Verkehrsunfallstatistik 2025: Rückläufige Unfallzahlen – deutlicher Anstieg bei Verkehrstoten

Heute haben der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Celle und der Leiter Einsatz, Marcel Matthies, gemeinsam mit dem Verkehrssachbearbeiter Dirk Holz die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Insgesamt wurden in Stadt und Landkreis Celle 4.039 Verkehrsunfälle registriert. Damit ist die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr (4.174) leicht gesunken. Aus polizeilicher Sicht ist diese Entwicklung grundsätzlich positiv zu bewerten und deutet auf erste Erfolge der Verkehrssicherheitsarbeit hin. Um diesen Trend zu stabilisieren, sind jedoch weiterhin kontinuierliche Verkehrsüberwachungsmaßnahmen sowie gezielte Präventionskampagnen zur Einhaltung der Verkehrsregeln erforderlich. Trotz dieser grundsätzlich positiven Entwicklung zeigt sich jedoch eine gegenläufige und besonders besorgniserregende Tendenz: Die Zahl der Verkehrstoten ist im Jahr 2025 deutlich angestiegen. "Der Rückgang der Gesamtunfallzahlen ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Der deutliche Anstieg der Verkehrstoten zeigt jedoch, dass die Schwere einzelner Unfälle zugenommen hat. Hier gilt es, weiterhin konsequent auf die Hauptunfallursachen wie Geschwindigkeit, Ablenkung und Vorfahrtsverstöße einzuwirken", so Frank Freienberg, Leiter der Polizeiinspektion Celle. Aus präventiver Sicht müssen daher insbesondere Geschwindigkeitskontrollen, Maßnahmen gegen Ablenkung sowie Aufklärung zu Risikoverhalten weiter intensiviert werden. Deutlicher Anstieg bei Verkehrstoten Im Jahr 2025 kamen in Stadt und Landkreis 12 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, im Vorjahr waren es noch sechs. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zur Anzahl der Verletzten, die deutlich zurückgegangen ist. So wurden 705 leichtverletzte Personen (2024: 790) und 93 schwerverletzte Personen (2024: 98) registriert, insgesamt verunglückten 810 Menschen (2024: 906). Aus polizeilicher Sicht ist der Anstieg der tödlichen Verkehrsunfälle besonders besorgniserregend und zeigt, dass die Unfallschwere trotz sinkender Gesamtzahlen zugenommen hat. Präventiv gilt es daher, insbesondere die Risikofaktoren Geschwindigkeit, Ablenkung und Fehlverhalten im Straßenverkehr konsequent zu bekämpfen. Als Ursachen kommen vor allem schwere Einzelunfälle mit hohen Geschwindigkeiten, Kollisionen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmenden sowie ungünstige Rahmenbedingungen wie Dunkelheit oder ländlich geprägte Strecken in Betracht. Unfallursachen: Menschliches Fehlverhalten bleibt entscheidend Die Auswertung der Hauptunfallursachen zeigt weiterhin, dass menschliches Fehlverhalten im Unfallgeschehen eine zentrale Rolle spielt. Häufige Ursachen waren unter anderem mangelnder Sicherheitsabstand, Wildunfälle, Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren, Vorfahrts- und Vorrangverstöße, nicht angepasste Geschwindigkeit, Ablenkung sowie Alkohol- und Drogeneinfluss. Aus polizeilicher Sicht bestätigt sich damit, dass ein Großteil der Verkehrsunfälle vermeidbar wäre. Präventiv sind daher verstärkte Kontrollen sowie zielgerichtete Aufklärungsmaßnahmen erforderlich, um regelkonformes Verhalten, Aufmerksamkeit und vorausschauendes Fahren nachhaltig zu fördern. Fahrradverkehr: steigende Unfallzahlen Die Zahl der Fahrradunfälle ist auf 310 Fälle gestiegen (2024: 289). Mit 231 leichtverletzten und 25 schwerverletzten Beteiligten wird deutlich, dass Radfahrende weiterhin zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmenden zählen. Aus polizeilicher Sicht zeigt sich hier eine erhöhte Gefährdung insbesondere im innerörtlichen Bereich durch die steigende Nutzung von Fahrrädern und Pedelecs. Elektrokleinstfahrzeuge: dynamische Entwicklung Die Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern sind erneut angestiegen. Insgesamt wurden 63 Unfälle registriert (2024: 54), darunter 45 mit Verletzten, sieben Schwerverletzte und ein tödlich verunglückter Mensch. Aus polizeilicher Sicht verdeutlicht diese Entwicklung ein wachsendes Risiko in diesem Verkehrssegment. Präventiv sind insbesondere verstärkte Kontrollen hinsichtlich der Einhaltung von Verkehrsregeln sowie Aufklärung über die Gefahren von Alkohol- und Drogenkonsum notwendig. Fußgängerunfälle: rückläufige Zahlen Die Zahl der Fußgängerunfälle ist auf 56 Fälle gesunken. Insgesamt wurden 35 Personen verletzt, eine Person kam ums Leben. Trotz rückläufiger Zahlen bleibt aus polizeilicher Sicht festzuhalten, dass Fußgänger zu den besonders ungeschützten Verkehrsteilnehmenden gehören und bei Kollisionen ein hohes Verletzungsrisiko tragen. Präventiv sind sichere Querungsmöglichkeiten, bessere Sichtbarkeit sowie gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr von entscheidender Bedeutung. Baumunfälle: schwere Folgen trotz geringerer Fallzahlen Die Zahl der Baumunfälle ist auf 86 Fälle gesunken (2024: 118). Diese Unfallart ist häufig geprägt von alleinbeteiligten Fahrten, nicht angepasster Geschwindigkeit und überdurchschnittlich schweren Unfallfolgen. Im Jahr 2025 kamen hierbei drei Menschen ums Leben. Aus polizeilicher Sicht bleiben Baumunfälle trotz rückläufiger Zahlen besonders schwerwiegend. Präventiv sind insbesondere geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen sowie eine Sensibilisierung für die Gefahren auf Landstraßen erforderlich. Wildunfälle: konstanter Anteil auf hohem Niveau Mit 890 Wildunfällen machen diese einen erheblichen Anteil des Unfallgeschehens aus. Sie sind geprägt durch plötzliches Auftreten, eingeschränkte Reaktionsmöglichkeiten und häufig hohe Sachschäden. Aus polizeilicher Sicht stellen Wildunfälle insbesondere im ländlichen Raum eine konstante und schwer beeinflussbare Gefahrenquelle dar. Präventiv können angepasstes Fahrverhalten, erhöhte Aufmerksamkeit sowie technische Maßnahmen wie Wildwarnsysteme zur Risikominimierung beitragen. Struktur der Verkehrstoten Die Analyse der tödlich Verunglückten zeigt ein differenziertes Bild, da verschiedene Verkehrsarten betroffen sind und kein klarer Schwerpunkt erkennbar ist. Zudem sind nahezu alle Altersgruppen vertreten. Aus polizeilicher Sicht macht dies deutlich, dass Verkehrssicherheitsarbeit alle Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen in den Fokus nehmen muss. Präventiv ist daher ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der sämtliche Zielgruppen adressiert. Die Verkehrsunfallstatistik 2025 zeigt insgesamt eine leicht positive Entwicklung bei den Unfallzahlen, gleichzeitig aber eine deutliche Verschärfung bei den Unfallfolgen. Aus polizeilicher Sicht wird deutlich, dass weniger Unfälle nicht automatisch mehr Sicherheit bedeuten. Entscheidend ist vielmehr die Reduzierung der Unfallschwere und insbesondere tödlicher Folgen. Präventiv müssen daher die Hauptunfallursachen konsequent bekämpft, das Bewusstsein für Risiken wie Geschwindigkeit und Ablenkung geschärft und besonders gefährdete Verkehrsteilnehmende gezielt geschützt werden. Rückfragen bitte an: Polizeiinspektion Celle Ulrike Trumtrar Telefon: 05141 277-104 E-Mail: ulrike.trumtrar@polizei.niedersachsen.de