Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 des Polizeikommissariats Norden: Zahl der Straftaten erneut gesunken – weiterhin hohe Aufklärungsquote

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 des Polizeikommissariats Norden: Zahl der Straftaten erneut gesunken - weiterhin hohe Aufklärungsquote Im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Norden ist die Anzahl der Straftaten im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 674 Taten gesunken. Die Aufklärungsquote des Polizeikommissariats Norden ist im Vergleich zu 2024 fast gleichbleibend auf einem hohen Niveau von 68,20%. Sie liegt erneut deutlich über dem Landesdurchschnitt von 62,72%. Kernpunkte der PKS 2025 - Weniger Straftaten im Vergleich zu 2024 (-674 Taten, -14,56%) - Gleichbleibend hohe Aufklärungsquote von 68,20% (-0,20%) - Tendenz: Rückgang bei der häuslichen Gewalt (-39 Taten, -12,38%) - Abnahme bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (-15,40%) - Weniger Raubdelikte (-12 Taten, -32,43%) - Zahl der Körperverletzungsdelikte stark rückläufig (-105 Taten, -17,77%) - Gewalt gegen Polizeibeamte*innen deutlich gefallen (-12 Taten, -36,36%) - Weniger Wohnungseinbrüche (-16 Taten, -31,37%) - Weniger Sachbeschädigungen (-13 Taten, -2,93%) - Viele Vermögens - und Betrugsdelikte (-12 Taten, -1,80%) - Rückgang bei der Kinder- und Jugendkriminalität (-22 Taten, -5,66%)Weniger Straftaten und hohe Aufklärungsquote Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Norden insgesamt 3.956 Straftaten registriert. Die Anzahl der Straftaten ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 674 Straftaten bzw. 14,56% gefallen. Die Aufklärungsquote des Polizeikommissariats Norden liegt 2025 weiterhin auf einem hohen Niveau und fiel leicht um 0,20% auf 68,20%. Sie liegt damit erneut deutlich über dem Lan-desdurchschnitt von 62,72%. Insgesamt konnten im Jahr 2025 2.698 Taten der 3.956 registrierten Straftaten aufgeklärt werden. "Eine sinkende Kriminalitätsrate bei gleichzeitig hoher Aufklärungsquote ist der beste Beleg für eine wirksame Prävention und eine effiziente Polizeiarbeit", erklärt Polizeioberrat Ingo Brickwedde, Leiter des Polizeikommissariats Norden. "Gleichwohl bleibt die systematische Untersuchung von Ursachen für delinquentes Verhalten weiterhin unerlässlich, um weiter wirksam, zielorientiert Straftaten zu verhindern und um damit nicht zuletzt das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung nachhaltig zu stärken", führt Ingo Brickwedde weiter aus. Weniger Rohheitsdelikte und weniger Häusliche Gewalt Im Altkreis Norden ist die Zahl der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die körperliche Freiheit in 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 140 Taten (-15,40%) auf 769 Taten gesunken. Es kam zu insgesamt 25 Raubstraftaten (-32,43%), im Jahr 2024 waren es 37. Es konnten fast zwei Drittel der Taten geklärt werden. Die Körperverletzungsdelikte insgesamt sind deutlich zurückgegangen. Es sind 105 Taten (-17,77%) weniger zu verzeichnen, von 591 Taten in 2024 auf 486 Taten in 2025. Die gefährlichen und schweren Körperverletzungen haben sich von 123 auf 92 Taten verringert (-25,20%). Die vorsätzlichen einfachen Körperverletzungen reduzierten sich um 16,27%, von 418 Taten in 2024 auf 350 Taten in 2025. Die Anzahl der Bedrohungen reduzierte sich um 25 Taten (-11,31%), von 221 Taten in 2024 auf 196 Taten in 2025. Die Beleidigungen, Verleumdungen und üblen Nachreden nahmen um 37 Taten (-12,89%) ab, von 287 Taten in 2024 auf 250 Taten in 2025. Die registrierten Sachbeschädigungen nahmen um 13 Taten ab, von 443 Taten in 2024 auf 430 Taten in 2025 (-2,93%). Im Bereich der häuslichen Gewalt wird eine rückläufige Entwicklung um 39 Taten (-12,38%) festgestellt. In 2024 wurden 315 Fälle registriert und in 2025 nur 276 Fälle. "Im Altkreis Norden konnte die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger noch weiter gesteigert werden. Insbesondere die Gewaltdelikte wie Raubüberfälle und Körperverletzungen in der Öffentlichkeit sind zurückgegangen. Die meisten der in 2025 registrierten Aggressionstaten wie Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen wurden im häuslichen Umfeld begangen. Häufig unter viel Alkohol- und/oder Drogeneinfluss", sagt Erster Kriminalhauptkommissar Michael Pape, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Gewalt gegen Polizeibeamte*innen Die Zahl der Gewalthandlungen gegen Polizeibeamte*innen nahm um 36,36% ab. Sie fiel von 33 Taten in 2024 auf 21 Taten in 2025. Es kam zu fünf Widerstandshandlungen, 13 tätlichen Angriffen, einer Bedrohung, einer Nötigung und einer Beleidigung auf sexueller Basis. In sechs Fällen war der Täter oder die Täterin alkoholisiert. Rückläufige Diebstahlszahlen und weniger Einbrüche Die einfachen und schweren Diebstähle sind zusammen um 355 Taten, von 1.455 in 2024 auf 1.100 in 2025 (-24,40%), stark zurückgegangen. Insgesamt konnten 42% aller Diebstahlsdelikte aufgeklärt werden. Eine deutliche Abnahme der Straftaten ist 2024 bei den Wohnungseinbruchdiebstählen festzustellen. Die Zahl der Einbrüche ist von 51 im Jahr 2024 auf 35 Taten im Jahr 2025 gesunken. Das entspricht einer Abnahme von 31,37% und ist damit der niedrigste Wert der letzten 10 Jahre. Die Tageswohnungseinbrüche sind um 2 Taten (+20,00%) gestiegen, von 10 Taten in 2024 auf 12 Taten in 2025. Hierbei handelt es sich um den drittniedrigsten Wert der letzten 10 Jahre. Die Ladendiebstähle insgesamt sind um 36 Taten (-12,63%) von 285 Taten in 2024 auf 249 in 2025 zurückgegangen. Die Taschendiebstähle sind weiter rückläufig (-28,95%), von 38 Taten in 2024 auf 27 Taten in 2025. Die Anzahl der Hausfriedensbrüche fiel um 56 Taten (-29,79%), von 188 Taten in 2024 auf 132 Taten in 2025. "Ich bin selber überrascht, dass sich die Taten im Bereich der Eigentumsdelikte in 2025 um fast ein Viertel reduziert haben. Die Anstrengungen der letzten Jahre im Bereich der Prävention und die gezielten Ermittlungsaktionen, z. B. gegen reisende Tätergruppierungen, haben sich ausgezahlt. Trotz sinkender Fallzahlen werden wir diesen Kriminalitätsbereich weiter im Fokus behalten", sagt Michael Pape. Rückläufige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz Die Zahl der Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz ist von 120 Fällen im Jahr 2024 auf 104 Fälle im Jahr 2025 gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 13,30%. Bei der Analyse hinsichtlich der konsumierten verbotenen Substanzen ist erkennbar, dass im Altkreis Norden immer mehr Kokain konsumiert wird. Weniger Vermögens- und Fälschungsdelikte Die Anzahl der Straftaten im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist im Vergleich zum Vorjahr um 12 Fälle auf insgesamt 653 Taten (-1,80%) gefallen. Die Aufklärungsquote betrug 73,81%. Einen großen Teil dieser Straftaten nimmt weiterhin der klassische Waren- und Warenkreditbetrug im Internet ein, es ist eine leichte Abnahme von 205 Taten in 2024 um 23 Taten auf 182 (-11,22%) in 2025 zu verzeichnen. "Das Internet wird ein stetig größerer werdender Tatort im Bereich der Betrugskriminalität. Die Möglichkeiten der Künstliche Intelligenz werden von Kriminellen immer geschickter genutzt, um in der Anonymität Menschen zu täuschen und an ihr Geld zu gelangen. Die Betrugsmaschen der letzten Jahre, wie z. B. der Enkeltrick oder Falsche Polizeibeamte, sind weiterhin präsent und führen zu hohen Vermögensschäden. Gleichzeitig wird der erforderliche Ermittlungsaufwand immer höher und personalintensiver", sagt Michael Pape. "Das gilt sehr häufig auch für hohe Renditeaussichten rund um Geldanlagen und Investitionen. Die Kriminellen nutzen vermehrt dieses Geschäftsfeld, um dort insbesondere höhere Summen zu ergaunern. Anhand der von uns regelmäßig aufgenommenen Betrugsfälle merke ich, dass die Gefahr des Totalverlusts sämtlicher Einzahlungen nicht für möglich gehalten wird, da das Auftreten der vermeintlichen Anlageberater zu professionell wirkt und die erste kleine Gewinnauszahlung funktioniert. Wir haben daher auch die Präventionsarbeit beim Polizeikommissariat Norden intensiviert" sagt Kriminaloberkommissar Arthur Hopp, Spezialist für Ermittlungen im Bereich Betrug und Internetkriminalität. Rückläufige Zahlen bei Diebstählen, Beleidigungen, Sachbeschädigungen und Bedrohungen, aber wieder mehr Körperverletzungen im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität Im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität kam es im Jahr 2025 zu 367 Straftaten. 2024 waren es noch 389. Das entspricht einem Rückgang um 5,66%. Die Entwicklung nach Rückgang: - -50,00% - Sachbeschädigungen: -17 Taten, von 34 Taten in 2024 auf 17 Taten in 2025 - -25,00% - Beleidigungen: -6 Taten, von 24 Taten in 2024 auf 18 Taten in 2025 - -08,48% - Diebstähle: -10 Taten, von 118 Taten in 2024 auf 108 Taten in 2025 - +/- 0% - Bedrohungen: +/- 0 Taten, 20 Taten in 2024 und 20 Taten in 2025 - +12,86% - Körperverletzungen: +9 Taten, von 70 Taten in 2024 auf 79 Taten in 2025Die Drogendelikte von Kindern und Jugendlichen haben einen leichten Rückgang um einen Fall, von 9 Fällen in 2024 auf 8 Fälle in 2025 (-11,11%). Fazit zur PKS 2025 "Weiter sinkende Fallzahlen und eine weiterhin hohe Aufklärungsquote spiegeln eine absolut positive und erfreuliche Entwicklung wider. Das Leben an der Küste und im Binnenland ist sicherer denn je geworden", stellt Polizeioberrat Ingo Brickwedde heraus. "Die Entwicklungen im Bereich der Internetkriminalität in unterschiedlichsten Ausprägungen sind hingegen besorgniserregend. Tatorte verlagern sich mehr und mehr in die sogenannte virtuelle Welt. Die finanziellen Schäden sind insgesamt im übergeordneten Deliktsfeld Betrugskriminalität beträchtlich. Neben einer zukunftsfähigen Polizei mit spezialisierten Fachkräften bedarf es einer permanenten, nachhaltigen präventiven Sensibilisierung und Bildung der Bevölkerung", ergänzt Ingo Brickwedde. "Der Rückgang der Fallzahlen im Deliktsfeld Betäubungsmittelkriminalität wirkt nur auf den ersten Blick erfreulich", mahnt Ingo Brickwedde und stellt klar: "Es ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Cannabis gestiegen ist und der erhöhte Bedarf weder durch einen Eigenanbau noch durch Anbauvereine gedeckt werden kann, sodass auf den illegalen Markt zurückgegriffen wird." Ingo Brickwedde führt weiter aus: "Der festgestellte, erhöhte Konsum von Kokain, insbesondere im Zusammenhang mit Verkehrskontrollen, kann die Folge des Konsums der Einstiegsdroge Cannabis sein." "Es ist daher unerlässlich, die Maßnahmen im Bereich der Prävention polizeiintern und institutionell übergreifend weiter zu etablieren und auszubauen", bringt Ingo Brickwedde zum Ausdruck. Rückfragen bitte an: Polizeiinspektion Aurich/Wittmund Pressestelle Telefon: 04941/606-114 E-Mail: pressestelle@pi-aur.polizei.niedersachsen.de