(KA) Stadt- und Landkreis Karlsruhe – Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Polizeipräsidium Karlsruhe stellt Sicherheitsbilanz aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vor
Im Jahr 2025 hat das Polizeipräsidium Karlsruhe insgesamt 38.643 Straftaten registriert - das sind 3.755 Fälle weniger als im Vorjahr - die niedrigste Zahl der letzten 20 Jahre. Damit ist die Kriminalität im Stadt- und Landkreis Karlsruhe um 8,9 Prozent gesunken. Im Landesvergleich liegt der Rückgang über dem Durchschnitt (Baden-Württemberg: -6,1 %).
Auch die sogenannte Häufigkeitszahl, die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, ging wie bereits im Vorjahr weiter zurück - von 5.532 auf 5.049. Das ist wie bereits bei der Anzahl der Gesamtstraftaten der beste Wert seit 20 Jahren. Karlsruhe bleibt damit landesweit auf Platz 9 unter den 13 Polizeipräsidien.
Die Aufklärungsquote sank leicht auf 59,3 Prozent (Vorjahr: 59,7 %) und liegt damit etwas unter dem Landeswert von 62,5 Prozent.
"Die vorliegenden Zahlen bestätigen die professionelle Arbeit unserer Beamtinnen und Beamten. Zur Sicherheit gehören jedoch nicht nur statistische Erfolge, sondern auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Unser Ziel ist es, mit präventiven und repressiven Maßnahmen sowohl die objektive als auch die subjektive Sicherheit im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zu gewährleisten", betont Polizeipräsidentin Caren Denner.
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Diebstahl bleibt Spitzenreiter - wenn auch spürbar rückläufig
Mit 12.879 Fällen ging die Zahl der Diebstahlsdelikte zwar erneut nach unten, macht jedoch wieder den größten Anteil an der Gesamtkriminalität aus - trotz eines Rückgangs um 1.580 Fälle. Die Aufklärungsquote lag mit 31,7 Prozent leicht über dem Vorjahreswert (31,4 Prozent).
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Körperverletzungsdelikte sinken, bleiben jedoch auf hohem Niveau
Die Zahl der Körperverletzungsdelikte sank im Vergleich zum Vorjahr von insgesamt 3.966 auf 3.710 leicht, bleibt jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Anzahl der einfachen Körperverletzungen ging auf 2.607 (Rückgang um 6,7%), gefährliche und schwere Körperverletzungen um 10,2% auf 903 zurück.
"Wir beobachten, dass die Hemmschwelle für Gewalt weiterhin sinkt. Der leichte Rückgang ist zwar eine erfreuliche Tendenz, jedoch in keinem Fall Anlass für eine Reduktion polizeilicher Maßnahmen. Auseinandersetzungen eskalieren zunehmend in körperlichen Übergriffen - oft spontan, impulsiv und in der Öffentlichkeit", erklärt Leitender Polizeidirektor Dr. Gustav Zoller.
"Repressive Maßnahmen der Polizei allein reichen nicht aus, um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten. Dafür braucht es ein breit angelegtes, gemeinschaftliches Engagement, das Schulen, Vereine, soziale Einrichtungen und die breite Zivilgesellschaft einschließt."
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Tatmittel Messer auf konstant hohem Niveau
Die Zahl an Straftaten mit Messerbeteiligung bleibt weiter hoch: 189 Fälle wurden 2025 im öffentlichen Raum registriert, im Vorjahr lag die Zahl bei 190. Das Tatmittel Messer stand 84-mal in Zusammenhang mit Bedrohungs- und Sachbeschädigungsdelikten. Mit der Einrichtung zweier Messerverbotszonen im Bereich des Schlossplatzes und der Amalienstraße/Hirschstraße reagierte die Stadt Karlsruhe auf das von Messern ausgehende Gefahrenpotential.
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Mehr Wohnungseinbrüche - aber viele bleiben im Versuchsstadium
Wie bereits im Vorjahr steigt die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle um etwa 11 Prozent weiter an. Das stellt den höchsten Wert seit 2017 dar. In rund der Hälfte der Fälle blieb es jedoch beim Versuch. Häufig hebelten die Täter Fenster oder Türen auf - meist organisiert vorgehend, in vielen Fällen bandenmäßig agierend aus dem ost- oder südosteuropäischen Raum.
"Ein Wohnungseinbruch verursacht nicht nur materielle Verluste, sondern hinterlässt bei den Opfern oft ein Gefühl der Unsicherheit und ist Auslöser für Kriminalitätsfurcht", erklärt Leitender Kriminaldirektor Detlef Erny.
"Daher konzentrieren wir uns nicht nur auf gründliche Ermittlungen, sondern auch auf langfristige Präventionsmaßnahmen. Der Einsatz von Sicherungstechnik, umfassende Beratung, regelmäßige Kontrollen und die enge Zusammenarbeit mit den Anwohnern haben sich als wirksam erwiesen."
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Betrügerische Anrufe rückläufig - auch dank Prävention
Die Zahl betrügerischer Anrufstraftaten wie "Enkeltrick", "Schockanruf" oder "angeblicher Polizeibeamter" ging 2025 erneut zurück. Es wurden 51 Inlandsstraftaten registriert, von denen 19 vollendet wurden - zehn davon konnten aufgeklärt werden. Der entstandene Vermögensschaden stieg hingegen deutlich, um knapp 600.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr, auf etwa 1,1 Millionen Euro. Auch die Zahl sogenannter Auslandsstraftaten nahm deutlich zu (von 389 auf 783 Fälle).
"Die Tätergruppierungen agieren in Teilen hochprofessionell aus dem Ausland, was uns die Ermittlungsarbeit deutlich erschwert. Wir müssen und werden hier wachsam bleiben und insbesondere in der Präventionsarbeit aktiv sein, um potentielle Opfer bestmöglich zu schützen und vor finanziellem Schaden zu bewahren", so Erny.
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Sexualdelikte - Rückgang bei digitaler Verbreitung
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gingen um etwa 4 Prozent auf insgesamt 946 Fälle zurück. Der bereits im Vorjahr verzeichnete Rückgang bei der Verbreitung pornografischer Schriften setzte sich auch 2025 fort (um etwa fünf Prozent). Die Zahl der Sexualdelikte im öffentlichen Raum sank ebenfalls um 27 auf nun 368 Fälle. Von 120 angezeigten Vergewaltigungen fanden 24 im öffentlichen Raum statt.
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Straftaten gegen das Leben sinken spürbar
2025 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe 27 Straftaten gegen das Leben registriert - das sind neun Fälle weniger als im Vorjahr. 22 davon blieben im Versuchsstadium. Häufig handelt es sich um innerfamiliäre oder partnerschaftliche Tatkonstellationen.
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Rauschgiftkriminalität sinkt weiter
Die seit April 2024 geltende Teillegalisierung von Cannabis wirkte sich auch 2025 spürbar auf die Statistik aus: Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank erneut um etwa 14 Prozent und verzeichnete somit zum fünften Mal in Folge einen Rückgang. Etwa zwei Drittel der Straftaten ereignete sich im Stadtkreis Karlsruhe - 728 Fälle. Es wurden wie auch im Vorjahr elf drogenbedingte Todesfälle registriert.
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Gewalt gegen Einsatzkräfte leicht gesunken
Die Zahl der Angriffe auf Polizeibeamtinnen und -beamte sank leicht um 3,5 Prozent auf 411 Fälle. 201 Beamtinnen und Beamte erlitten leichte, zwei Polizeibeamte schwere Verletzungen. Die Angriffe ereigneten sich nicht nur bei Zwangsmaßnahmen, sondern zunehmend auch bei alltäglichen Einsätzen wie Verkehrskontrollen oder bei häuslichen Streitigkeiten.
"Diese Tendenz bereitet mir große Sorge. Wenn Einsatzkräfte angegriffen werden, bedeutet dies letztlich einen Angriff auf Menschen, die für Sicherheit in unserer Gesellschaft sorgen - dies ist absolut inakzeptabel", sagt Polizeipräsidentin Denner.
"Wir erwarten, dass solche Angriffe eindeutig verurteilt und mit aller Konsequenz strafrechtlich verfolgt werden. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben Anspruch auf Respekt und Anerkennung, Gewalt und Missachtung sind auf das Schärfste zu verurteilen."
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Partnergewalt sinkt leicht
Die Zahl der registrierten Fälle häuslicher Gewalt - polizeilich als Partnergewalt definiert - sank um 8,3 Prozent auf nun 1.087 Fälle. Acht von zehn Opfern waren weiblich und die Fallzahlen im Stadt- und Landkreis sind hierbei nahezu gleichmäßig aufgeteilt (531 Stadtkreis, 556 Landkreis Karlsruhe).
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Cyberkriminalität sinkt - Täter werden jünger
Die Cyberkriminalität sank erneut minimal um 1,2 Prozent. Rund ein Viertel aller Tatverdächtigen waren jünger als 21 Jahre, drei Viertel waren männlich. Neben Betrugsstraftaten und Verbreiten pornografischer Schriften nehmen Beleidigungs- und Bedrohungsstraftaten im digitalen Raum zu.
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Fazit: Positive Entwicklung - aber kein Anlass zum Zurücklehnen
"Die Kriminalitätsentwicklung im Jahr 2025 zeigt: Unsere polizeiliche Arbeit ist wirksam, wir konnten die niedrigste Anzahl erfasster Straftaten der vergangenen 20 Jahren verzeichnen. Das lassen wir jedoch nicht einfach auf sich beruhen, im Gegenteil, es spornt uns an, im nächsten Jahr noch besser zu werden", so Polizeipräsidentin Denner.
"Vor allem bereitet mir große Sorge, dass nahezu täglich Gewalt gegen unsere Polizistinnen und Polizisten verübt wird. Diese Gewaltbereitschaft macht leider auch gegenüber Feuerwehr, Rettungskräften und Mitarbeitern von Behörden nicht halt. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Justiz, Kommunen und Gesellschaft müssen wir dem entgegentreten. Denn: Sicherheit ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe."
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Hinweis an die Redaktionen:
Eine detaillierte Übersicht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Karlsruhe finden Sie online unter:
https://ppkarlsruhe.polizei-bw.de/statistiken/
Franz Henke, Pressestelle
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