++ ++ Verkehrsunfallstatistik 2025 der PI Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen ++ positiver Langzeittrend bei schweren Verkehrsunfällen ++ Problemfelder: Verkehrsunfälle mit …
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++ Verkehrsunfallstatistik 2025 der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen ++ gestiegene Verkehrsunfallzahlen ++ positiver Langzeittrend bei schweren Verkehrsunfällen ++ Problemfelder: Verkehrsunfälle mit motor. Zweirädern, Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern ++ Fahrtüchtigkeit, Ablenkung und Rad-/Pedelec-Verkehr im Fokus ++
- leicht gestiegene Verkehrsunfallzahlen in der Region - positiver
Langzeittrend bei schweren Verkehrsunfällen - 15 Menschen sterben auf
den Straßen in der Region - stetiger Rückgang der Zahlen bei schweren
Verkehrsunfällen - Rückgang bei Baumunfällen - "ländliche Region":
fast ein Drittel aller Unfälle sind Wildunfälle (2025: 27,04%) -
VU-Fluchten: leichter Anstieg - fast jeder vierte Unfall ist eine
VU-Flucht (23,59%) - Rückgang bei den VU mit motorisierten
Zweirädern/Motorrädern - deutliche Anstieg bei VU mit Pedelecs
(+24%); Zahlen bei Fahrradfahrenden gleichbleibend - Anstieg bei den
neuen Mobilitätsformen/E-Scooter um 81 Prozent - mehr Unfälle und
Alkoholeinfluss (+8%) - stagnierende Zahlen bei BTM/Medikamenten -
Fahrtüchtigkeit und Ablenkung im Straßenverkehr, Rad-/Pedelec- und
E-Scooter-Verkehr und Motorradfahrerende im FokusLüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen
Die Verkehrsunfallstatistik 2025 für die Region Nord-Ost-Niedersachsen, d.h. die Landkreise Lüneburg, Lüchow-Dannenberg sowie Uelzen, stellte der Leiter Einsatz der Polizeiinspektion, Polizeidirektor Oliver Suckow, am heutigen Tage im Rahmen eines Pressegespräches den Medien vor.
Die Erhebung der Verkehrsunfallzahlen dient der nachhaltigen polizeilichen Verkehrssicherheitsar-beit und ist deshalb von elementarer Bedeutung. Sie verfolgt das Ziel, Unfallschwerpunkte zu er-kennen, ihre Ursachen zu bekämpfen und letztlich die Verkehrsunfallzahlen zu senken. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Reduzierung von schwerwiegenden Unfallfolgen. Im Fokus stehen insbesondere die Risikogruppen Kinder, junge Fahranfängerinnen und Fahranfänger sowie Seniorinnen und Senioren.
"Die Verkehrsunfallzahlen sind nach einem deutlichen Rückgang im abgelaufenen Jahr leicht gestiegen und liegen im Zehn-Jahres-Vergleich weiterhin auf hohem Niveau", bilanzierte der Leiter Einsatz der Polizeiinspektion bereits in seinen einleitenden Worten zur Verkehrsunfallstatistik 2025.
Insgesamt erfasste die Polizei im Jahr 2025 8.621 Verkehrsunfälle; ein Anstieg von 2,73 Prozent (2024: 8.392 Verkehrsunfälle).
Todesopfer und Verkehrsunfälle mit schwer verletzten Personen
Positiv sind dabei jedoch die Entwicklungen der Zahlen bei den Verkehrstoten sowie den Verkehrsunfällen mit schwerverletzten Personen.
Im Jahr 2025 starben 15 Menschen (bei insgesamt 14 tödlichen Verkehrsunfällen) auf den Straßen der Region. Dies ist der zweitniedrigste Wert in den letzten zehn Jahren. Lediglich im Jahr 2024 waren es bei acht tödlichen Verkehrsunfällen weniger Verkehrstote.
Schwerpunkt der tödlichen Verkehrsereignisse war im abgelaufenen Jahr der Landkreis Lüneburg mit zehn Verkehrsunfällen; in Uelzen starben drei Menschen und in Lüchow-Dannenberg eine Person.
Abermals positiv entwickelten sich auch die Verkehrsunfallzahlen im Bereich der Schwerverletzten. Dort lagen die Zahlen mit 190 Verkehrsunfällen (-5 Prozent; 2024: 200 VU schwer) erstmals unter der magischen Grenze von 200 und befinden sich auf einem 10-Jahres-Tiefstwert. Bereits seit dem Jahr 2017 kann hier ein rückläufiger Trend beobachtet werden.
Als schwerverletzt gilt jede beteiligte Person, bei der durch die Unfalleinwirkung ein Krankenhausaufenthalt von mehr als 24 Stunden erforderlich war.
Bei den Verkehrsunfällen mit Leichtverletzten stiegen die Gesamtunfallzahlen leicht um 5,22 Prozent auf 1.190 (2024: 1.131).
Baumunfälle
Einen Rückgang verzeichneten die Verantwortlichen auch bei der Zahl der Baumunfälle auf 161 (2024: 177); eine gute Entwicklung.
Die sog. Baumunfälle ereignen sich im Regelfall auf Landstraßen, bei denen die Fahrer zum Beispiel wegen eines Fahrfehlers oder wegen zu hohen Tempos die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren haben, ins Schleudern gerieten und anschließend gegen einen neben der Fahrbahn stehenden Baum prallten.
Wildunfälle
Die Zahl der Wildunfälle stieg in 2025 leicht um 2,01 Prozent auf 2.331 an und machen fast ein Drittel (27,04 %) der Unfälle in der "ländlich geprägten" Region aus; im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist bald jeder zweite Verkehrsunfall (43,55%) eine Kollision mit Wild.
Verkehrsunfallfluchten
Auf hohem Niveau hält sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit anschließender Fahrerflucht. Die Zahl stieg erneut leicht auf 2.034 (2024: 1.992) Unfälle an. Erfreulich hoch ist weiterhin die Aufklärungsquote dieser Straftat mit 45,03 Prozent, so dass bald jede(r) zweite Unfallflüchtige ermittelt werden konnte.
Die Polizei betont dabei auch: "Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt! Vielmehr handelt es sich nach § 142 StGB um eine Straftat, bei welcher mit erheblichen Sanktionen zu rechnen ist, die als Nebenfolge auch zum Verlust der Fahrerlaubnis führen kann".
Alkohol, Drogen und Medikamente
Deutlich zu hoch sind auch weiterhin die Verkehrsunfälle unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss.
Bei der Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stiegen die Zahlen um 8,03 Prozent auf 148 Verkehrsunfälle (2024: 137), bei denen Alkohol eine Rolle spielte.
Eine deutliche Reduzierung verzeichnete die Polizei bei den folgenlosen Fahrten unter Betäubungsmittel bzw. Medikamenteneinfluss. Hier sank die Anzahl um 51,62 Prozent auf 209 (2024: 432). Folgenlose Fahrten unter Alkoholeinfluss sanken ebenfalls leicht auf 280 (2024: 302) Fahrten.
Insbesondere im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsverstößen wird immer wieder der Einfluss von berauschenden Substanzen festgestellt.
Motorisierte Zweiräder/Motorräder
Stagnierende bzw. leicht rückläufige Fallzahlen registrierte die Polizei erfreulicherweise bei den Verkehrsunfällen mit motorisierten Zweirädern/Motorrädern. Im Jahr 2025 verunfallten 97 Motorräder (>125cm³) auf den Straßen in der Region; 2024 waren es noch 104.
Nichtsdestotrotz verstarben insgesamt drei motorisierte Zweiradfahrer im Jahr 2025 in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg.
Vorsichtiges und rücksichtsvolles Fahren ist wichtig, besonders auf den bekannten "Problemstrecken" in der Region. Sowohl auf der Bundesstraße 195 im Amt Neuhaus, als auch an der Spitzkehre in Alt Garge und auf der Kreisstraße zwischen Lüneburg und Echem (Kreisstraße 53) beobachtet die Polizei immer wieder Fehlverhalten von Motorradfahrenden und leider nicht selten, führt dies auch zum Teil zu schweren Verkehrsunfällen, an denen nicht selten die Biker selbst schuld sind. Selbstüberschätzung, Posing und Abenteuerlust haben in den vergangenen Jahren schon viel Leid verursacht.
Auch aufgrund der seit Jahren durchgeführten Kontrollmaßnahmen sowie baulichen Veränderungen auf diesen Streckenabschnitten konnten die Unfallzahlen bzw. Unfallfolgen dort, aber auch in Gänze minimiert werden.
Bei den schwerverletzten motorisierten Zweiradfahrern reduzierten sich die Unfälle von 42 auf 28.
Pedelec/E-Bike und Fahrräder
Aufgrund der sich ändernden Verkehrsmobilität und der Tatsache, dass bereits jedes zweite neu gekaufte "Fahrrad" ein Pedelec ist, haben sich auch die Verkehrsunfallzahlen in diesem Bereich verändert. Während die Fallzahlen bei den Pedelec-Fahrenden um 24,32 Prozent auf 230 Verkehrsfälle (2024: 185) erneut stark stiegen, stagnierte die Zahl bei den Fahrradfahrenden (2025: 447) auf dem Niveau von 2024.
Grundsätzlich blieben die schweren Unfallfolgen in beiden Bereichen auf dem Niveau von 2024; wobei jedoch zwei Fahrradfahrer bei Kollisionen mit Kraftfahrzeugen tödliche Verletzungen erlitten.
Aufgrund der Entwicklungen beim Unfallgeschehen mit der Beteiligung von Zweirädern wird die Polizei diese intensiv beobachten und ihre Maßnahmen anpassen. Dabei geht es vor allem um das Fehlverhalten anderer zum Nachteil von Rad-/Pedelec-Fahrenden, als auch darum, deren eigenes Fehlverhalten intensiv zu überwachen.
Parallel setzt die Polizei auch auf präventive Maßnahme wie u.a. "Fit mit dem Pedelec" - Kurse von Verkehrswacht, ADFC und Polizei für die Zielgruppe Ü65.
Neue Mobilitätsformen/Elektro-Kleinstfahrzeuge/E-Scooter
Die neuen Mobilitätsformen "Elektro-Kleinstfahrzeuge/E-Scooter" spielen auch in unserer Region im Verkehrsunfallgeschehen eine immer weiter steigende Rolle
Trotz der Tatsache, dass es weiterhin keine Miet- oder Verleih-Anbieter in unseren drei Landkreisen gibt, ereigneten sich im Jahr 2025 107 Verkehrsunfälle mit Elektro-Kleinstfahrzeugen/E-Scootern. Das entspricht einer Steigerung von 81,36 Prozent (2024: 59). Erfreulicherweise gab es in diesem Bereich keine Unfälle mit tödlichem Ausgang bzw. nur sechs Vorfälle mit schwerverletzten Personen.
Hauptunfallursachen
Zu den Hauptunfallursachen im Jahr 2025 gehörten neben Vorfahrtsverstößen auch Abstand und Abbiegen. Die Zahl der Unfälle aufgrund nicht angepasster bzw. "überhöhter Geschwindigkeit" stieg jedoch erneut. Damit liegt die Anzahl der Unfälle in Verbindung mit der Geschwindigkeit bei 269 (2024: 225).
Ausblick 2026
Die Verkehrssicherheitsarbeit bleibt auch in 2026 ein Schwerpunkt der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen.
Wie im Jahr 2025 wird gerade aufgrund der Entwicklung bei den Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss sowie der "Konsumfreigabe von Cannabis" der Themenbereich Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr auch in diesem Jahr im Fokus bleiben.
Hierbei werden interne Fortbildungen erneut intensiviert.
Dabei orientieren sich die Verkehrskontrollen, wie in den Vorjahren, an den Hauptunfallursachen. Geschwindigkeitskontrollen sind weiterhin wichtiger Bestandteil der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit. An Unfallschwerpunkten sowie an schützenswerten Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen richtet die Polizei einen besonderen Fokus auf die Geschwindigkeitsüberwachung.
Gleichermaßen bleiben die Bekämpfung aggressiven Fahrverhaltens, Maßnahmen gegen Ablenkung durch elektronische Geräte und die Durchführung standardisierter Fahrtüchtigkeitstests zur Erkennung fahruntüchtiger Fahrzeugführender Schwerpunktthemen.
Auch das Verkehrsverhalten gegenüber und von Radfahrenden wird in diesem Jahr im Fokus stehen.
In Erwartung der zukünftigen Auswirkungen des demografischen Wandels legt die Polizei ein Hauptaugenmerk auf die Altersgruppe der älteren Menschen im Straßenverkehr. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Verkehrswachten werden die Verkehrssicherheitsprogramme (u.a. "Fit mit dem Pedelec") fortgesetzt und ausgebaut.
Bei der Verkehrsüberwachung wird die Polizei in der Region auch weiterhin den baulichen Zustand benutzter Kraftfahrzeuge besonders ins Auge fassen. Die Arbeitsgruppe "Poser", welche inspektionsübergreifend tätig ist, wird ihre Kontrollaktionen auch im Jahr 2026 fortführen. Neben Präsenz- und Kontrollmaßnahmen ist hier auch die Fortführung des Formats "Tuning Talk" geplant.
Darüber hinaus wird die Polizei die motorisierten Zweiräder und die Elektro-Kleinstfahrzeuge genau im Blick behalten. Auch wenn sich Leihbetriebe in der Region noch nicht etabliert haben, sind insbesondere E-Scooter ein immer beliebteres Fortbewegungsmittel - überwiegend im innerstädtischen Bereich. Hierbei müssen neben der Polizei jedoch unter anderem Hersteller, Verbände und Kommunen für Präventionsmaßnahmen in die Pflicht genommen werden.
++ Details zum Unfallgeschehen 2025 in den drei Landkreisen sind der pdf-Datei im Download unter www.polizeipresse.de zu entnehmen ++
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen
Pressestelle
Kai Richter
Telefon: 04131 - 607 2104 o. Mobil 01520 9348855
E-Mail: pressestelle@pi-lg.polizei.niedersachsen.de
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