Betrüger erbeuten hohe Geldbeträge mit Schockanrufen
STAMMBACH, LKR. HOF / KULMBACH / NEUNKIRCHEN A.BRAND, LKR. FORCHHEIM. Mit Schockanrufen haben Betrüger am Donnerstag in Oberfranken erneut hohe Vermögenswerte erbeutet. In drei Fällen übergaben Senioren Bargeld und Goldmünzen im Gesamtwert von deutlich über 100.000 Euro sowie Schmuck an unbekannte Abholer. Die Kriminalpolizei ermittelt und bittet um Zeugenhinweise.
Die Täter setzten ihre Opfer mit erfundenen Notlagen naher Angehöriger unter Druck. Sie behaupteten unter anderem, eine Tochter benötige dringend Geld für eine teure Krebsbehandlung oder habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und könne gegen Kaution freikommen. Die Angerufenen glaubten den Schilderungen und übergaben ihre Ersparnisse an die angekündigten Abholer.
Stammbach: Bargeld und Schmuck übergeben
Am Donnerstagnachmittag gegen 17.30 Uhr übergab eine Seniorin in der Frankenstraße mehr als 30.000 Euro Bargeld und Schmuck an einen unbekannten Mann. Die Täter hatten ihr am Telefon erzählt, ihre Tochter sei an Krebs erkrankt und benötige ein etwa 200.000 Euro teures Medikament aus der Schweiz. Die Kosten müssten zunächst vorfinanziert werden. Nach einem rund dreistündigen Telefongespräch erschien ein Mann zu Fuß an der Gartentür und nahm die Wertsachen entgegen.
Der Abholer wird als etwa 35 Jahre alt, 180 bis 190 Zentimeter groß und kräftig beschrieben. Er hatte einen dunklen Teint und ein rundes Gesicht. Zudem trug er eine Jacke mit der Aufschrift „Novus“.
Die Kriminalpolizei Hof bittet Zeugen, die am Donnerstagnachmittag im Bereich der Frankenstraße verdächtige Personen oder Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Tel.-Nr. 09281/704-0 zu melden.
Kulmbach: Mehr als 70.000 Euro Schaden
Gegen 19.30 Uhr übergab eine Seniorin vor ihrer Haustür im Bereich Ängerlein Bargeld und mehrere Goldmünzen an einen unbekannten Mann. Die Wertsachen hatte sie in einer Blechdose bereitgestellt. Die Täter hatten ihr zuvor eingeredet, ihre Tochter befinde sich in Lebensgefahr und für eine Behandlung müsse eine hohe Geldsumme als Sicherheit hinterlegt werden. Der Vermögensschaden liegt nach bisherigen Erkenntnissen bei über 70.000 Euro.
Der Abholer wird als etwa 40 Jahre alt und rund 180 Zentimeter groß beschrieben. Er hatte dunkle Haare und sprach fränkischen Dialekt. Eine Fahndung mit zahlreichen Polizeikräften blieb ohne Erfolg.
Die Kriminalpolizei Bayreuth bittet Zeugen, die im Bereich Ängerlein verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich unter der Tel.-Nr. 0921/506-0 zu melden.
Neunkirchen am Brand: 25.000 Euro nach Schockanruf übergeben
Ein Senior übergab gegen 17.30 Uhr etwa 25.000 Euro Bargeld an einen unbekannten Abholer am Egloffsteiner Weg. Gegen 13.30 Uhr hatte ihn eine Frau angerufen, die sich als Polizeibeamtin namens Krüger ausgab. Sie behauptete, seine Tochter habe einen Menschen totgefahren. Um eine Haftstrafe abzuwenden, müsse eine Kaution von mehreren zehntausend Euro bezahlt werden. Nach mehreren Stunden am Telefon übergab der Mann schließlich das Bargeld. Weitere Hinweise zum Abholer liegen bislang nicht vor.
Die Kriminalpolizei Bamberg bittet Zeugen, die im Bereich des Egloffsteiner Wegs verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Tel.-Nr. 0951/9129-491 zu melden.
Die Polizei warnt:
Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Die Polizei verlangt niemals Bargeld oder Wertgegenstände als Kaution. Beenden Sie im Zweifel das Gespräch und kontaktieren Sie Ihre Angehörigen unter einer Ihnen bekannten Telefonnummer. Übergeben Sie Unbekannten niemals Geld oder Wertsachen. Verständigen Sie bei einem Betrugsverdacht die Polizei über den Notruf 110.