Verkehrsunfallbilanz 2025 für das Stadtgebiet Dortmund: Vor jedem Unfall steht ein Verkehrsverstoß – E-Scootern im Fokus

Ein Dokument Verkehrsunfallbilanz2025_PPDortmund.pdfPDF - 4,0 MB Lfd. Nr.: 0213 Nachdem die Zahl der Verkehrsunfälle in Dortmund bereits im Jahr 2024 angestiegen war, verzeichnet die Polizei Dortmund im Jahr 2025 im Stadtgebiet Dortmund erneut einen Zuwachs um 519 auf 25.977 Verkehrsunfälle (+2 %). Damit erreicht die Zahl der Verkehrsunfälle den höchsten Stand der letzten fünf Jahre. Sie liegt jedoch immer noch deutlich unter der des Jahres 2019 mit 29.011 Verkehrsunfällen. Bei 24.205 (+2 %) Verkehrsunfällen entstanden Sach- und in 1.772 (+2 %) Fällen Personenschäden. Folglich stieg auch die Zahl der Verunglückten um 76 auf 2.166 (+3,6 %). Davon verletzten sich 1.974 Menschen leicht (ein Plus von 5,1 %). Trotz des Anstiegs bei den Verunglückten gab es jedoch weniger Schwerverletzte. Hier konnte ein Rückgang um 19 auf 185 verzeichnet werden (-9,3 %). Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten liegt mit sieben auf dem Niveau des Vorjahres. Unter den aktiv am Verkehr teilnehmenden Altersgruppen zeigt sich, dass Kinder im Alter von 0 bis 13 Jahren in Dortmund im Vergleich zum Vorjahr häufiger im Straßenverkehr verletzt wurden. Die Zahl stieg um 31 auf 138 (+29 %). Einen Anstieg konnten wir auch bei den Jugendlichen (14-18 Jahre) um neun auf 70 (+14,8 %) und bei den jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) um fünf auf 247 (+2,1 %) feststellen. Erwachsene (25-64 Jahre) waren hingegen mit einem Rückgang um acht auf 1.114 (-0,7 %) und Senioren (ab 65 Jahren) mit einem Rückgang um drei auf 199 (-1,5 %) seltener betroffen. Zu den "schwachen Verkehrsteilnehmern" im Straßenverkehr gehören Fußgänger sowie Fahrrad- oder E-Scooter-Fahrer. Sie tragen ein besonders hohes Risiko, bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt zu werden. Insbesondere E-Scooter werden von Kindern und Jugendlichen genutzt. Für die Polizei Dortmund ist der Anstieg der Verunglückten um 40 auf 163 (+32,5 %) deshalb besonders alarmierend, denn dieser Anstieg steht in direktem Zusammenhang mit verunglückten Kindern und Jugendlichen. Eine genaue Auswertung der Verkehrsunfälle hat ergeben, dass sich darunter auch Kinder unter 14 Jahren befanden, obwohl sie aufgrund ihres Alters nicht berechtigt sind, E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr zu führen. Achim Stankowitz, Leitender Polizeidirektor und Behördenleiter des Polizeipräsidiums Dortmund in Vertretung, sagt: "Wenn Kinder unter 14 Jahren E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr führen, dann ist dies nicht nur mit Gefahren verbunden, sondern stellt auch eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Erziehungsberechtigten sind hier ausdrücklich in der Verantwortung. Lassen sie zu, dass ihre Kinder mit einem E-Scooter unterwegs sind, droht ihnen ein Bußgeld in Höhe von 90 Euro und unter Umständen ein Punkt im Fahreignungsregister." Jolanta Bialas, Leiterin der Direktion Verkehr, sagt: "Der Anstieg der verunglückten E-Scooter-Fahrer ist nicht hinnehmbar, denn die allermeisten dieser Verkehrsunfälle sind vermeidbar. Zu den Unfallursachen gehören das Fahren zu zweit, das Fahren unter Alkoholeinfluss oder unter dem Einfluss berauschender Mittel, das Nichtbeachten von Ampeln sowie die verbotswidrige Nutzung der Fahrbahn oder von Geh- oder Radwegen, die durch entsprechende Verkehrszeichen untersagt ist." Die Betrachtung der verunglückten Rad- und Pedelec-Fahrer ergibt ein differenziertes Bild. Insgesamt verunglückten im Dortmunder Stadtgebiet 335 Rad- und Pedelec-Fahrer. Während die Zahl der leicht verletzten Radfahrer von 187 auf 174 zurückging, stieg sie bei den Pedelec-Fahrern von 121 auf 126. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der schwer verletzten Radfahrer von 10 auf 25, während sie bei den Pedelec-Fahrern von 17 auf 8 sank. Leider sind auch zwei tödlich verunglückte Pedelec-Fahrer zu beklagen. 2.235 Verkehrsverstöße - so viele ahndete die Polizei Dortmund aufgrund von Fehlverhalten von Radfahrern. Achim Stankowitz sagt dazu: "Fehlverhalten im Straßenverkehr beobachten wir vermehrt auch bei Radfahrern. Dazu zählen das Fahren entgegen der Fahrtrichtung, die Nutzung von Gehwegen, die Missachtung von Ampeln oder das Fahren unter Alkoholeinfluss. Um es deutlich zu sagen: Auch Radfahrer müssen sich an die Verkehrsregeln halten." Angesichts der gestiegenen Unfallzahlen bei E-Scootern sowie der zunehmenden Verkehrsverstöße von Radfahrern werden diese Kontrollen verstärkt durchgeführt und Verkehrsverstöße konsequent geahndet, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Verkehrsunfälle zu verhindern. Denn ursächlich für einen Verkehrsunfall ist in der Regel ein zuvor begangener Verkehrsverstoß. Das Ziel ist klar: "Weniger Verkehrsverstöße bedeuten auch weniger Verkehrsunfälle und somit auch weniger Verunglückte im Straßenverkehr. Daher kontrollieren wir die regelkonforme Nutzung von E-Scootern gezielt und verstärkt; bei erkannten Regelverstößen schreiten wir jedoch konsequent ein.", sagt die Leitende Polizeidirektorin Jolanta Bialas. Weitere Zahlen und Informationen finden Sie in der Anlage zur Verkehrsunfallstatistik auf der Internetseite des Polizeipräsidiums Dortmund: dortmund.polizei.nrw/verkehrsbericht-2025 Journalisten wenden sich mit Rückfragen bitte an: Polizei Dortmund Bartosch Waldowski Telefon: 0231/132-1023 E-Mail: poea.dortmund@polizei.nrw.de