Bundespolizeidirektion München: Gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr / S-Bahn überfährt Betonplatten
5 weitere Medieninhalte
Am Samstagabend (14. März) haben bislang unbekannte Täter mehrere Betonplatten auf die Gleise der S-Bahn-Strecke zwischen Neuaubing und Westkreuz gelegt. Eine stadteinwärts fahrende S-Bahn der Linie S8 überfuhr die Hindernisse gegen 21:20 Uhr mit rund 50 km/h.
Die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn AG informierte die Leitstelle der Bundespolizeiinspektion München über das Ereignis. Der 45-jährige Triebfahrzeugführer der S8 verspürte einen so heftigen Schlag am Fahrzeug, dass nach seiner Wahrnehmung die Räder des vorderen Drehgestells kurzzeitig abhoben. Der Lokführer leitete umgehend eine Schnellbremsung unter Nutzung der Sandungsanlage ein und setzte einen Notruf ab.
Einsatzkräfte der Bundespolizei stellten am Triebfahrzeug ein abgerissenes Sandungsrohr sowie mehrere beschädigte Laufräder fest. Beschädigungen am Oberbau der Gleise waren nicht festzustellen. Der entstandene Sachschaden wird nach ersten Angaben der Deutschen Bahn auf mindestens 10.000 Euro geschätzt.
Die rund 200 Reisenden im Zug blieben unverletzt. Sie wurden mit Unterstützung der Feuerwehr aus dem Zug evakuiert und konnten ihre Weiterreise mit Ersatzbussen fortsetzen. Die Evakuierung war gegen 22:30 Uhr abgeschlossen.
Am Ereignisort stellten die eingesetzten Streifen insgesamt elf Betonplatten mit einer Größe von etwa 50 x 40 Zentimetern fest. Die jeweils rund 20 Kilogramm schweren Platten waren zuvor von einer Kabelschachtabdeckung entnommen und auf den Schienenkopf gelegt worden.
Gemeinsam mit mehreren Streifen des Polizeipräsidiums München sowie unter Einsatz eines Polizeihubschraubers der Bundespolizeifliegerstaffel Oberschleißheim fahndete die Polizei im Nahbereich nach möglichen Tätern. Die Fahndungsmaßnahmen verliefen bislang ohne Ergebnis.
Aufgrund des Vorfalls musste die Bahnstrecke zwischen Westkreuz und Freiham von 21:26 Uhr bis 00:01 Uhr gesperrt werden. Vier Züge erhielten insgesamt 571 Verspätungsminuten, zudem kam es zu 13 Teilausfällen im Bahnverkehr.
Die Bundespolizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen. Hinweise auf die Hintergründe der Tat liegen bislang nicht vor und sind Gegenstand der Ermittlungen.
Wer am Samstagabend (14. März) im Bereich der S-Bahn-Strecke zwischen München-Neuaubing und München-Westkreuz verdächtige Personen oder ungewöhnliche Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Bundespolizeiinspektion München zu melden. Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion München unter der Telefonnummer 089 / 515550-0 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Rückfragen bitte an:
Sina Dietsch
Bundespolizeiinspektion München
Denisstraße 1 - 80335 München
Pressestelle
Telefon: 089 515550-1103
E-Mail: bpoli.muenchen.oea@polizei.bund.de
Die Bundespolizeiinspektion München ist zuständig für die
polizeiliche Gefahrenabwehr und Strafverfolgung im Bereich der
Anlagen der Deutschen Bahn und im größten deutschen S-Bahnnetz mit
über 210 Bahnhöfen und Haltepunkten auf 440 Streckenkilometern. Zum
räumlichen Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion München
gehören drei der vier größten bayerischen Bahnhöfe. Er umfasst neben
der Landeshauptstadt und dem Landkreis München die benachbarten
Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding,
Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Starnberg.
Sie finden unsere Wache und unseren Dienstsitz für die
nichtoperativen Bereiche mit dem Ermittlungsdienst in der Denisstraße
1, rund 500m fußläufig vom Hauptbahnhof entfernt. Das Revier befindet
sich im Ostbahnhof. Zudem gibt es Diensträume am Hauptbahnhof, in
Pasing und Freising. Weitere Informationen erhalten Sie über oben
genannte Kontaktadresse oder unter sowie unter
.