Erneute Ausschreitungen nach Bundesliga-Begegnung – Polizei nimmt 152 Tatverdächtige in Gewahrsam
Lfd. Nr.: 0255
Nach dem Raubüberfall am 28. Januar im Vorfeld zur UEFA-Champions-League-Begegnung zwischen Borussia Dortmund und dem FC Internazionale Milan sowie dem Versuch von mehreren Gästefans des FC Bayern München am 28. Februar, die Stadionkontrollen gewaltsam zu umgehen kam es am vergangenen Samstag (21. März) im Rahmen der Bundesliga-Begegnung des BVB erneut zu mehreren Straftaten sowie einer Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Fangruppierungen auf offener Straße.
Informationen zu den Zwischenfällen vom 28.01.2026 und 28.02.2026 finden Sie hier:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/6209759
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/6226890
Am 21.03.2026 verfolgten 81.365 Zuschauer, davon 7.770 Gästefans, ab 18:30 Uhr die Partie des BVB gegen den Hamburger SV live im Signal-Iduna-Park. Die überwiegende Mehrheit der Besucherinnen und Besucher verhielt sich dabei friedlich, so dass die Veranstaltung weitestgehend störungsfrei verlief.
Bereits im Vorfeld des Spiels kam es jedoch gegen 14 Uhr in der Dortmunder Innenstadt auf dem Alten Markt sowie im Bereich der Kuckelke zu zwei Raubdelikten. In beiden Fällen erzwang eine Gruppe von etwa zehn Dortmunder Fußballfans unter Androhung von Gewalt die Herausgabe von Fanutensilien zweier Fans des Hamburger SV.
Zu Beginn der Partie sowie während des Spiels brannten mehrere bislang unbekannte Tatverdächtige pyrotechnische Gegenstände ab.
Die Gästefans des Hamburger SV verließen nach Ende der Partie zunächst friedlich und störungsfrei das Stadion und stiegen in ihre Reisebusse in Richtung Hamburg.
Im Kreuzungsbereich Klönnestraße/Güntherstraße hielt eine etwa 300 Personen starke, überwiegend vermummte Gruppe aus der organisierten und augenscheinlich gewaltbereiten Fanszene von Borussia Dortmund die Busse an. Sie bewarfen diese unter anderem mit Warnbarken und Glasflaschen und versuchten, die Türen gewaltsam aufzureißen. In der Folge kam es zu wechselseitigen Körperverletzungen und Landfriedensbrüchen aus beiden Fanlagern.
Erst durch das schnelle Einschreiten der Polizei konnte die Auseinandersetzung auf offener Straße unterbunden werden. Die Dortmunder Fans flüchteten daraufhin in unterschiedliche Richtungen. Im Umfeld gelang es den Einsatzkräften dennoch insgesamt 16 Tatverdächtige vorläufig festzunehmen.
Die Hamburger stiegen in die Busse ein und setzten ihre Fahrt unmittelbar fort. Im Bereich der Walther-Kohlmann-Straße, kurz vor der B 236, hielten Polizeikräfte zwei Busse an und stellten die Identität der 136 Insassen fest. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen erhielten alle 152 Personen, sowohl Dortmunder als auch Hamburger einen Platzverweis.
Insgesamt leitete die Polizei 34 Strafverfahren, unter anderem wegen Diebstahls, Raubes, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, ein. Die Ermittlungen dauern an.
Der gesetzliche Auftrag der Polizei besteht darin, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abzuwehren sowie Straftaten zu verhindern, vorbeugend zu bekämpfen und zu verfolgen. Die Polizei Dortmund wird daher auch zukünftig konsequent gegen Straftäter vorgehen, die Fußballspiele und deren Umfeld als rechtsfreie Räume wahrnehmen.
Journalisten wenden sich mit Rückfragen bitte an:
Polizei Dortmund
Joshua Pollmeier
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