261101-1. Abschlussmeldung zum Polizeieinsatz anlässlich mehrerer Versammlungen und des Halloweenabends
Zeit: 31.10.2026
Ort: Hamburger Stadtgebiet
Die Polizei Hamburg war gestern anlässlich zweier Aufzüge und der Halloween-Feierlichkeiten mit einem starken Kräfteaufgebot im Stadtgebiet im Einsatz.
Bei dem ersten Aufzug unter dem Tenor "Gegen Wehrpflicht - GenZ regelt!" zogen rund 6700 Teilnehmende unter Begleitung von Einsatzkräften vom Jungfernstieg in Richtung Lohmühlenstraße. Während des Aufzugs kam es nach bisherigen Erkenntnissen zunächst vereinzelt zum Abbrennen von Pyrotechnik und Vermummung einzelner Teilnehmender. Im Bereich Steindamm/Lohmühlenstraße entwendeten mehrere Personen Absperrelemente und entzündeten damit ein Kleinfeuer innerhalb der Versammlung. Im weiteren Verlauf wurden wiederholt Einsatzkräfte mit Steinen, Pyrotechnik und anderen Gegenständen beworfen, sodass die Polizistinnen und Polizisten Zwangsmittel gegen die betreffenden Personen einsetzten. Die Versammlung wurde um 16:56 Uhr vom Versammlungsleiter vorzeitig beendet. Ein Großteil der Versammlungsteilnehmenden hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits entfernt. Im Anschluss versuchten an mehreren Örtlichkeiten mutmaßlich ehemalige Versammlungsteilnehmende aus Kleingruppen heraus, Gegenstände auf die Fahrbahn zu ziehen und diese zu entzünden. Dieses wurde durch die Beamtinnen und Beamten konsequent unterbunden. In diesem Zusammenhang überprüften die Einsatzkräfte im Stadtteil St. Georg mehrere Personengruppen und erteilten unter anderem Platzverweise.
Bis in den späten Abend sammelten sich im Umfeld des Hauptbahnhofes immer wieder größere Personengruppen, die Pyrotechnik zündeten und diese auch auf die Beamtinnen und Beamten warfen. Die Ansammlungen, von zum Teil mehreren hundert Personen, wurden über Lautsprecher angesprochen und aufgefordert, sich zu entfernen. In diesem Zusammenhang wurden mehrmals einzelne Bereiche auch mit Unterstützung eines Wasserwerfers geräumt.
Gegen 22:00 Uhr sammelten sich zahlreiche Personen im Bereich Steintorweg/Bremer Reihe, zündeten Pyrotechnik und versuchten unter anderem Baustellenmaterial, Unrat und Elektrokleinstfahrzeuge auf die Straße zu ziehen. Beim sofortigen Einschreiten der Einsatzkräfte flüchteten die Personen in unterschiedliche Richtungen. Von diesen Personen konnten rund 120 angehalten und überprüft werden. Bei der Kontrolle stellten die Einsatzkräfte diverse Pyrotechnik sicher und nahmen alle Personen vorläufig fest.
Zeitgleich zu den Einsatzmaßnahmen in St. Georg am frühen Abend startete um 18:39 Uhr am Johannes-Brahms-Platz ein Aufzug unter dem Tenor "Feministische Halloween Demo" im Stadtteil Neustadt. Die in der Spitze 200 Teilnehmenden gingen friedlich bis zur Straße Am Brunnenhof, wo die Versammlung beendet wurde.
Auch an anderen Stellen im gesamten Stadtgebiet war die Polizei präsent und begleitete die Halloween Feierlichkeiten mit einem flexiblen Einsatzkonzept, um die Sicherheit aller zu gewährleisten. Ein besonderes Augenmerk legte die Polizei insbesondere auf bekannte Schwerpunkte der vergangenen Jahre und setzte auch dort Drohnen ein.
Mit einsetzender Dunkelheit verzeichnete die Polizei im gesamten Stadtgebiet vermehrt Gruppen von Jugendlichen, die zum Teil auch Böller zündeten. In Einzelfällen kam es zu Sachbeschädigungen (unter anderem auch durch Feuer). In mehreren Stadtteilen wurden Personengruppen kontrolliert, Platzverweise und Aufenthaltsverbote erteilt und pyrotechnische Gegenstände sichergestellt.
Dazu Sebastian Born, Pressesprecher der Polizei Hamburg: "Leider haben sich heute auch Störer unter die friedlich Demonstrierenden gemischt, um gezielt zu provozieren und Straftaten zu begehen. Auch in den Abendstunden haben junge Menschen bewusst die Auseinandersetzung mit der Polizei gesucht. Das Verhalten solcher Krawallmacher bestätigt, dass es genau richtig war, mit einem starken Kräfteaufgebot in den Einsatz zu gehen und konsequent einzuschreiten. Unsere Drohnen haben nicht nur dazu beigetragen, relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen; mit ihrer Hilfe konnten auch relevante Störer und Straftäter festgestellt, aus ihrer Anonymität geholt und durch Polizeikräfte kontrolliert werden. Gegen sie wird jetzt strafrechtlich ermittelt. Die Polizei wird die festgestellten Straftaten konsequent verfolgen und alle erforderlichen Ermittlungsmaßnahmen ausschöpfen."
Valide Zahlen zu verletzten Polizeibeamten, eingeleiteten Ermittlungsverfahren sowie zu Fest- oder Ingewahrsamnahmen lagen zum Zeitpunkt der Fertigung dieser Pressemitteilung noch nicht vor.
Bei dem Einsatz waren insgesamt rund 1.300 Polizistinnen und Polizisten eingesetzt.
Schl.
Rückfragen der Medien bitte an:
Polizei Hamburg
Patrick Schlüse
Telefon: 040 4286-56215
E-Mail: polizeipressestelle@polizei.hamburg.de