Betrugsanruf wird zu Raub mit verletztem Bewohner – Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto und sucht Zeugen

(mh) Ein Betrugsanruf hat sich am Montag, 19. Januar, in Lichtenau-Husen zu einem Raub mit einem schwerverletzten Bewohner ausgeweitet. Die Polizei hat in ihrem Fahndungsportal ein Foto vom Tatverdächtigen veröffentlicht und sucht Zeugen. Der 64-jährige Bewohner eines Bauernhofs an der Straße Am Blissenberg erhielt gegen 13.00 Uhr einen Anruf. Am Telefon waren die angebliche Polizistin Marina Neumeier aus einem Einbruchsdezernat sowie ein angeblicher weiterer Polizist. Beide sprachen akzentfreies Deutsch und erzählten die Geschichte, dass es in der Nachbarschaft zu einem Überfall durch maskierte Männer gekommen sei. Zwei seien gefasst worden. Um die Sicherheit des Bauernhofs zu gewährleisten, wolle man nun einen Polizisten vorbeischicken, um das Haus zu kontrollieren. Das Telefonat wechselte auf das Handy des 64-Jährigen, der mit den Anrufern ein Passwort vereinbarte. Während das Telefonat bestehen blieb, erschien etwa eine Stunde später ein Mann vor Ort, der sich ebenfalls als Polizeibeamter ausgab und das Passwort nannte. Der Bewohner ließ ihn in das Haus und der Mann begann damit, die Fenster und die Türen zu fotografieren. Als sie einen weiteren Raum betraten, attackierte der Mann den 64-Jährigen plötzlich mit zahlreichen Schlägen gegen den Kopf. Als sich der Bewohner wehrte, ergriff der falsche Polizist schließlich die Flucht in Richtung Husen. Der 64-Jährige alarmierte die richtige Polizei über den Notruf und kam per Rettungswagen in ein Paderborner Krankenhaus. Gestohlen wurde im Haus nichts. Der Täter soll etwa 25 Jahre und 1,65 Meter bis 1,75 Meter groß gewesen sein. Er hatte ein südeuropäisches Erscheinungsbild, trug schwarze Haare und sprach fließend Hochdeutsch. Seine Jacke und seine Hose sollen schwarz gewesen sein. Ein Foto des Tatverdächtigen hat die Polizei im Fahndungsportal eröffnet, welches über den Link erreichbar ist: https://polizei.nrw/fahndung/193282 Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen geben können, sich über die Rufnummer 05251 306-0 zu melden. Die Polizei warnt schon seit einiger Zeit eindringlich vor den verschiedenen Formen von Betrugsanrufen am Telefon und hat dazu die Kampagne "Geschockt am Telefon? - Auflegen!" ins Leben gerufen. Sie weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass sie niemals am Telefon nach Geld oder sonstigen Wertgegenständen im Haus fragt und auch nicht plötzlich vor Ort erscheint, um ohne Anlass Fenster und Türen zu kontrollieren. Opfer von Anrufen durch falsche Polizeibeamten sollen sofort auflegen und sich über die 110 bei der richtigen Polizei melden. Rückfragen von Medienvertretern bitte an: Kreispolizeibehörde Paderborn - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Telefon: 05251 306-1313 E-Mail: pressestelle.paderborn@polizei.nrw.de Außerhalb der Bürozeiten: Leitstelle Polizei Paderborn Telefon: 05251 306-1222