Kriminalitätslage und Verkehrsunfallentwicklung – Wie werden eigentlich Unfallhäufungsstellen bearbeitet?
Der Polizeibeirat kam jetzt zur Frühjahrssitzung zusammen. Neben der Kriminalitätsentwicklung informierte sich der Beirat über die Arbeit der Unfallkommissionen.
Zunächst stellten Landrat Dr. Olaf Gericke und Polizeidirektorin Andrea Mersch-Schneider Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik und der Verkehrsunfallstatistik 2025 vor. Sie berichteten über die um 1,7 % leicht auf 14.692 gestiegenen Straftaten. So ist auch die Kriminalitätshäufigkeit (Straftaten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner) leicht angestiegen, lag aber nach wie vor deutlich unter der für das Land Nordrhein-Westfalen liegenden Quote. Die Aufklärungsquote lag bei gut 55 %. Der Anteil der Diebstahlsdelikte ist leicht angestiegen, während die Zahl der bekannt gewordenen Betrugsfälle etwas zurückgegangen ist. Die Kriminalitätsentwicklung sei stabil, betonte der Landrat, größere Ausreißer habe es nicht gegeben.
Die Auswertung der Verkehrsunfalllage ergab ebenfalls keine besonderen Auffälligkeiten. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden stieg um 64 Verkehrsunfälle auf 941 an. Damit korrespondierend stieg auch die Zahl der Verunglückten an, um 52. Fünf Menschen verunglückten tödlich (gegenüber 13 in 2024), 143 verletzten sich schwer. 1.014 Menschen wurden leicht verletzt, 60 Personen mehr als im Vorjahr. Zur Bekämpfung der Verkehrsunfälle werden die repressiven Maßnahmen und die Präventionsprojekte weitergeführt, kündigten Dr. Olaf Gericke und Polizeidirektorin Mersch-Schneider an.
Ziel der Unfallkommissionsarbeit ist die Reduzierung von Straßenverkehrsunfällen und die Minderung von Unfallfolgen. Polizeihauptkommissar André Korten erläuterte, dass die Polizei so genannte Unfallhäufungsstellen durch die Erfassung und Auswertung von Unfalldaten identifiziert und diese der Unfallkommission meldet. Dabei wird analysiert, wo sich Verkehrsunfälle häufen und worauf diese zurückzuführen sind. Geschehen zum Beispiel innerhalb eines Jahres an einer Stelle drei Verkehrsunfälle gleichen Typs, d. h. der Ablauf ähnelte sich in diesen Fällen, wird die Unfallhäufungsstelle festgestellt. Dann berät die Unfallkommission aus Straßenverkehrsbehörde, Straßenbaulastträger und Polizei über mögliche Maßnahmen der Abhilfe. Das können Änderungen der Verkehrsregeln, z. B. Reduzierungen der zulässigen Geschwindigkeit oder der Fahrbahnmarkierungen sein, letztlich sind auch bauliche Veränderungen möglich, um auf diese Weise Unfallgefahren zu minimieren. Eindrucksvoll berichtete Korten von einem Beispiel aus Oelde, wo an einer Kreuzung außerhalb der geschlossenen Ortschaft durch die Aufstellung eines Zaunes die Sicht auf die Vorfahrtsstraße so sinnvoll eingeschränkt wurde, dass dort keine Unfälle des fraglichen Typs mehr passieren.
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