Die Polizeiliche Kriminalstatistik im Landkreis Rostock für das Jahr 2025

Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zeigt: Die Menschen im Landkreis Rostock leben weiterhin in einer vergleichsweise sicheren Region. Gleichzeitig verändern sich Formen von Kriminalität, insbesondere im digitalen Raum, weiter spürbar. Statistisch gesehen sinkt die Kriminalitätsbelastung im Landkreis Rostock erneut im Vergleich zum Vorjahr. Sie lässt sich anhand der sogenannten Häufigkeitszahl darstellen, die für den Landkreis Rostock bei 4.434 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt. Dieser Wert ist analog dem Landestrend erneut rückläufig (2024: 4.535). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 9.699 Fälle in der PKS erfasst, was einen Rückgang der Straftaten um 4,5 Prozent darstellt. Zeitgleich konnte die Quote aufgeklärter Fälle leicht auf 63,4 Prozent gesteigert werden. Erneut starker Rückgang bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz Der Rückgang der von der Polizei registrierten Straftaten zeigt sich am deutlichsten im Bereich der sogenannten strafrechtlichen Nebengesetze (-30,7 Prozent). Hierzu zählt auch das Betäubungsmittelgesetz, dessen Novellierung überwiegend ursächlich für diese Entwicklung ist (2024: 604 Fälle, 2025: 369 Fälle). Deutlicher Rückgang auch von Einbrüchen und Diebstahlsdelikte Die Diebstahlsdelikte bleiben mit rund 29 Prozent aller registrierten Straftaten ein zentraler Bestandteil des Kriminalitätsgeschehens im Landkreis Rostock. Gleichzeitig zeigt sich eine positive Entwicklung: Die Fallzahlen sind um 7,9 Prozent auf insgesamt 2.588 gesunken. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei den sogenannten Diebstählen unter erschwerenden Umständen aus, zu denen beispielsweise Einbruchsdelikte, Bandendiebstähle oder Diebstähle mit Waffen zählen. Hier verzeichnet die Statistik ein Minus von 17,2 Prozent. Konkrete Rückgänge hierbei: Einbruchsdiebstähle in Büros und Werkstätten (-26,9 Prozent auf 79 Fälle), in Gaststätten, Hotels und Pensionen (-64,9 Prozent auf 13 Fälle) sowie bei Wohnungseinbrüchen (-21,2 Prozent auf 82 Fälle). Analog zum Vorjahr setzt sich der leicht positive Trend bei den registrierten Fahrraddiebstählen fort (-4,5 Prozent auf 293 Fälle), genauso wie im Bereich der Ladendiebstähle (-9,6 Prozent auf 558 Fälle). Mit 21 entwendeten Kraftwagen und 37 entwendeten Krafträdern und Mopeds hat die Polizei insgesamt drei solcher Fälle mehr als im Vorjahr registrieren müssen. Einen spürbaren Rückgang gab es erfreulicherweise bei sogenannten schweren Diebstählen an bzw. aus Kraftfahrzeugen, auch wenn jeder einzelne Fall für die Betroffenen mit einer erheblichen Erfahrung verbunden ist. Dazu zählen beispielsweise aufgebrochene Firmentransporter mit oft teuren Werkzeugen oder Sachverhalte, bei denen sichtbar abgelegte Wertsachen aus Autos gestohlen werden. Während im letzten Jahr 115 solcher Fälle in der PKS erfasst wurden, waren es im Berichtsjahr 2024 noch 156. "Gerade in Strandnähe erleben wir saisonbedingt leider eine Häufung. Getreu dem Motto "Gelegenheit macht Diebe" greifen die Täter in der Regel diejenigen Fahrzeuge an, in denen Wertgegenstände sichtbar zurückgelassen werden. Dann ist die Scheibe schnell eingeschlagen und ein Handgriff in den Wagen reicht aus, um die Tasche, das Portmonee oder die Uhr herauszunehmen. Daher mein Appell: Lassen Sie keine Wertgegenstände im Auto zurück oder verstauen Sie diese so, dass sie von außen nicht sichtbar sind", rät der Leiter der Polizeiinspektion Güstrow, Hannes Lerke. Zunahme von Sachbeschädigungen durch Graffiti und von Branddelikten Sachbeschädigungen haben 2025 geringfügig zugenommen (+1,2 Prozent auf 1.469 Fälle). Ursächlich hierfür sind u. a. der Anstieg von Graffitis und Schmierereien (+30,4 Prozent auf 204 Fälle). Aber auch die sonstigen Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen, wie beispielsweise abgetretene Abfallbehälter oder zerstörte Straßenlaternen, haben zugenommen (+15,3 Prozent auf 430 Fälle). Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen sanken hingegen von 290 auf 236 Fälle (-18,6 Prozent). Einen deutlichen Anstieg gab es bei Branddelikten. Hier haben sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt. Während im Berichtsjahr 2024 noch 83 Delikte erfasst wurden, waren es 2025 bereits 171. Anhaltender Rückgang bei Vermögens- und Fälschungsdelikten Die PKS für das letzte Jahr verzeichnet ebenso ein Minus bei den erfassten Fällen im Bereich der Vermögens- und Fälschungskriminalität (-5,3 Prozent auf 1.286 Fälle). In diesem Bereich werden u. a. Fälle der Urkundenfälschung (+27,7 Prozent auf 96 Fälle), Unterschlagung (-5,4 Prozent auf 300 Fälle) oder des Betrugs (-10 Prozent auf 848 Fälle) gezählt. Gerade im Kontext von Betrugshandlungen gibt die Polizei immer wieder präventive Hinweise, die die Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren und vor einem finanziellen Schadenseintritt schützen sollen. "Mich schockieren bei den unterschiedlichsten Betrugsmaschen - vom Enkeltrick bis hin zum LoveScamming - immer wieder nicht nur die bloßen Fallzahlen, sondern vor allem die erheblichen finanziellen Schäden, die für die Opfer zum Teil existenziell sind. So wurden allein durch falsche Bankmitarbeiter insgesamt mehr als 430.000 Euro erbeutet. Die Opfer werden von angeblichen Mitarbeitern einer Bank angerufen und zur Freigabe von pushTANs aufgefordert. Häufig wird dabei eine stressauslösende Situation geschildert, wie etwa unberechtigte Abbuchungen. Ich kann deshalb nur sagen: seien Sie kritisch bei vermeintlich einfachen und sicheren Gewinnversprechen und bitte seien Sie äußerst zurückhaltend im Umgang mit Ihren persönlichen Daten, sowohl an der Haustür, am Telefon oder im Internet. Und zögern Sie nicht, bei Zweifeln die Polizei zu rufen. Unter 110 wird Ihnen immer geholfen.", so Hannes Lerke. Anstieg von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung musste die Polizei im Landkreis Rostock einen Anstieg um 36,9 Prozent registrieren. Den größten Anteil der insgesamt 334 Fälle machen dabei Delikte im Zusammenhang mit der Verbreitung pornografischer Inhalte aus. Auffällig hierbei ist das junge Alter der Tatverdächtigen; 45 Prozent sind unter 18 Jahre alt und bei jedem fünften Fall gilt sogar ein Kind unter 14 Jahren als tatverdächtig. Mit einer Aufklärungsquote von 91 Prozent ist zumindest die Wahrscheinlichkeit der Überführung in diesem Deliktsfeld sehr hoch. Positiv zu erwähnen ist an dieser Stelle das wahrzunehmende Problembewusstsein, insbesondere bei Lehrkräften, Eltern und Betroffenen, welches wiederum zu einer hohen Anzeigenbereitschaft führt. Darauf ist die Polizei auch weiterhin angewiesen. Die hohe Verfügbarkeit und das leichte Verfügbarmachen von pornografischen Inhalten durch Soziale Netzwerke und Messenger-Dienste trägt seinen Teil zu den hohen Fallzahlen bei. Weniger Körperverletzungsdelikte im Landkreis Rostock Die Kriminalitätsentwicklung im Bereich der sogenannten Rohheitsdelikte, zu denen unter anderem Raubstraftaten, Bedrohungen und Körperverletzungen gehören, ist im Vergleich zum Vorjahr minimal rückläufig (-1,3 Prozent auf 2.082 Fälle). Allerdings machen diese Delikte mit 21,5 Prozent weiterhin einen wesentlichen Teil aller im Landkreis Rostock registrierten Straftaten aus. Während die Zahl der Körperverletzungen leicht um 2,5 Prozent auf 1.277 Fälle sank, wurden bei den Raubstraftaten acht Fälle mehr erfasst als im Vorjahr (2025: 50 Fälle). Die Aufklärungsquote bei den Rohheitsdelikten liegt mit 92 Prozent erfreulicherweise hoch. Demnach konnten 1.916 von 2.082 Fällen durch die Polizei aufgeklärt werden. Steigende Zahlen bei Straftaten gegen die Staatsgewalt Entgegen dem Landestrend ist die Anzahl erfasster Fälle von Gewalt gegen Einsatzkräfte leicht gestiegen. Darunter finden sich sowohl Widerstandshandlungen als auch tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte wieder. Insgesamt ist hier ein Plus von 10,4 Prozent auf 85 Fälle zu verzeichnen. Die Täter sind überwiegend männlich und deutsch Die insgesamt 4.430 in der PKS des Landkreises Rostock erfassten Tatverdächtigen waren überwiegend männlich, etwa 28,5 Prozent weiblich. 20,4 Prozent aller Tatverdächtigen sind nichtdeutsche Staatsangehörige, unter denen Staatsangehörige aus der Ukraine, Syrien, Polen und Rumänien dominieren. Diese Verteilung ist unter anderem auch vor dem Hintergrund der Altersstruktur und sozialer Rahmenbedingungen zu betrachten. Zudem waren 22,6 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen bis 21 Jahre alt. 124 Tatverdächtige sind mit fünf oder mehr Straftaten aufgefallen. Fazit des Leiters der Polizeiinspektion Güstrow "Die Auswertung der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik zeigt insgesamt eine positive Entwicklung. Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, dass sich Kriminalität verändert. Neben klassischen Delikten im öffentlichen Raum gewinnen insbesondere Straftaten im Internet zunehmend an Bedeutung. Unser Anspruch ist es, hier sowohl konsequent zu ermitteln als auch die Menschen frühzeitig zu sensibilisieren. Sicherheit entsteht nicht nur durch polizeiliches Handeln, sondern auch durch Aufmerksamkeit im Alltag. Gleichzeitig wird deutlich, dass in bestimmten Deliktsbereichen ein intensiver Austausch zwischen allen beteiligten Akteuren unabdingbar ist. Dies betrifft insbesondere komplexe Sachverhalte, bei denen Polizei, Behörden und soziale Einrichtungen eng zusammenarbeiten müssen, um wirksam handeln zu können. Besondere Aufmerksamkeit ist auf die Straftaten im Bereich der Häuslichen Gewalt zu richten. So wurden im ausgewerteten Berichtszeitraum 217 Fälle erfasst, die sich unter in einem gemeinsamen Haushalt lebenden Personen zugetragen haben. Etwa Dreiviertel der Opfer waren dabei Frauen. Hier stehen wir nicht nur vor strafrechtlichen Herausforderungen, sondern auch vor einer hohen gesellschaftlichen Verantwortung - nicht zuletzt, weil in vielen Fällen Kinder mitbetroffen sind. Umso wichtiger ist es, frühzeitig hinzusehen, konsequent einzuschreiten und gemeinsam tragfähige Unterstützungsstrukturen zu schaffen. Unser Ziel bleibt es, durch konsequentes Handeln, Prävention und Kooperation die Sicherheit in unserer Region weiter zu stärken." Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Rostock Newsroom Diana Schmicker Telefon: 03843 266-303 E-Mail: pressestelle-pp.rostock@polizei.mv-regierung.de