Callcenter-Betrug in Dachau – Festnahme eines Geldabholers
DACHAU. Ein 65-Jähriger aus Dachau bekam am gestrigen Donnerstag (21.05.2026) einen betrügerischen Anruf. Ihm fiel schnell auf, dass es sich dabei um einen sogenannten Callcenter-Betrug handelte und verständigte die Polizei. Einer der Tatverdächtigen, der im Anschluss an das Telefonat mehrere tausend Euro Bargeld abholen sollte, konnte somit noch vor Ort festgenommen werden.
Der Dachauer erhielt am Nachmittag einen Anruf von einem falschen Polizisten, der sich als Kommissar ausgab. Seine Tochter habe bei Rot eine Ampel überfahren und dabei eine schwangere Frau angefahren, die dabei verletzt worden sei. Seine Tochter sei nun festgenommen worden, könne aber gegen die Zahlung einer Kaution freigelassen werden. Ein Abholer, der das Bargeld an der Haustüre des 65-jährigen Deutschen entgegennehmen sollte, wurde für den Nachmittag angekündigt. Die Geschichte wurde den Betrügern allerdings zum Verhängnis. Da der Dachauer keine Tochter hat, war ihm schnell klar, dass er es mit Betrügern zu tun hatte und verständigte umgehend die Polizei. So konnte der Geldabholer, ein 39-jähriger tschechischer Staatsangehöriger, noch an der Wohnanschrift des Geschädigten festgenommen werden.
Der Tatverdächtige wurde am heutigen Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II einem Haftrichter am Amtsgericht München vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl. Der 39-Jährige wurde anschließend in eine bayerische Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Die Kriminalpolizei warnt weiterhin eindringlich vor dem Phänomen „Schockanruf“ und rät:
Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie sich unter Druck gesetzt fühlen!
Geben Sie am Telefon niemals Auskunft über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen!
Die echte Polizei wird niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen fordern, um Ermittlungen durchzuführen oder um Kautionen zu stellen! Auch die Forderung hoher Summen für angeblich dringend notwendige Medikamente zur Behandlung von Verwandten ist eine perfide Masche der Betrüger.
Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen daher unter der Ihnen bekannten Nummer an!
Die Polizei kontaktiert Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu (Verwandte, Nachbarn, Freunde).
Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!
Weitere Informationen zum Thema Schockanruf finden Sie im Internet auf den Seiten der Präventionskampagne LEG AUF!