Verkehrsunfallbilanz 2025 für das Stadtgebiet Lünen: Stagnierende Unfallzahlen, aber mehr Verunglückte – zwei Radfahrer bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt
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Lfd. Nr.: 0214
Zunächst die erfreuliche Nachricht: Mit 2.838 Verkehrsunfällen liegt die Zahl der Verkehrsunfälle im Stadtgebiet Lünen im Jahr 2025 auf dem Niveau des Jahres 2024 (+0,2 %). Auch erbaulich: die Zahl der Verkehrsunfälle mit Sachschäden ist um 26 auf 2.560 zurückgegangen. Weniger erfreulich ist dagegen der Anstieg der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 33 auf 278. Das ist ein Plus von 13 %.
Eine Zunahme ist auch bei den Verunglückten um 40 auf 319 zu verzeichnen (+14 %). Damit einher geht auch ein Anstieg der Leichtverletzten um 38 auf 281 (+16 %). Positiv ist, dass sich die Zahl der Schwerverletzten mit 36 im Vorjahresvergleich nicht verändert hat, obwohl die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden angestiegen ist. Zwei Radfahrer verunglückten zudem tödlich.
Am Morgen des 25.03. ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der Kurt-Schumacher-Straße in Lünen. Ein Lkw-Fahrer übersah beim Abbiegen eine 16-jährige Radfahrerin. Die Jugendliche wurde von dem Lkw erfasst und erlag noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen.
Achim Stankowitz, Behördenleiter des Polizeipräsidiums Dortmund in Vertretung, sagte dazu: "Auch fast ein Jahr nach diesem tragischen Verkehrsunfall macht mich der Tod der jungen Frau sehr betroffen. Dieser und ähnliche Verkehrsunfälle in unserem Zuständigkeitsbereich führen uns deutlich vor Augen, welche Konsequenzen eine kurze Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr haben kann. Wir appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, sich umsichtig im Straßenverkehr zu bewegen und Rücksicht aufeinander zu nehmen."
Am 5. Juli ereignete sich kurz vor Mitternacht ein weiterer tragischer Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich Kurt-Schumacher-Straße/Viktoriastraße. Ein Radfahrer wollte die Kreuzung bei Dunkelheit queren und wurde von einem Fahrzeug erfasst. Trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen erlag er noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.
Jolanta Bialas, Leiterin der Direktion Verkehr: "Unsere bisherigen Ermittlungen deuten darauf hin, dass der tödlich verunglückte Mann zum Unfallzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol und Betäubungsmitteln stand und die für ihn geltende und Rotlicht zeigende Ampel missachtete oder gar nicht erst bewusst wahrnahm."
Alkohol und andere berauschende Mittel stellen im Straßenverkehr ein unkalkulierbares Risiko dar. Sie beeinflussen die Wahrnehmung und die Reaktionsgeschwindigkeit erheblich. Das gilt unabhängig davon, ob man mit dem Auto, dem Motorrad, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem E-Scooter unterwegs ist. Bei der Unfallaufnahme stellen die Einsatzkräfte der Polizei Dortmund regelmäßig fest, dass der Unfallverursacher oder einer der Unfallbeteiligten unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln steht.
"Unsere speziell geschulten Einsatzkräfte werden deshalb auch bei vermeintlich kleinen Bagatellunfällen die Fahrtauglichkeit der Unfallbeteiligten genau überprüfen. Bestehen Zweifel an der Fahrtauglichkeit, werden entsprechende Ordnungs-widrigkeits- oder sogar Strafverfahren eingeleitet und der Führerschein sichergestellt.
Darüber hinaus zeigt die Unfallentwicklung in Lünen ein gemischtes Bild:
Altersgruppen:
- Kinder: -2 auf 32 (-5,9 %)
- Jugendliche: +2 auf 18 (+12,5 %)
- Erwachsene: +3 auf 125 (+2,5 %)
- Senioren: +8 auf 62 (+14,8 %)Verkehrsbeteiligung:
- Fußgänger: +15 auf 47 (+46,9 %)
- Radfahrer: +10 auf 46 (27,8 %)
- Pedelec: -5 auf 29 (-14,7 %)
- E-Scooter: +14 auf 30 (+87,5 %)Zur Einordnung: Aufgrund der insgesamt geringen Zahlen im Lüner Stadtgebiet fallen die prozentualen Anstiege selbst bei kleinen Veränderungen hoch aus. Wie im Stadtgebiet Dortmund ist auch in Lünen ein Anstieg der mit E-Scootern verunglückten Personen zu verzeichnen. In der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen stellt der E-Scooter (Kinder ab 14 Jahren) zunehmend eine Alternative zum Fahrrad dar. Erwachsene und Senioren sind dagegen überwiegend mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, wird die Polizei Dortmund auch in Lünen verstärkt themenbezogen kontrollieren und Verkehrsverstößen konsequent ahnden.
In diesem Zusammenhang weist die Polizei Dortmund noch einmal auf das Präventionsangebot hin. Denn: Der Frühling ist da! Die Tage werden länger und die Nächte kürzer. Die Temperaturen steigen. Naherholungsgebiete wie der Cappenberger oder der Horstmarer See in Lünen werden wieder zahlreiche Rad- und Pedelecfahrer anlocken. Um nach der Winterpause wieder handlungssicherer im Straßenverkehr zu werden, bieten die Verkehrswacht Lünen und die Polizei Dortmund auch in diesem Jahr regelmäßig praktische Trainings an. Diese umfassen praktische Übungen (Bremsen, Kurvenfahren, Gleichgewicht) sowie theoretische Inhalte zu Verkehrsregeln und Gefahren des Straßenverkehres.
Interessierte können sich bei der Verkehrswacht Lünen oder bei der Verkehrsunfallprävention der Polizei Dortmund unter der Telefonnummer 0231-132-4120 über anstehende Veranstaltungen informieren.
Weitere Zahlen und Informationen finden Sie in der Anlage zur Verkehrsunfallstatistik auf der Internetseite des Polizeipräsidiums Dortmund: dortmund.polizei.nrw/verkehrsbericht-2025
Journalisten wenden sich mit Rückfragen bitte an:
Polizei Dortmund
Bartosch Waldowski
Telefon: 0231/132-1023
E-Mail: poea.dortmund@polizei.nrw.de