Verkehrsunfallstatistik 2025 der Polizeiinspektion Ludwigslust
Auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust-Parchim registrierte die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 7.560 Verkehrsunfälle. Das sind 107 weniger als im Jahr zuvor (-1%).
Fast gleichbleibend ist die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Sachschäden, die prozentual den höchsten Anteil am Gesamtunfallaufkommen ausmacht. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden ist von 658 im Jahr 2024 auf 711 im vergangenen Jahr um über sieben Prozent gestiegen.
Im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen starben im vergangenen Jahr 19 Personen auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Im Jahr 2024 waren es 9. Im Berichtszeitraum stieg auch die Anzahl der verletzten Verkehrsteilnehmer von 867 im Jahr 2024 merklich auf 939 im Jahr 2025. Konkret wurden bei Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr 146 Verkehrsteilnehmer schwer und 774 weitere Personen leicht verletzt. "Die deutlich gestiegene Zahl der Verkehrstoten sowie der verletzten Verkehrsteilnehmer im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist für uns ein sehr ernstes Signal. Jeder einzelne dieser Fälle steht für menschliche Schicksale, die durch mehr Aufmerksamkeit und Rücksicht im Straßenverkehr verhindert werden könnten.", so der Leiter der Polizeiinspektion, Ingo Renk.
Die Unfallkategorie der leichten bis mittleren Sachschäden macht mit 6.591 Unfällen (2024=6.727) den Hauptanteil an der Gesamtbilanz aus. Etwa 87 Prozent aller Verkehrsunfälle fallen in diese Unfallkategorie.
Unfallursachen
Unverändert blieben im Berichtszeitraum die Hauptunfallursachen. So wurden im vergangenen Jahr etwa gleichbleibend Verkehrsunfälle registriert, die nachweislich auf überhöhte bzw. unangemessene Geschwindigkeit zurückzuführen sind (2025= 361, 2024= 343). Das entspricht einer leichten Erhöhung von knapp 4 Prozent. Bei weiteren 239 Zusammenstößen war die Nichtgewährung der Vorfahrt die Unfallursache (2024=272). In 152 Fällen waren Alkohol- oder Drogeneinwirkung die Auslöser von Verkehrsunfällen (2024= 163).
Wildunfallzahlen sinken um 4,2 Prozent
Im vergangenen Jahr ereigneten sich auf den Straßen und Autobahnen des hiesigen Landkreises insgesamt 3.301 Wildunfälle, wobei im Vergleich zum Jahr 2024 (3.445 Wildunfälle) eine Senkung um 4,2 Prozent festzustellen war. Damit bewegen sich die Wildunfallzahlen im Fünf-Jahres-Vergleich weiterhin auf hohem Niveau (2023= 3.263, 2022=2.827, 2021= 3.248). Der prozentuale Anteil der Wildunfälle im Landkreis, gemessen am Gesamtunfallaufkommen, betrug im vergangenen Jahr 44 Prozent.
Zu gehäuften Wildunfällen kam es insbesondere auf der B 321 zwischen Hagenow und Bandenitz, auf der B 104 zwischen Cambs und Kuhlen-Wendorf, auf der L05 bei Püttelkow sowie auf der B 5 zwischen Zahrensdorf und Dersenow.
Bei Wildunfällen wurden im vergangenen Jahr 50 Personen verletzt (2024= 53), davon 5 schwer (2024= 8).
Auf den Bundesautobahnen 14 und 24 (im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Ludwigslust) ereigneten sich im vergangenen Jahr 193 Wildunfälle (2024= 228). Dabei wurde 1 Verkehrsteilnehmer verletzt (2024= 10).
Polizeidirektor Ingo Renk: "Fast jeder zweite Unfall im Landkreis steht im Zusammenhang mit Wildwechsel. Gerade auf bekannten Streckenabschnitten sollten Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit anpassen und jederzeit mit querendem Wild rechnen."
Unfallgeschehen Zweiradfahrer
Durch falsches Verhalten haben im vergangenen Jahr 121 Fahrrad- bzw. Pedelecfahrer einen Verkehrsunfall verursacht (2024= 131). Dabei wurden 119 Fahrradfahrer verletzt und zwei Radfahrer getötet (2024= 131 Verletzte). Riskantes Überqueren von vielbefahrenen Straßen oder Kreuzungen bzw. das falsche Verhalten von Fahrradfahrern an Fußgängerüberwegen oder die widerrechtliche bzw. falsche Benutzung von Geh- und Radwegen haben unter anderem zu solchen Unfällen geführt.
Das Unfallgeschehen bei den motorisierten Zweiradfahrern ist leicht gesunken: 16 Kradfahrer verursachten im Jahr 2025 einen Verkehrsunfall (2024= 20). Dabei wurden drei Personen getötet (2024=1). Weitere 64 Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen (2024= 59). Meist stürzten die betreffenden Krad- bzw. Kleinkraftradfahrer ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer oder stießen mit Autos zusammen.
Unfallgeschehen auf Autobahnen
Auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Ludwigslust (BAB 14 und BAB 24) sanken die Unfallzahlen von 797 im Jahr 2023 und 702 im Jahr 2024 auf 642 im Jahr 2025 um neun Prozent. Im Berichtszeitraum wurden wie im Jahr zuvor zwei Verkehrsteilnehmer getötet (2024= 2). 105 Personen sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen auf den Autobahnen verletzt worden (2024= 39).
Tätigkeiten und Maßnahmen der Polizei
Im Bereich der Verkehrssicherheit hat die Polizeiinspektion Ludwigslust im vergangenen Jahr zielgerichtete Verkehrskontrollen durchgeführt sowie verkehrserzieherische Maßnahmen ergriffen, die durch eine taktische Öffentlichkeitsarbeit begleitet wurden.
Im Zuge von Verkehrskontrollen sowie der speziellen themenorientierten Verkehrskontrollen hat die Polizei im vergangenen Jahr unter anderem 50.523 Geschwindigkeitsverstöße, 2.483 Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer und 684 Vorfahrtsverstöße auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust- Parchim geahndet. Zudem hat die Polizei 189 Fahrzeugführer unter Drogeneiwirkung und weitere 282 unter Alkoholeinwirkung aus dem Verkehr gezogen.
Die Präventionsberater der Polizeiinspektion Ludwigslust haben im vergangenen Jahr bei rund 230 Veranstaltungen zur Verkehrsunfallprävention über 5.300 Teilnehmer verzeichnen können.
Die präventiven Maßnahmen der Polizei zur Verhinderung insbesondere schwerer Verkehrsunfälle wurden mit einer offensiv ausgerichteten Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Das erfolgte insbesondere durch zahlreiche anlass- als auch themenbezogene Veröffentlichungen, so auch im Zuge der landesweiten Kampagne: "Fahren.Ankommen.LEBEN". Ziel war es wiederum, durch die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer die Hauptunfallursachen zurückzudrängen. Als Beispiele führt Inspektionsleiter Ingo Renk unter anderem präventive Aktionen, Informationen und Handlungsempfehlungen zu den Themen: Sicherer Schulweg, Zweiräder im Straßenverkehr, Winterfahrverkehr, Ernteverkehr sowie sachbezogene Informationen und Empfehlungen zur Verhinderung von Wildunfällen auf.
Die Polizeiinspektion Ludwigslust ist durch den Sachbereich Verkehr in der Unfallkommission des Landkreises ständig vertreten. Die durch die Polizei erkannten und gemeldeten Unfallhäufungsstellen werden der Unfallkommission des Landkreises gemeldet, dort analysiert und Maßnahmen zu deren Beseitigung beschlossen.
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