Glandorf: Was eine DNA-Spur aus 2003 mit einem Raubüberfall in 2024 zu tun hat

Mit beharrlicher und kontinuierlicher Ermittlungsarbeit ist jetzt der Polizei in Georgsmarienhütte ein entscheidender Schritt in Richtung der vollständigen Aufklärung eines Überfalls auf einen Verbrauchermarkt in Glandorf gelungen. Der Ausgangsfall: Am 20. Februar 2024, ein Dienstag, waren kurz vor Ladenschluss noch zwei Männer in dem erwähnten Glandorfer Markt. Die beiden unbekannten Kunden forderten vom Filialleiter das Bargeld aus der Kasse. Ein Täter bedrohte den Mitarbeiter mit einer Schusswaffe. Es kam zu einem Gerangel zwischen dem mutigen Filialleiter und dem Täter mit der Waffe. Glücklicherweise ohne größere Verletzungen. Das Täter-Duo zog sich jedenfalls zurück. Vor dem Discounter wartete ein weiterer Täter in einem Pkw. Dem Trio gelang die Flucht. Zurück blieb ein Einmalhandschuh, den der bewaffnete Täter getragen hatte. Der Handschuh: Aus dem verlorenen Einmalhandschuh konnte im Rahmen der Spurensuche eine männliche DNA extrahiert werden, die im Abgleich mit den bundesweiten Datenbanken jedoch auf keine Person traf. Der Durchbruch, Teil eins: Im Januar 2025 erhielten die Ermittler in Georgsmarienhütte die Mitteilung, dass die DNA in der Datenbank auf eine weitere bislang ungeklärte Tat traf - in der Kriminalistik auch Spur-Spur-Treffer genannt. Diese Spur resultierte aus einem gewalttätigen Übergriff im September 2003 (!). Damals wurde in Colnrade (Landkreis Oldenburg) eine 84-jährige Frau in ihrem Schlafzimmer überfallen. Die Frau ist mittlerweile verstorben. Seinerzeit ließ der Täter Kabelbinder am Tatort zurück. Und exakt an diesen Kabelbindern befand sich männliches DNA-Material, das zur DNA-Spur vom Raubüberfall in Glandorf passte. Allerdings gelang es zunächst nicht, einen Tatverdacht gegen eine Person herzuleiten. Der Durchbruch, Teil zwei: Im Dezember 2025 ging bei den Georgsmarienhütter Ermittlern eine weitere Mitteilung ein - ein Spur-Spur-Spur-Treffer. Das männliche DNA-Material passte nicht nur zu den Tatorten in Glandorf und Colnrade, sondern nun auch zu einem Einbruchdiebstahl im Jahr 2023 in einer Spielothek in Wildeshausen. Dort konnte das Material aus einer Zigarettenkippe extrahiert werden. Der Durchbruch, Teil drei: Es mussten weitere intensive Ermittlungen angestellt werden. Diese ergaben, dass einer der drei Tatverdächtigen aus dem Spielothek-Einbruch 2023 im Jahre 2003 in Colnrade direkt gegenüber des 84-jährigen Überfall-Opfers wohnte. Mit diesem Ergebnis wurde über das Amtsgericht Osnabrück ein Beschluss erwirkt, wonach einem 40-jährigen Mann, der aus Wildeshausen stammt und nur schwer greifbar ist, im Mai 2026 durch die Polizei Bremen eine Speichelprobe entnommen werden konnte. Das Ergebnis: Die aus der Speichelprobe extrahierte DNA stimmt laut eines Gutachtens des Landeskriminalamts mit der DNA aus dem in Glandorf zurückgelassenen Einmalhandschuh überein. Gegen den 40-Jährigen wird nun wegen versuchten schweren Raubes ermittelt. Gegenstand dieser Ermittlungen ist natürlich auch die Suche nach den beiden Glandorfer Mittätern. Rückfragen bitte an: Polizeiinspektion Osnabrück Stefan Alberti Telefon: 0541/327-2072 E-Mail: pressestelle@pi-os.polizei.niedersachsen.de