Polizeiinspektion (PI) Northeim veröffentlicht Verkehrsunfallstatistik 2025
Landkreis Northeim (mil) -
- Gesamtunfallzahlen auf gleichbleibendem Niveau;
- mehr Verkehrstote, Anzahl der Schwerverletzten fast unverändert;
- Anzahl von verletzten Kindern gesunken;
- steigende Fallzahlen bei Unfällen mit Radfahrenden, Zahl der
verletzten zu Fuß Gehenden gesunken;
- keine im Straßenverkehr getöteten Radfahrende und zu Fuß
Gehende;
- erhöhtes Aufkommen von E-Scooter in der Verkehrsunfallstatistik;
- sinkende Anzahl von Baumunfällen;
- Anzahl Verkehrsunfallfluchten auf zehn-Jahres Hoch.Unfallentwicklung insgesamt:
Die PI Northeim erfasst die Verkehrsunfälle auf sämtlichen Straßen innerhalb des Landkreises Northeim. Lediglich die Bundesautobahn wird aus Zuständigkeitsgründen in der Statistik der PI Northeim nicht berücksichtigt.
Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Northeim insgesamt 2.884 Verkehrsunfälle polizeilich registriert. Damit liegt die Zahl um 13 Fälle über dem Wert aus 2024 (2.871).
Der Großteil der Unfälle verlief ohne Personenschaden und beschränkte sich auf Sachschäden (2.478 = 85,92 %).
Die Anzahl der Unfälle mit verletzten oder getöteten Personen erhöhte sich um 19 Fälle (2024: 387 / 2025: 406). Auch die Fälle mit schwerem Personenschaden (VUSP = mindestens eine getötete oder schwer verletzte Person) nahmen leicht zu und lagen bei 53 Unfällen gegenüber 51 im Vorjahr. Insgesamt wurden bei den 406 Unfällen mit Personenschaden 540 Menschen verletzt oder getötet - das sind 51 mehr als im Jahr zuvor (489). Die Zahl der Schwerverletzten ging hingegen geringfügig um eine Person auf 51 zurück.
Im Berichtsjahr 2025 verzeichnete die PI Northeim insgesamt sieben tödliche Verkehrsunfälle. Unter den Verstorbenen befanden sich fünf Pkw-Insassen und zwei Motorradfahrende.
Ortslagen:
Auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften sind die Unfallfolgen im Durchschnitt schwer-wiegender als innerhalb geschlossener Ortschaften, was vor allem auf die dort üblichen höheren Geschwindigkeiten zurückzuführen ist. Innerorts ereigneten sich 1.782 Unfälle, bei denen 17 Personen schwer verletzt wurden. Zudem kam es innerhalb einer Ortschaft zu einem tödlichen Unfall mit einer beteiligten Person.
Im Berichtsjahr 2025 gab es 1.093 Unfällen außerhalb geschlossener Ortschaften (2024: 1.077). Hierbei wurden 34 Personen schwerverletzt und sechs Beteiligte verstarben.
Baumunfälle:
Im Vergleich zum Jahr 2024 ist die Zahl der sogenannten Baumunfälle zurückgegangen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 34 entsprechende Verkehrsunfälle registriert, was einem Rückgang um zwei Fälle entspricht. Davon ereigneten sich 24 Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften und zehn innerhalb.
Erfreulicherweise ist auch die Zahl der bei Baumunfällen verletzten Personen gesunken. Im Berichtsjahr 2025 wurden sechs Personen schwer und neun leicht verletzt (2024: 2/19). Im Zuständigkeitsbereich der PI Northeim wurden zudem zwei tödliche Verkehrsunfälle an Straßenbäumen verzeichnet (2024:2).
Wildunfälle:
Im vergangenen Jahr wurden 552 Wildunfälle erfasst. Gegenüber 2024 (532) bedeutet dies zwar einen Anstieg, insgesamt bewegt sich das Niveau jedoch weiterhin auf vergleichbarer Höhe. Im Jahr 2025 wurden zwei am Unfall beteiligte Personen bei Wildunfällen leicht verletzt. Unfälle mit schwerwiegenden Verletzungsfolgen traten in diesem Zusammenhang nicht auf.
Zu Fuß Gehende / Radfahrende:
Im Berichtsjahr waren 52 zu Fuß Gehende an Verkehrsunfällen beteiligt. 40 zu Fuß Gehende wurden dabei verletzt (2024: 57), darunter drei Personen schwer (2024: 8). Wie bereits im Vorjahr gab es auch 2025 keine tödlich verletzten Fußgängerinnen und Fußgänger.
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrrädern und Pedelecs stieg um etwa 17% auf 102 Verkehrsunfälle. Dabei wurden 71 Radfahrende verletzt, was einem Anstieg um zehn Personen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Zahl der Schwerverletzten reduzierte sich leicht auf zehn (2024: 11). Todesfälle unter den Radfahrenden waren nicht zu verzeichnen.
Elektrokleinstfahrzeuge (E-Scooter):
Bei der vergleichsweisen neuen Verkehrsart der Elektrokleinstfahrzeuge (E-Scooter) wurde erneut ein Anstieg der Unfallzahlen festgestellt. Im Jahr 2025 kam es zu insgesamt 20 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von E-Scootern (2024: 12). In der Folge wurden 14 Personen leicht und eine Person schwer verletzt. Patrick Kobbe (Sachbereich Verkehr) weist darauf hin: "Ein E-Scooter ist kein Spielzeug, sondern ein Kraftfahrzeug. Was oft als spaßige Mobilität beginnt, endet aufgrund von Unterschätzung der Geschwindigkeit, Ablenkung oder Alkoholeinfluss leider viel zu häufig im Unfallbericht. Wir appellieren an alle Nutzenden: Unterschätzen Sie nicht die Gefahr der kleinen Räder - Ihre Sicherheit fährt nur mit, wenn Sie sich an die Regeln halten."
Krafträder:
Im Berichtsjahr ist die Anzahl der Unfälle mit Krafträdern gesunken. Registriert wurden insgesamt 94 Verkehrsunfälle, im Vergleich zu 119 im Jahr 2024. Dabei erlitten neun Personen schwere Verletzungen, während zwei Menschen tödlich verunglückten (2024: 15/1).
Risikogruppen nach Alter:
Kinder (bis einschl. 14 Jahre)
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit verletzten Kindern bis 14 Jahre ist weiterhin rückläufig. Im Jahr 2025 wurden zwei schwerverletzte Kinder registriert (2024: 4) sowie 28 leicht verletzte (2024: 32). Todesfälle von Kindern im Straßenverkehr waren nicht zu verzeichnen.
Junge Erwachsene (18-24 Jahre)
Die Anzahl der bei einem Verkehrsunfall verletzten jungen Erwachsenen stieg auf insgesamt 93 Personen (2024: 74) an. Innerhalb dieser Altersgruppe wurden vier Personen schwer verletzt und eine Person tödlich verletzt (2024: 5/1).
Seniorinnen und Senioren (65+)
Auch in der Altersgruppe der Seniorinnen und Senioren ist ein erneuter Anstieg des Unfallgeschehens festzustellen. Im Jahr 2025 wurden 66 Personen leicht verletzt, was einer Zunahme um elf Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht (2024: 55). Darüber hinaus wurden acht Personen schwer verletzt (2024: 7). Vier Personen dieser Risikogruppe kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben (2024: 3).
Auffällig ist, dass die Seniorinnen und Senioren überwiegend mit dem Pkw unterwegs waren und im Zuge dessen verunfallten. Von den tödlich verletzten Personen befanden sich drei im Pkw und eine auf einem Krad. Bei den Schwerverletzten waren fünf Pkw-Insassen, zwei zu Fuß Gehende und eine auf einem Kraftrad betroffen.
Die PI Northeim führt in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht Northeim/Einbeck e.V. seit dem Jahr 2018 im Rahmen der Verkehrssicherheitsarbeit das Seminar "Fit im Auto" durch. In einer rund fünfstündigen Veranstaltung werden Teilnehmende der Altersgruppe 65+ über aktuelle Änderungen der Straßenverkehrsordnung informiert und erhalten die Möglichkeit, ihr eigenes Fahrverhalten gemeinsam mit Fahrsicherheitstrainern und Fahrlehrenden zu reflektieren. Für das laufende Jahr sind jeweils vier Veranstaltungen in Einbeck und Northeim vorgesehen.
Verkehrsunfallfluchten:
Im Zuständigkeitsbereich der PI Northeim ist bereits im vierten Jahr in Folge ein Anstieg der Verkehrsunfallfluchten zu verzeichnen. Mit insgesamt 719 registrierten Fällen wurde im aktuellen Berichtsjahr der höchste Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht. Im Jahr 2024 lag die Zahl noch bei 663 Fälle.
Rund 40% der Verkehrsunfallfluchten konnten durch die Polizei aufgeklärt werden. In diesem Zusammenhang betont die Verkehrssicherheitsberaterin Simone Köhler: "Einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung dieser Taten können Zeugen leisten, die ihre Beobachtungen unverzüglich der Polizei mitteilen und die Aufnahme von Ermittlungen unterstützen."
Das Thema Verkehrsunfallfluchten ist weiterhin ein zentraler Baustein unserer inspektionsweiten Präventionsstrategie. Daher integriert die PI Northeim diesen Fokus konsequent in alle Formate - von allgemeinen Verkehrssicherheitskampagnen mit den örtlichen Verkehrswachten bis hin zu unseren spezifischen Seniorenberatungen.
Hauptunfallursachen:
Innerhalb der PI Northeim führen zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit sowie unzureichender Sicherheitsabstand weiterhin die Statistik der Hauptunfallursachen an. Ebenfalls signifikant sind Ablenkung durch Mobiltelefone, Vorfahrtsverstöße sowie die Beeinflussung durch Alkohol- oder Betäubungsmittelkonsum.
Geschwindigkeit:
Die Leiterin Einsatz der PI Northeim, Marina Vieth, leitet hierzu ein: "Zu hohe Geschwindigkeit bleibt die Hauptunfallursache bei schweren Verkehrsunfällen. Wer rast, gefährdet sich und andere."
Proaktiv wurde daher im Berichtsjahr wiederkehrend die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten konsequent mittels Lasermessverfahren und Lichtschrankensystemen überwacht. Insgesamt leitete die PI Northeim 1.621 Ordnungswidrigkeiten ein, wobei die Messungen schwerpunktmäßig außerhalb geschlossener Ortschaften an Unfallhäufungsstellen stattfanden. Unterstützt wird diese Arbeit durch Geschwindigkeitskontrollen des Landkreises Northeim. Parallel dazu werden regelmäßig in der Unfallkommission bauliche Veränderungen und verkehrsregelnde Maß-nahmen geprüft, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und das Geschwindigkeitsniveau an Gefahrenstellen nachhaltig zu senken.
Die konsequente Verkehrsüberwachung wird auch in diesem Jahr einen wichtigen Schwerpunkt der alltäglichen polizeilichen Arbeit einnehmen.
Ablenkung:
Die Unterschätzung der Gefahr durch Ablenkung nimmt im Straßenverkehr stetig zu. Durch die konsequente und verstärkte Kontrolle hinsichtlich der Nutzung elektronischen Geräten während der Fahrt wirkt die Polizei diesem Trend entgegen. Im Jahr 2025 dokumentierten die Polizeibeamt/-innen der Polizeiinspektion Northeim 1.024 solcher Verstöße, welche schlussendlich eine Anzeige zur Folge hatten.
Alkohol-/Drogeneinfluss:
Im Rahmen präventiver Kontrollen wurden im Jahr 2025 insgesamt 122 Verkehrsteilnehmende unter Alkoholeinfluss festgestellt (Vorjahr: 112). Bei Fahrten unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln ohne Unfallfolge war ein Rückgang auf 201 Fälle zu verzeichnen (2024: 235). Bei 18 Unfällen wurde der Einfluss von Betäubungsmitteln als ursächlich ermittelt (2024: 10). Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stieg im vergangenen Jahr auf 44 (2024: 30 Unfälle).
Von den 18 Verkehrsunfällen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln wurden sieben Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von THC verursacht. 153 Fahrten unter THC-Einfluss wurden ohne Verkehrsunfall als Folge begangen.
Die Leiterin der PI Northeim, Maren Jäschke verdeutlicht abschließend: "Wer berauscht fährt, spielt mit seinem Leben und dem Leben anderer. Alkohol, Drogen oder bestimmte Medikamente haben hinter dem Steuer keinen Platz."
Die Polizei Northeim wird in diesem Jahr weiterhin im alltäglichen Streifendienst den Verkehr mit Blick auf Fahrtüchtigkeit kontrollieren und darüber hinaus landesweit abgestimmte Kontrolltermine wahrnehmen. Dabei stehen nicht nur die Fahrenden von Pkw, Lkw und Bussen, sondern auch die Motorrad- und Fahrradfahrenden und schlussendlich auch die Nutzenden von E-Scootern und weiteren Fahrzeugen im Fokus.
Rückfragen bitte an:
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