Bankmitarbeiter vereitelt Trickbetrug

Polizeimeldung vom 16.09.2017
bezirksübergreifend
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Tempelhof-Schöneberg/Mitte
Nr. 2128
Dank eines aufmerksamen Mitarbeiters einer Bank konnte gestern eine Schöneberger Seniorin vor einem Trickbetrug bewahrt werden. Bisherigen Ermittlungen zufolge erhielt die 91-Jährige gegen 11 Uhr in ihrer Wohnung in der Hauptstraße einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizeibeamter des Bundeskriminalamts ausgab. Der vermeintliche Polizist gab an, dass Kriminelle ihre Kontodaten ausgespäht hätten und sie daher ihr gesamtes Geld vom Konto abheben sollte. Die Seniorin bat daraufhin den Anrufer, ihre Enkeltochter noch anrufen zu dürfen. Dies untersagte ihr der Anrufer und ließ sich ihre Handynummer sowie die Nummer der Enkelin geben. Anschließend ging die Frau zu einer Bank am Kaiser-Wilhelm-Platz in Schöneberg. Dort hob sie jedoch kein Geld ab und verließ die Bank wieder. Kurz darauf klingelte ihr Handy und der vermeintliche Mitarbeiter des Bundeskriminalamts war dran. Nachdem sie dem Anrufer mitgeteilt hatte, dass sie kein Geld abgehoben hatte, schickte sie der Mann zu einer Bank nach Mitte. Mit einem Taxi, die Fahrt hatte ihr der angebliche Polizist vorgeschlagen, war sie dann zu der Bank in die Friedrichstraße gefahren. Dort wurde der 30-jährige Mitarbeiter auf die 91-Jährige aufmerksam, da sie sehr verzweifelt wirkte. Er sprach sie auf ihren Zustand an und die Seniorin erzählte ihm von den Anrufen und den Inhalt der Gespräche. Bei einem Blick auf die Straße entdeckte der Bankangestellte dann ein Auto, in dem sich vier Männer befanden. Dies kam ihm komisch vor und er alarmierte die Polizei. Zivilfahnder fuhren zur Bank und überprüften die Männer in dem Wagen. Nach Personalienfeststellungen wurde das Quartett, drei 26-Jährige und ein 22 Jahre alter Mann, am Ort entlassen. Inwieweit die vier mit den zwei Anrufen in Verbindung stehen, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen.
Im Anschluss informierte eine Funkwagenbesatzung auf Wunsch der Seniorin telefonisch die 46 Jahre alte Enkeltochter. Bei dem Anruf brachten die Polizisten in Erfahrung, dass der offenbar falsche Polizist nach Erhalt der Telefonnummer der Enkeltochter auch sie angerufen hatte und sie zum Bundeskriminalamt schickte. Dieser Aufforderung kam die Enkeltochter auch nach. Dort wussten die Beamten jedoch nichts von dem frei erfundenen Sachverhalt. Nach dem Telefonat brachte die Funkwagenbesatzung die Seniorin zu ihrer Enkelin. Die weiteren Ermittlungen führt nun das Fachkommissariat für die Bekämpfung von Trickdiebstahl und –betrug beim Landeskriminalamt Berlin.