Verkehrsunfallbilanz 2025 für die Bundesautobahn: Mehr Unfälle, mehr Schwerverletzte, mehr Berauschte – aber auch deutlich mehr Kontrollen
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Lfd. Nr.: 0215
Nachdem die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Autobahnen in unserem Zuständigkeitsbereich von 9.981 im Jahr 2023 auf 9.739 im Jahr 2024 leicht zurückgegangen war, stieg sie im Jahr 2025 wieder an - um 496 auf 10.235. Das ist ein Plus von 5,1%. Bei 9.292 Verkehrsunfällen (2024: 8.806) entstand Sachschaden (+ 6 %), bei 943 Verkehrsunfällen (2024: 933) entstanden Personenschäden (+1 %).
Bei diesen Verkehrsunfällen verunglückten insgesamt 1.526 Personen (+2,2 %). Hiervon verletzten sich 1.364 Personen leicht (2024: 1.363) und 148 schwer (2024: 119). Bedauerlicherweise verunglückten 14 Menschen tödlich. Dies stellt den Höchststand der letzten fünf Jahre dar (2024: 11).
Jolanta Bialas, Leiterin der Direktion Verkehr, sagt dazu: "Mit 14 tödlich Verunglückten erreichen wir einen traurigen Tiefpunkt. Das stimmt mich besorgt, denn bei acht dieser Unfälle war eine nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache. Ein Autofahrer und zwei Lkw-Fahrer verunglückten zudem am Stauende, da sie den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hatten und vermutlich abgelenkt waren. Damit haben diese Verkehrsunfälle alle eine Gemeinsamkeit - sie waren vermeidbar!"
Auch wenn uns der Rückgang bei den Verunglückten am Stauende um 7 auf 195 (2024: 202) vorsichtig optimistisch stimmt, gehören ein zu geringer Sicherheitsabstand, eine überhöhte oder den Witterungs- und Straßenverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Ablenkung immer noch zu den häufigsten Hauptunfallursachen (HUU) auf der Autobahn.
Im Rahmen der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit führt die Polizei Dortmund gezielte Kontrollen zur Bekämpfung der o. g. Hauptunfallursachen durch. Insgesamt konnten 2025 folgende Verstöße festgestellt werden:
Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit: 161.528 (2024: 179.345)
Missachtung des Sicherheitsabstandes: 12.343 (2024: 11.954)
Verbotswidrige Benutzung eines elektronischen Geräts: 6.481 (2024: 6.324)
Ein Schwerpunkt der Autobahnpolizei Dortmund ist und bleibt der gewerbliche Güterverkehr. Insgesamt konnten 10.086 Verkehrsverstöße, die auf die Missachtung der Lenk- und Ruhezeiten, die unzureichende Ladungssicherung oder technische Mängel zurückzuführen waren, festgestellt werden (2024: 8.997).
Unter dem Einfluss von Alkohol ereigneten sich 113 (2024: 88) und unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln 80 (2024: 50) Verkehrsunfälle. Dem gegenüber steht jedoch auch ein Anstieg der geahndeten Verstöße. Insgesamt wurden 209 Maßnahmen gegen Fahrzeugführer getroffen, weil sie ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Alkohol führten (2024: 197). 849 Maßnahmen wurden getroffen, weil Fahrer unter dem Einfluss berauschender Mittel standen (2024: 608).
"60 % mehr Verkehrsunfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel und 40 % mehr geahndete Verstöße sind einerseits erschreckend, andererseits aber auch beruhigend. Erschreckend ist, dass sich so viele Verkehrsteilnehmer berauscht ans Steuer setzen und damit nicht nur sich, sondern auch andere gefährden. Beruhigend ist es andererseits, weil die qualifizierte Fortbildung auf der Straße ihre Wirkung entfaltet. Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten schauen bei Verkehrskontrollen und Verkehrsunfällen genau hin und erkennen immer häufiger, wenn Fahrzeugführer berauscht sind."
Auch in diesem Jahr werden wir unsere Kontrollen auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Dortmund fortsetzen. Für eine nachhaltige Reduzierung von Verkehrsunfällen im Allgemeinen aber insbesondere der Zahl der tödlich Verunglückten sind wir jedoch auf die Mitwirkung aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer angewiesen.
Deshalb unser Appell: Setzen Sie sich nüchtern hinter das Steuer. Halten Sie sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Straßen- und Witterungsbedingungen an und halten Sie einen ausreichend großen Sicherheitsabstand ein. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Fahraufgabe, lassen Sie sich nicht durch elektronische Geräte oder anderweitig ablenken. Damit reduzieren Sie deutlich das Risiko, sich selbst oder Dritte zu gefährden, zu verletzen oder gar zu töten. Manchmal entscheidet nur ein kurzer Moment, eine schnelle Entscheidung oder übertriebene Emotion über Leben oder Tod.
Weitere Zahlen und Informationen finden Sie in der Anlage zur Verkehrsunfallstatistik auf der Internetseite des Polizeipräsidiums Dortmund: dortmund.polizei.nrw/verkehrsbericht-2025
Journalisten wenden sich mit Rückfragen bitte an:
Polizei Dortmund
Bartosch Waldowski
Telefon: 0231/132-1023
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