Stadthagen – Polizei Stadthagen stellt größere Mengen verbotener Pyrotechnik sicher und prüft Zusammenhang zu Knallgeräuschen in der Innenstadt
(KEM) Seit vergangenem Donnerstag, dem 22.10.2026, werden der Polizei Stadthagen mehrfach Knallgeräusche in der Stadthäger Innenstadt rund um den Bereich Wall und die Parkanlagen gemeldet. Die Knallgeräusche wurden von Bürgerinnen und Bürgern als auch von Einsatzkräften vorrangig in den Zeiten zwischen ca. 18 und 22 Uhr sowie auch vereinzelt vormittags und mittags vernommen. Am Donnerstagabend (22.10.2026) gingen sogar ca. 50 Anrufe bei der Stadthäger Polizei ein.
Die Polizei hat mehrfach Streifenwagen zu den Ereignisorten entsandt und vereinzelt auch Kinder/Jugendliche auf E-Scootern und Fahrrädern als auch zu Fuß in Richtung Wall flüchten sehen, als sich der Streifenwagen näherte. Am Samstag erhielt die Polizei zudem den Hinweis, dass die Kinder/Jugendlichen dabei auch Spraydosen zu einer Detonation bringen würden. Eigene dahingehende Feststellungen konnten die Einsatzkräfte bislang jedoch nicht treffen. Gestern Abend verzeichnete die Polizei dann einen ersten Fahndungserfolg: Im Laufe des späten Nachmittags des 26.10.2026 wurden der Polizei erneut Knallgeräusche aus dem Innenstadtbereich von Stadthagen gemeldet. Im Rahmen der polizeilichen Fahndungsmaßnahmen konnten die Einsatzkräfte mehrere Kinder und Jugendliche feststellen und kontrollieren. Eines der Kinder (13 Jahre) führte drei Böller der Klasse F4 mit sich. Der Umgang mit dieser Form von Pyrotechnik ist lediglich Personen mit entsprechender Erlaubnis vorbehalten, die zudem das 21. Lebensjahr vollendet haben müssen. Die Pyrotechnik wurde sichergestellt. Im Beisein eines Erziehungsberechtigten wurde mit dem Kind ein erzieherisches und sensibilisierendes Gespräch geführt. Die Polizei Stadthagen hat ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz gegen Unbekannt eingeleitet, u.a. um die Herkunft und mögliche verbotene Weitergabe zu ermitteln. Das 13-jährige Kind ist strafunmündig.
Neben diesem Verfahren nach dem Sprengstoffgesetz bearbeitet die Polizei Stadthagen aktuell ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Betrugs, in dessen Rahmen eine größere Menge genehmigungspflichtiger Knallkörper der Kategorie F3/F4 sichergestellt wurde: Eine Frau aus der Samtgemeinde Lindhorst erhielt ein Paket mit Knallkörpern, welches sie nicht bestellt hatte und informierte am Samstag, den 24.10.2026, die Polizei. Das Paket enthielt die beschriebene Pyrotechnik, die besonderen gesetzlichen Anforderungen unterliegt und nicht frei verkauft werden darf. Die polizeilichen Ermittlungen konzentrieren sich aktuell darauf, durch wen die sichergestellten Knallkörper verkauft und von wem sie bestellt wurden. Dabei prüft die Polizei auch, ob ein Zusammenhang zwischen den sichergestellten Knallkörpern und den wiederholten Vorfällen im Stadthäger Innenstadtbereich besteht.
Aufgrund der Vorfälle hat die Polizei Stadthagen die Streifentätigkeit im Rahmen der Abendstunden in der Stadthäger Innenstadt verstärkt und hält auch weiterhin an diesem Ansatz fest. Darüber hinaus haben Abstimmungsgespräche mit der Stadt Stadthagen stattgefunden. Der Kontaktbeamte des Kommissariats wird zudem die Schulen kontaktieren und sensibilisieren. Die Polizei Stadthagen nimmt die Vorfälle sehr ernst und wendet sich zusätzlich appellierend an die Bürgerinnen und Bürger:
Die Polizei warnt vor den Gefahren des unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik. Insbesondere nicht zugelassene oder genehmigungspflichtige Knallkörper können schwere Verletzungen verursachen und eine Gefahr für unbeteiligte Personen darstellen. Pyrotechnische Gegenstände sollten daher niemals unterschätzt und erst recht nicht ohne die erforderliche Genehmigung verwendet werden.
Erziehungsberechtigte werden ausdrücklich darum gebeten, ihre Kinder für die erheblichen Gefahren, aber auch die rechtlichen Bestimmungen und möglichen strafrechtlichen Konsequenzen bezüglich des Umgangs mit (genehmigungspflichtiger) Pyrotechnik zu sensibilisieren.
Die Polizei Stadthagen bittet zudem alle Personen, die Hinweise zu den Vorfällen in Zusammenhang mit den Knallgeräuschen in der Stadthäger Innenstadt geben können, sich bei der Polizei zu melden. Auch Videos, Fotos oder sonstige Beobachtungen, die zur Aufklärung der Geschehnisse und den Tathandlungen beitragen könnten, sind für die Ermittlungen von Bedeutung - die Polizei bittet darum, diese zur Verfügung zu stellen.
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