Sicherheitsgespräch 2026 | Landratsamt Lindau (Bodensee) und Polizei

Gemeinsame Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West und des Landratsamts Lindau (Bodensee) LINDAU. Zur Erörterung der aktuellen Kriminalitäts- und Sicherheitslage fand am 19.05.2026 das jährliche Sicherheitsgespräch zwischen dem Landratsamt Lindau und dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West statt. An dem Austausch im Landratsamt Lindau nahmen neben Landrat Elmar Stegmann und Polizeivizepräsident Michael Haber auch Vertreter der Polizeiinspektionen Lindau und Lindenberg, der Grenzpolizeiinspektion Lindau sowie der Kriminalpolizeistation Lindau teil. Seitens des Landratsamts waren die zuständigen Amts- und Abteilungsleiter in den fachlichen Austausch eingebunden. Zudem war der Leiter der örtlich zuständigen Bundespolizeiinspektion Kempten vertreten. Polizeivizepräsident Haber stellte gemeinsam mit den Dienststellenleitern auf Grundlage der Polizeilichen Kriminalstatistik die aktuelle Sicherheitslage im Landkreis Lindau vor. Die bereinigte Gesamtzahl der erfassten Straftaten stieg im direkten Vorjahresvergleich um 1,8 % auf 3.149 Fälle. Die Rauschgiftkriminalität ging demgegenüber erwartungsgemäß erneut zurück. Grund hierfür ist insbesondere der Wegfall allgemeiner Verstöße im Zusammenhang mit Cannabis infolge des zum 1. April 2024 in Kraft getretenen Konsumcannabisgesetzes. Gleichzeitig stieg die Zahl der von der Polizei festgestellten Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln um knapp 90 %. Bei den Wohnungseinbruchdiebstählen war ein Anstieg zu verzeichnen. Eine positive Entwicklung zeigte sich hingegen im Bereich des sogenannten Callcenterbetrugs. Während der Beuteschaden im Jahr 2024 noch bei über 187.000 Euro lag, konnten Täter im Landkreis Lindau im Jahr 2025 lediglich rund 23.000 Euro erlangen. Die Zahl der aus Tätersicht erfolgreichen Fälle ging im Jahresvergleich um rund 30 Prozent zurück. Die bereinigte Aufklärungsquote stieg merklich auf 72,1 % und liegt damit weiterhin deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 66 %. Damit werden im Landkreis Lindau mehr als zwei von drei Straftaten aufgeklärt. Mit den gestiegenen Gesamtfallzahlen erhöhte sich auch die bereinigte Häufigkeitszahl von 3.698 im Jahr 2024 auf 3.821 im Jahr 2025. In der Kriminologie dient die Häufigkeitszahl als vergleichbarer Indikator für die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten je 100.000 Einwohner und beschreibt die durch Kriminalität verursachte Gefährdung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ausschließlich das sogenannte „Hellfeld“ – also die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten – in die Berechnung einfließt. Polizeivizepräsident Michael Haber erklärte hierzu: „Der Landkreis Lindau ist vergleichsweise sicher, trotz eines leichten Anstiegs der Straftaten im Jahr 2025. Besonders die deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt liegende Aufklärungsquote belegt das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Polizei, eine professionelle Polizeiarbeit und die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Sicherheitsbehörden.“ Auch die Verkehrsunfallzahl im Landkreis Lindau stieg im Jahresvergleich leicht von 2.098 auf 2.125. Zugleich erhöhten sich die Zahlen der Alkohol- und Drogenunfälle jeweils um mehr als 60 %. Die Zahl verletzter Pedelec-Fahrer ging hingegen erfreulicherweise – entgegen dem präsidiumsweiten Trend – leicht von 109 auf 106 Personen zurück. Alle Beteiligten bewerteten das Sicherheitsgespräch als zielführend und bedeutsam. Landratsamt und Polizei betonten die hohe Bedeutung einer engen Zusammenarbeit und eines kontinuierlichen Austauschs, um auf aktuelle Entwicklungen frühzeitig und angemessen reagieren zu können. Landrat Elmar Stegmann würdigte die dargelegten Entwicklungen und sprach den Beamtinnen und Beamten seinen Dank aus: „Die hervorragende Aufklärungsquote von über 72 Prozent, die weit über dem bayerischen Landesdurchschnitt liegt, ist kein Zufallsprodukt, sondern das direkte Ergebnis des unermüdlichen und hochprofessionellen Einsatzes unserer Polizei. Ob bei der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen oder dem erfreulichen Rückgang beim Callcenter-Betrug – die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Lindau können sich auf ihre Polizei verlassen. Mein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Dienststellen der Landespolizei sowie der Bundespolizei für die stets vertrauensvolle, verlässliche und enge Zusammenarbeit mit unserem Landratsamt. Sicherheit ist ein Gemeinschaftsprodukt. Auch wenn uns Entwicklungen wie die Zunahme von Drogen- und Alkoholfahrten vor neue Herausforderungen stellen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir diesen Aufgaben durch unser starkes, behördenübergreifendes Netzwerk weiterhin erfolgreich begegnen werden.“ (PP Schwaben Süd/West) Medienkontakt: Pressestelle beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, D-87439 Kempten (Allgäu), Rufnummer (+49) 0831 9909-0 (-1012/ -1013).