstützt wurden die Fahndungskräfte auch aus der Luft. Zwei Polizeihubschrauber (aus Niedersachsen und NRW) kreisten zwischen 1 Uhr und 2 Uhr über dem Stadtteil.
Die Verfolgung des Autos setzte sich daraufhin fort und führte erneut auf die A30 in Richtung Rheine. Gegen 1.10 Uhr wurde durch Polizisten aus NRW im Bereich der Anschlussstelle Rheine ein sogenannter Stop-Stick eingesetzt. Das Auto überfuhr das Nagelband und kam infolge des Luftverlusts wenig später auf dem Seitenstreifen zum Stillstand. Drei weitere Personen flohen daraufhin zu Fuß in Richtung eines angrenzenden Grünbereichs. Zwei von ihnen wurden noch in unmittelbarer Nähe gestellt. Eine weitere Person konnte nach umfangreichen Fahndungsmaßnahmen gegen 4.30 Uhr im Bereich eines Fast-Food-Restaurants nahe der Landesgrenze festgestellt werden.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um drei Männer zwischen 17 und 31 Jahren sowie zwei Jugendliche mit Meldeanschriften in NRW.
Parallel zu den Maßnahmen im Zusammenhang mit der Verfolgungsfahrt stellten Einsatzkräfte im Osnabrücker Stadtgebiet weitere Fahrzeuge mit teils ausländischen Kennzeichen fest, die im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang überprüft wurden. In einem Auto wurden Kupferkabel aufgefunden, die als mutmaßliches Diebesgut sichergestellt wurden. Entsprechende Tatorte waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.
Im Verlauf des Einsatzes kam es zu einer zeitweisen Vollsperrung der A30 in Fahrtrichtung Niederlande. Mehrere Personen wurden zur Dienststelle gebracht. Fahrzeuge, Kennzeichen und Mobiltelefone wurden sichergestellt, Abschleppmaßnahmen veranlasst und erkennungsdienstliche Behandlungen durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft wurde frühzeitig eingebunden. Auch benachbarte Polizeidienststellen und weitere Behörden unterstützten die Maßnahmen.
"Mehrere Dienststellen haben in diesem Einsatz eng und koordiniert zusammengearbeitet. Mein Dank gilt allen eingesetzten Kräften für ihr professionelles Handeln", so Inspektionsleiter Oliver Voges.
Die Ermittlungen wegen mehrerer Verkehrsdelikte, des Verdachts des Kennzeichendiebstahls sowie möglicher Eigentumsdelikte dauern derzeit an.
Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zu der Verfolgungsfahrt, insbesondere im Bereich der Töpferstraße in Hellern, geben können. Außerdem werden Personen gesucht, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Industriestraße in Osnabrück wahrgenommen haben. Möglicherweise sind die Täter bereits in den vergangenen Tagen in der Industriestraße durch verdächtiges Verhalten aufgefallen. Hinweise nimmt die Polizei Osnabrück unter der Telefonnummer 0541 / 327-3603 oder -2115 entgegen.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Osnabrück
Jannis Gervelmeyer
Telefon: 0541/327-2071
E-Mail: pressestelle@pi-os.polizei.niedersachsen.de